Teilen Teilen Kommentare Drucken

Datenskandal: Facebook veröffentlicht Antwortenkatalog – 500 Seiten und kaum konkrete Aussagen

Veröffentlicht: 12.06.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 12.06.2018

Facebook hat sich jetzt mit einem Antwortenkatalog erneut zum Datenskandal rund um Cambridge Analytica gemeldet. Das soziale Netzwerk hält sich aber auch auf den 500 Seiten mit seinen Aussagen sehr vage und bleibt viele Antworten noch schuldig.

Facebook Daumen runter
© Oleg and Polly / shutterstock.com

„Diese Frage kann ich aktuell nicht beantworten, aber mein Team wird sich bei Ihnen melden“ – Viel zu oft bediente sich Facebook-CEO Mark Zuckerberg dieser Floskel, wenn ihm während der Anhörung vor dem US-Senat zum Datenskandal seiner Firma mal wieder eine knifflige Frage gestellt wurde. Nun hat sich das soziale Netzwerk erneut zu Wort gemeldet und einen Antwortenkatalog präsentiert, der auf 500 Seiten erneut Fragen rund um die Affäre mit der britischen und inzwischen insolventen Datenanalysefirma Cambridge Analytica beantwortet.

Die Aussagen geben zwar einen breiten aber weiterhin sehr oberflächigen Einblick in die Praktiken und Richtlinien des sozialen Netzwerks.

Schwammige Aussagen über Schattenprofile und Usertracking

Auf die Frage nach den sogenannten Schattenprofilen und ob Facebook auch die Aktivitäten von Nicht-Mitgliedern verfolgt, gab das soziale Netzwerk zwar zu Protokoll, keine solchen Schattenprofile für nicht angemeldete Internet-User anzulegen. Allerdings offenbarte man, „dass man die Möglichkeit nutzt, allgemeine Werbung [...] anzuzeigen und auch solche Werbung, die zur Anmeldung auf Facebook ermutige“, wie der Antwortenkatalog bei The Verge zitiert wird.

Die Frage, ob der US-Konzern „jede IP-Adresse, die für die Anmeldung auf Facebook genutzt wurde“ verfolgt, wurde nicht klar beantwortet. Vielmehr flüchtete man sich in schwammige Aussagen und bezog sich auf einen vagen „Aufbewahrungszeitplan“. So heißt es in dem neuen Papier, dass „Facebook automatisch IP-Adressen bei der Anmeldung protokolliert.“ Die Liste der IP-Adressen lässt sich im eigenen Account zwar herunterladen, allerdings wird keine Vollständigkeit garantiert, da einige nach den Richtlinien des Aufbewahrungszeitplans bereits wieder gelöscht wurden.

Facebook schafft es nicht aus den Negativ-Schlagzeilen

Während der Anhörung im April wurde Mark Zuckerberg außerdem aufgefordert, die Konkurrenten seiner Plattform zu nennen. Eine Aufgabe, mit der der 34-Jährige sichtlich zu kämpfen hatte. Nun liefert der neue Antwortenkatalog allerdings eine lange Liste an Portalen – darunter Snapchat, YouTube, Twitter, Pinterest und Vimeo – die im besten Falle allerdings nur zum Teil die Services von Facebook ersetzen könnten.

Während der zwei Monate, die Facebook benötigt hat, um dieses 500 Seiten starke Dokument zu verfassen, prasselte erneut Kritik auf das soziale Netzwerk ein. So wurde erst vor wenigen Tagen eine Datenpanne bekannt, die den öffentlichen Zugriff auf private Posts von 14 Millionen Usern ermöglichte. Auch in diesem Fall gelobte der Konzern mal wieder Besserung. Es bleibt spannend, wann und ob Facebook mal wieder positiv auffällt.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Corinna Flemming

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.