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Missglückte Werbeanzeigen im Netz – Wenn der Scheidungsanwalt auf der Hochzeitsseite wirbt

Veröffentlicht: 06.11.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 06.11.2018

Werbeanzeigen über Suchmaschinen zu schalten ist eine gute Möglichkeit, für das eigene Geschäft zu werben, ist aber nicht immer frei von Fehlern. Durch Automatismen kann es schnell passieren, dass eine Anzeige an unpassender Stelle auftaucht. Wir haben einen Blick auf solche Fälle geworfen.

Pfeil und Bogenschießen
© Leremy / shutterstock.com

Google spielt seine Werbeanzeigen automatisiert aus, das heißt, es schaut keine Person darüber, ob eine bestimmte Anzeige möglicherweise in einem bestimmten Kontext zu einer missglückten Kombination führen könnte.

EON WerbungAnders sieht das bei Print-Anzeigen in Zeitungen oder Magazinen aus. Dennoch hat es vor einigen Jahren eine riesige Anzeige des Gasanbieters E.ON direkt neben einen ausführlichen Auschwitz-Artikel in die gedruckte Ausgabe der Landeszeitung, das regionale Blatt der Lüneburger Heide, geschafft. Nicht auf menschliches Versagen, sondern auf einen automatisierten Algorithmus konnte dagegen die Deutsche Bahn im März dieses Jahres den Fauxpas schieben, als man offene Stellen in  Bad Aibling über eine Facebook-Anzeige beworben hat. Im beworbenen Bad Aibling sind aufgrund von menschlichem Versagens des Fahrdienstleiters im Februar 2016 zwei Züge frontal kollidiert und haben zwölf Todesopfer gefordert. Die Deutsche Bahn erklärte die missglückte Werbung anschließend mit dem angewendeten Algorithmus und entschuldigte sich: „Es handelt sich um einen automatisierten Algorithmus, der an vielen hundert Orten über Facebook lokal ausgespielt wurde.“

Auch extrem unpassend hat es die Werbeanzeige des Whiskey-Herstellers Maker‘s Mark getroffen. Diese wurde ungünstigerweise mit einem Nachrichtenbeitrag über einen Unfalltoten durch Alkohol am Steuer kombiniert. Zwar handelte es sich dabei nur um eine Kampagne, die eben genau auf die Risiken von Alkohol im Straßenverkehr aufmerksam machen sollte, dennoch wird nach einem solchen Artikel so manchem Leser wohl erst einmal der Appetit auf Hochprozentiges vergangen sein.

Werbung Markers Mark
© Twitter @whatolilikes

Wie können Bad Ads vermieden werden?

In den meisten Fällen sorgen derartige unglücklich platzierte Anzeigen lediglich für ein Schmunzeln beim Betrachter. Allerdings kann es für einen Shop-Betreiber schnell recht teuer werden, wenn Anzeigen für eine völlig falsche Zielgruppe ausgespielt werden. Aus diesem Grund sollte man bei Werbeanzeigen in Suchmaschinen auf ein paar Feinheiten achten. Prinzipiell ist es immer ratsamer, seine Anzeigen bei Google manuell zu erstellen und dies nicht der Suchmaschine zu überlassen. Auch wenn dies mehr Zeit in Anspruch nimmt, kann auf diesem Weg sichergestellt werden, dass die Anzeigen auch im richtigen Format ausgespielt werden. Um zu vermeiden, dass die eigenen Werbeanzeigen auf unpassenden Seiten oder in „schlechter Nachbarschaft“ landen, gibt man Google bestenfalls genaue Vorgaben, welche Seiten ausgeschlossen werden. So lassen sich Themen wie Immobilien, Hochzeit, Sport oder Ähnliches ganz einfach bei der Anzeigenverwaltung bei Google ausschließen. Dies sollte man unbedingt anwenden und der Suchmaschine nicht einfach „freie Hand“ bezüglich der eigenen Anzeigen überlassen.

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Magazin Q4Mehr Beispiele für misslungene Anzeigen, wie diese zustande kommen und was kleine und mittelständische Online-Händler zu beachten haben, um diese Bad Ads zu vermeiden, gibt es in der aktuellen Ausgabe des Onlinehändler Magazins um Nachlesen. 

Zudem beleuchten wir in der Q4-Ausgabe den Themenschwerpunkt Transportschäden und geben Tipps, was Online-Händler hinsichtlich Schadensregulierung und Versicherungsschutz alles zu beachten haben. Weitere Themen wie Produktfälschungen im Internet, die wichtigsten Payment Service Provider im Vergleich und der aufstrebende E-Commerce in Afrika können ebenfalls in der aktuellen Ausgabe des Onlinehändler Magazins gefunden werden.

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Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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