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Wie das Ladengeschäft digital in Schwung kommt

Veröffentlicht: 07.03.2013 | Autor: Redaktion | Letzte Aktualisierung: 07.03.2013

Schaufenster, die die Gesten von Passanten erkennen, digitale Einkaufsberater im Geschäft und Kunden, die während des Verkaufsgesprächs die Meinung ihrer Freunde einholen können – die Verknüpfung von realer und digitaler Welt bietet gerade für ein Ladengeschäft besonders interessante neue Möglichkeiten. Davon sind die Autoren Rob Gonda und Hilding Anderson, Mitarbeiter der internationalen Werbeagentur Sapient-Nitro mit Sitz in Boston, überzeugt.

In einem Kapitel des Berichts „Insights 2012 – How Digital Innovation Impacts Your Business“ sagen sie – neben anderen Trends – eine spannende technologische Entwicklung für den Einzelhandel vorher.

Zwar werde die digitale Technologie in vielen Bereichen des Lebens in die materielle Welt integriert werden und dies auch umgekehrt geschehen. Doch besonders vielfältige Möglichkeiten sehen die Autoren dabei für Händler. Das beginnt am Schaufenster und endet mit dem Abschluss des Einkaufsvorgangs.

1. Interaktion am Schaufenster. Der künftige Einsatz digitaler Techniken beginnt bereits, bevor der Kunde den Laden überhaupt betreten hat. Mit Rückwandprojektionen im Schaufenster und Videokameras mit Gestenerkennung wie beim System Kinect der Videospielkonsole Xbox 360 von Microsoft können die Passanten bereits vor dem Betreten des Geschäfts mit den Produkten eine Wechselbeziehung eingehen.

2. Bitte eintreten. Digitale Installationen im Verkaufsraum, die den Kunden beschäftigen und ihn unterhalten, laden ihn ein, im Geschäft zu bleiben und einzukaufen.

3. Das Produkt besser kennenlernen. Beim Umgang mit dem Artikel, für den sich der Kunde interessiert, helfen dem Kunden den Autoren zufolge digitale Technologien wie QR-Codes, Funkchips (RFID), elektronische Displays oder die Verknüpfung von Realität und virtueller Welt (Augmented Reality) dabei, das jeweilige Produkt genauer kennenzulernen, Testberichte und Meinungen einzuholen oder sich über Sonderangebote zu informieren.

4. Der Verkäufer wird zum Experten. Die Mitarbeiter werden ebenfalls Smartphones und Tablet-PCs nutzen. Damit sollen sie einerseits den Kunden und dessen Wünsche besser einschätzen und einordnen können, andererseits leichter zwischen verschiedenen Möglichkeiten und Angeboten vergleichen können.

5. Die intelligente Umkleidekabine. Interaktive Spiegel und lasergesteuerte Messgeräte können – etwa bei der Kleidungsgröße – passgenau beraten und in Modefragen Vorschläge machen, die der Kunde an einem virtuellen Modell sofort betrachten kann.

6. Eine zweite Meinung einholen. Ohne dass der Kunde das Geschäft verlassen muss, kann er sich eine Bestätigung seiner Auswahl innerhalb seiner Freunde und sozialen Beziehungen im Web einholen. Händler müssten verstehen, so die Experten Gonda und Anderson, dass dieser Schritt zu einem gewöhnlichen Einkaufsvorgang dazugehört. Wenn ein Geschäft dem Kunden dafür die Gelegenheit bietet, ohne dass dieser den Laden verlassen muss, könne der Händler mit erheblich mehr Kaufabschlüssen rechnen.

Wie wird sich dieser Trend entwickeln? Die Autoren rechnen in ihrer Prognose nicht damit, dass die Geschäfte sich sehr schnell in digitale Einkaufswelten verwandeln werden. Erst wenn in den nächsten Jahren die Technologiekosten weiter sinken, wäre ein Wachstum in diesem Bereich möglich.

Wie Experimente in diesem Bereich konkret aussehen können, hat die britische Lebensmittelkette Tesco im Jahr 2011 in Südkorea gezeigt. In dortigen U-Bahnhöfen wurden Plakate aufgehängt, auf denen Kühlregale voller Lebensmitteln in normaler Größe abgebildet waren. Die Passanten konnten die Produkte samt QR-Code mit ihrem Smartphone fotografieren und im Online-Shop bestellen. Anschließend wurde die Ware direkt nach Hause geliefert.

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