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EU-Wettbewerbsbehörde

Missbraucht Apple Pay seine Macht?

Veröffentlicht: 11.12.2018 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 11.12.2018
Margrethe Vestager

Apple Pay ist bereits in mehreren Ländern erhältlich und seit heute auch in Deutschland verfügbar. Der Dienst will das Einkaufen noch einfacher machen, in dem er seinen Kunden die Möglichkeit gibt, im Geschäft mit dem Handy zu zahlen. Bereits jetzt ist bekannt, dass die Zahlung per Apple Pay unter anderem bei H&M, dm, Burger King und Cyberport möglich sein soll.

Apple blockiert andere Dienste

Während die einen den Dienst in Deutschland sehnsüchtig erwarten, gibt es von den anderen harsche Kritik an Apple. Besitzer von Android-Geräten können nämlich bereits auf unterschiedliche Dienste fürs mobile Bezahlen, wie etwa die App der Sparkasse zurückgreifen; Apple-Nutzern bleibt hingegen nur der Weg zu Apple Pay. Für andere Unternehmen sei es nicht möglich, ihre Dienste auch Nutzern von Apple zur Verfügung zu stellen. Wie der Tagesspiegel weiter berichtet, blockt Apple andere Dienste. „Es liegt an Apple, die entsprechende NFC-Schnittstelle für die Kreditwirtschaft freizugeben, damit alle Kunden diesen technischen Marktstandard in gleicher Weise nutzen können“, wird der Sprecher des Bundesverbandes der Volks-und Raiffeisenbanken zitiert.

Beschwerde aus Dänemark

Genau dieses Verhalten war laut FAZ Grund für Beschwerden bei der Dänischen Wettbewerbsbehörde. Nachdem Verbraucherschützer das Verhalten von Apple bei der nationalen Behörde kritisierten, leitete diese eine Untersuchung ein. Nun könnte die EU-Wettbewerbshüterin Margrethe Vestager (siehe Bild) den Konzern noch einmal ins Visier nehmen: „Als wir uns den Fall vor einiger Zeit angeschaut haben, haben wir die für die Einleitung eines Verfahrens nötigen Beweise nicht gefunden. Das schließt aber nicht aus, dass wir uns das in Zukunft nicht noch einmal anschauen“, wird sie dazu von der FAZ zitiert.

Auch Google, Visa und Mastercard im Visier

Auch ohne konkrete Untersuchungen von Apple hat die EU-Behörde viel zu tun: So wird zur Zeit auch Amazon aufgrund seines Datenverhaltens unter die Lupe genommen (wir berichteten). Im Verlaufe der Untersuchungen seien die Wettbewerbshüter von Daten überflutet worden. Es handle sich nicht um Haufen, sondern Berge von Daten, so die FAZ weiter. Auch Google, Mastercard und Visa stehen im Verdacht, ihre Marktposition wettbewerbswidrig zu missbrauchen.

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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