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Sicherheitsbedenken

Deutsche misstrauen dem mobilen Bezahlen noch immer

Veröffentlicht: 13.03.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 13.03.2019
Frau mit einem Smartphone in der Hand

In Deutschland steckt das mobile Bezahlen mit dem Smartphone noch immer in den Kinderschuhen. Während in anderen Märkten, wie beispielsweise China, das sogenannte „Mobile Payment“ fest in den Alltag integriert ist und vom Kaffee bis zum Großeinkauf quasi alles via Smartphone bezahlt wird, scheinen sich deutsche Verbraucher weiterhin dagegen zu sträuben. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Studie, über die jüngst auch MobiFlip berichtete.

Nur jeder zehnte Deutsche zahlt mit dem Smartphone

Wie die aktuelle Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Civey zeigt, gaben fast neun von zehn Befragten (87,6 Prozent) an, nie mit dem Smartphone zu bezahlen. Nicht einmal drei von 100 (2,7 Prozent) greifen demnach „sehr häufig“ in stationären Läden auf mobile Bezahldienste wie etwa ApplePay oder auch GooglePay zurück, um ihre Einkäufe zu begleichen. Der Anteil der Verbraucher, die eher selten oder sehr selten mobil bezahlen, liegt bei 6,6 Prozent.

civey mobilesBezahlen Haeufigkeit

Auch über die Gründe, warum das mobile Zahlen hierzulande so vernachlässigt wird, gibt die Studie Auskunft. Die größten Sorgen haben die Verbraucher augenscheinlich in puncto Sicherheit: Fast die Hälfte der Befragten (48,2 Prozent) gab Sicherheitsbedenken als Grund an, warum sie ihr Smartphone im stationären Handel nicht als Payment-Variante nutzen.

Ebenfalls noch recht hoch liegt mit 20,9 Prozent der Aspekt der Bar-Affinität – dies belegen übrigens auch andere Studien: In kaum einem anderen Land haben die Verbraucher eine solche Vorliebe für Bargeld wie in Deutschland. Immerhin noch 4,5 Prozent der Befragten gab an, kein Smartphone zu besitzen, und rund sechs Prozent der Befragten wollen sich mit dem Thema einfach nicht auseinandersetzen.

civey mobilesBezahlen Grund

Mobiles Bezahlen als zukunftsträchtiges Zahlungsmittel? – Für die meisten eher nicht!

Wie groß die Skepsis und die Bedenken der hiesigen Kunden ist, zeigt die Studie auch an anderer Stelle: Denn nicht einmal in der Zukunft scheinen sich viele Befragte das Bezahlen per Smartphone vorstellen zu können. Mehr als die Hälfte der Nutzer (51,9 Prozent) denken demnach, dass das Mobile Payment die klassischen EC- und Kreditkarten nicht oder auch auf gar keinen Fall ablösen wird. Nur jeder Dritte (32,9 Prozent) denkt, dass dies passieren oder auf jeden Fall passieren wird.

civey mobilesBezahlen Abloesen

„In Deutschland wird die Einführung von Mobile Payment Lösungen immer noch viel zu zaudernd angegangen, voraussichtlich werden Mitbewerber aus Asien und den USA den Markt dominieren“, kommentiert Bettina Horster, Leiterin der Kompetenzgruppe Internet of Things (IoT) im eco – Verband der Internetwirtschaft. e. V. „Mobile Payment ermöglicht in unserer zunehmend vernetzten Welt attraktive neue Geschäftsmodelle, die geeignet sind, den Alltag der Menschen entscheidend zu erleichtern.“

Um die Bedenken der Verbraucher zu mindern, müsse entsprechend auch der Gesetzgeber sowohl Anreize als auch positive Rahmenbedingungen schaffen, sodass auch das Vertrauen in das mobile Bezahlen wachsen kann und entsprechende Dienste in der Lage sind, sich hierzulande zu festigen.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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