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Projekt Libra

Facebook plant Bezahlsystem mit Kryptowährung

Veröffentlicht: 06.05.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 06.05.2019
Facebook-Smartphone mit Bitcoin

Das soziale Netzwerk Facebook baut sein E-Commerce-Universum weiter aus und will dafür ein Bezahlsystem etablieren, das auf einer eigenen Kryptowährung basiert. Derzeit sucht das Unternehmen für sein „Projekt Libra“ Partner, berichtet das Wall Street Journal. Ein solches System könnte für Facebook und die Online-Händler auf dem Netzwerk viele Vorteile bringen. 

Facebook will Visa und Mastercard als Partner

Facebook sucht nach Kooperationspartnern für seine virtuelle Währung und soll unter anderem mit Visa und Mastercard im Gespräch sein. Im Gegensatz zu Bitcoins und Co. könnte Facebooks Kryptowährung aber an eine reale Währung wie den Dollar gekoppelt sein und wäre somit ein stabileres Zahlungsmittel. Eine Option: Die Nutzer könnten zum Beispiel für das Anschauen von Werbung oder für andere Interaktionen in dem Netzwerk die Facebook-Kryptowährung erhalten und diese dann zum Online-Shopping auf dem Marketplace, bei Instagram und Co. oder externen Onlineshops einsetzen. Auf WhatsApp und Instagram hat Facebook gerade erst das das Online-Shopping noch einfacher gemacht.

Chancen und Gefahren der Facebook-Kryptowährung

Das Projekt bietet für Facebook sowohl Gefahren als auch jede Menge Chancen. Denn Kryptowährungen wie Bitcoins geraten wegen mangelnder Regulierung und der hohen Kursschwankungen immer wieder in die Kritik, Facebook hat in diesem speziellen Bereich außerdem keine Expertise und – im Gegensatz zu anderen Playern wie Apple und Amazon – weniger Erfahrung mit Payment-Systemen. Wenn der Aufbau einer solchen stabilen digitalen Währung gelingt, könnte das dem E-Commerce via Facebook, WhatsApp, Instagram und Co aber einen gewaltigen Schub verleihen. Durch die einfachere Abwicklung müssten Online-Händler weniger Gebühren als bei anderen Payment-Anbietern zahlen und könnten diesen Preisvorteil auch an die Kunden weitergeben. Außerdem könnten sich die Milliarden Nutzer des Zuckerberg-Universums für das Bezahlen auch auf anderen Seiten bzw. Webshops bequem per Facebook-LogIn freischalten.

Das „Projekt Libra“ deutete sich schon vor über einem Jahr an: 2018 hatte Facebook Werbung für Kryptowährungen auf seinen Seiten verboten. Der Bitcoin-Kurs brach damals ein. Jetzt könnte das soziale Netzwerk bei einem Erfolg seines Projekts zu einer Etablierung digitaler Währung beitragen.

In Deutschland hatte aber laut einer jüngsten Idealo-Umfrage ein Großteil der Online-Nutzer noch Vorbehalte gegenüber dem Zahlen mit Kryptowährungen.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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