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Studie Online-Payment

Online-Händler fürchten Kaufabbrüche durch PSD2

Veröffentlicht: 18.07.2019 | Autor: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 22.07.2019
Onlinezahlung mit Kreditkarte und Handy

Die Payment Services Directive 2 (PSD2), auch bekannt als die überarbeitete Zahlungsdienste-Richtlinie, führt im Bereich Payment und Online-Verkäufen zu Veränderungen. Die Neuerungen sind seit Anfang des Jahres 2018 bekannt. Spätestens ab dem 14. September müssen Zahlungsdienstleister wie etwa Paypal, Heidelpay, Klarna usw. eine Zwei-Faktor-Identifizierung bei Online-Bezahloptionen anbieten (wir berichteten). 

Inwieweit auch Online-Händlern dadurch mögliche Pflichten entstehen, hängt vor allem vom genutzten Zahlungsdienstleister ab. Ein Großteil hat aber offenbar die Befürchtung, dass die PSD2 zu Umsatzeinbußen führen könnte. Das zeigt die aktuelle Studie „Online-Payment 2019“ des EHI Retail Institute. Für die Analyse wurden Daten von 111 Online-Händlern erhoben und hochgerechnet.

PSD2: Händler sind unzureichend informiert

Allerdings setzen sich vier von fünf Händlern noch mit der PSD2 auseinander, ebenso hätten diese noch einen erhöhten Informationsbedarf. „Der Informationsstand vieler Händler ist zum Teil noch unzureichend“, erklärt EHI-Geschäftsführer Michael Gerling.

Online Payment 2019 PSD2 Authentifizierung / EHI Retail Institute

61 Prozent der Studienteilnehmer sehen vor allem Schwierigkeiten darin, dass Bezahlverfahren aufgrund der Zwei-Faktor-Authentifizierung künfig komplexer werden. Da Händler dort Einbußen hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit vermuten, würden sie vor einer Implementierung zurückschrecken, mutmaßt Gerling weiter. 

Händler befürchten mehr Hürden bei Bezahlvorgängen

Besonders hoch ist die Angst, dass diese Veränderung der Bezahlverfahren zu mehr Abbrüchen beim Kauf und damit zu weniger Umsatz führen könnte. Diese Ansicht vertraten 82 Prozent der befragten Händler. Und die Befürchtungen scheinen auch gerechtfertigt: 40 Prozent der Händler, die bereits 3D-Secure-Verfahren für Kreditkartenzahlungen nutzen, mussten dabei vermehrt Kaufabbrüche verzeichnen. 

Über zwei Drittel der Händler erwarten aufgrund vermehrter Kundenrückfragen zudem mehr Aufwand im Service, 39 Prozent sehen hohe Kosten auf sich zukommen, wenn sie die Bezahlabwicklung umstellen. 

Online Payment 2019 Auswirkungen 2F Authentifizierung / EHI Retail Institute

In der Konsequenz hätten sich etwa ein Drittel der Befragten für eine entsprechende Umgestaltung des Online-Shops entschieden, die Hälfte allerdings wolle von Ausnahmen zur Zwei-Faktor-Identifizierung Gebrauch machen. Gut ein Viertel habe sich mit der Frage nicht beschäftigt.

Über den Autor

Hanna Behn Experte für Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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Kommentare  

#1 Avenger 2019-07-19 08:04
Ich verstehe nicht, warum das so sein sollte!

Wenn ich etwas kaufen will, dann nehme ich auch diese zusätzliche Hürde in Kauf, weil mir ja nirgendwo eine andere Alternative angeboten werden kann.

Und auch bisher musste man ja schon meist eine weitere ID eingeben (mTAN, chipTAN, "Verfified by Visa", usw.....
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