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Als erster ausländischer Zahlungsdienst

PayPal startet in China

Veröffentlicht: 01.10.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 01.10.2019
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PayPal erhält als erstes ausländisches Unternehmen Zutritt zum chinesischen Payment-Markt. Der US-amerikanische Zahlungsanbieter hat nach Zustimmung der chinesischen Zentralbank 70 Prozent der Anteile des chinesischen Zahlungsanbieters GoPay übernommen und erhält dadurch Zugang zum chinesischen Markt. „Wir freuen uns darauf, mit Chinas Finanzinstituten und Technologieplattformen zusammenzuarbeiten und Unternehmen und Verbrauchern sowohl in China als auch weltweit umfassendere Zahlungslösungen anzubieten“, sagte PayPal-CEO Dan Schulman in einer Erklärung. Bis Ende 2019 soll die Transaktion abgeschlossen sein.

GoPay sei ein vergleichsweise kleiner Anbieter in China, wo die Platzhirsche Alipay und WeChat Pay heißen. Diese dominieren den dortigen Payment-Markt im Gesamtwert von 29 Billionen US-Dollar mit 54 respektive 39 Prozent Marktanteil. GoPay besitzt Lizenzen für Online- und Mobil-Transaktionen und bietet Payment-Produkte vor allem für E-Commerce, grenzüberschreitenden Handel und Tourismus, so TechCrunch.

Chinesischer Markt wächst stark

Auch wenn der Markt von WeChat Pay und AliPay beherrscht wird, habe er dennoch große Wachstumspotenziale. Bis 2023 wird ein Wachstum um fast 22 Prozent auf 96,73 Billionen US-Dollar erwartet, unter anderem getrieben von einer stetig wachsenden Nachfrage im Online-Handel. Gerade der grenzüberschreitende Handel lege enorm zu. 2017 nutzten in China 562 Millionen Menschen mobile Bezahlmethoden, 2023 sollen es fast eine Milliarde sein.

US-Unternehmen versuchen seit Jahren, Zutritt zum chinesischen Markt zu erhalten. Nachdem sich die chinesische Zentralbank im vergangenen Jahr für ausländische Payment-Anbieter öffnete, war American Express im vergangenen Herbst der erste US-Anbieter, der Zugang nach China erhielt. Mastercard kündigte in diesem Jahr an, über ein Joint-Venture in China Fuß fassen zu wollen.

PayPal wagt sich in einer Zeit auf den chinesischen Markt, die von Spannungen mit den USA geprägt sind. Große Tech-Konzerne wie Amazon und Google kündigten im Sommer an, ihre Produktionen aus China abziehen zu wollen, nachdem Donald Trump im Mai den Technologie-Notstand ausrief. Apple musste sogar mit Strafzöllen für Mac-Teile aus China leben.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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