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Wegen Skepsis von Behörden

MasterCard und Visa zögern bei Libra-Beteiligung

Veröffentlicht: 02.10.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 02.10.2019
Libra auf einem Smartphone

Mit Libra will Facebook den Kryptowährungsmarkt aufmischen. Die Zeichen für die Währung standen zunächst auch nicht schlecht: Das Interesse an Libra war groß, durch die Koppelung an den Dollar und den Euro will Facebook zudem die Stabilität der Währung sicherstellen. Doch bei den Behörden regte sich schnell Widerstand gegen die Kryptowährung: Die USA, Frankreich und auch Deutschland deuteten an, Libra nicht zulassen zu wollen. Zu groß ist die Sorge, dass durch die Währung das Geldsystem ins Wanken geraten könne.

Libra verliert die öffentliche Unterstützung

Wie Spiegel Online berichtet, hat diese Skepsis der Länder nun dafür gesorgt, dass bedeutende Partner des Projekts ihre Beteiligung an Libra überdenken. Konkret gehe es um die Kreditkarten-Anbieter Visa und MasterCard. Sie – sowie weitere Finanzpartner – „seien durch den Widerstand abgeschreckt“ heißt es bei Spiegel Online unter Berufung auf das Wall Street Journal. Insider hätten dem US-Magazin über das Zögern der Partner informiert.

Facebook sei vor allem daran gescheitert, einige der beteiligten Unternehmen davon zu überzeugen, Libra öffentlich die Unterstützung auszusprechen. DIe Probleme sollen aber noch größere Kreise ziehen: Auch PayPal und Stripe seien inzwischen unentschlossen. Auf Nachfrage hätten die Unternehmen sich zu den Berichten allerdings nicht geäußert.

Staaten fürchten um ihr Geldmonopol

Facebooks Libra-Währung war vor allem deshalb in Kritik geraten, weil die Behörden fürchten, dass die Kryptowährung in die Hoheit von Notenbanken eingreifen könnte. Zudem monieren Kritiker, dass durch Libra ausgerechnet beim umstrittenen Netzwerk Facebook ein Währungsmonopol entstehen könne – dieses liegt bislang bei den Staaten. 

Derartige Bedenken versuchte das Unternehmen aus der Welt zu räumen. David Marcus, bei Facebook für die Entwicklung von Libra zuständig, betonte, dass bei der Digitalwährung kein neues Geld ausgegeben werde und das souveränen Staaten vorbehalten bleibe. Die Einführung der Libra dürfte aber mittlerweile verschoben sein. Ursprünglich wollte Facebook seine Digital-Währung im kommenden Jahr einführen. Vor allem Deutschland und Frankreich stellen sich allerdings quer.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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