Teilen Teilen Kommentare Drucken
Gesichtserkennung und Fingerabdruck

Paydirekt erlaubt Online-Bezahlung ohne Passwort

Veröffentlicht: 26.06.2020 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 26.06.2020
Nutzer mit einem Smartphone in der Hand, auf dem man das Logo von Paydirekt sieht

Der deutsche Bezahldienst Paydirekt will die Gefahr von Kaufabbrüchen künftig noch weiter verringern. Da es immer wieder vorkomme, dass Shopping-Touren im Check-out-Bereich durch die zwingende Eingabe von Benutzername und Passwort ins Stocken geraten, will das Unternehmen genau an dieser Stelle ansetzen.

Einfacheres Zahlen mit biometrischen Faktoren

Wie Paydirekt in einer offiziellen Mitteilung verlauten ließ, ist es Kunden ab sofort möglich, ihre Online-Einkäufe über die App von Paydirekt zu bezahlen – und zwar ganz ohne die Eingabe der beiden Faktoren Benutzername und Passwort. Stattdessen kann die gewünschte Transaktion mithilfe einer PIN oder der beiden biometrischen Faktoren Fingerabdruck oder Gesichtserkennung bestätigt werden. 

Auch für Nutzer von Desktop-PCs sei die neue Variante verfügbar. In diesem Fall müssen Kunden via Smartphone einen QR-Code auf dem PC-Bildschirm abscannen. Danach können sie den Bezahlvorgang normal über die App durchführen. Darüber hinaus haben Nutzer von Paydirekt die Möglichkeit, mithilfe der App Geld an Freunde zu senden oder über alle Zahlungsvorgänge per Push-Nachricht informiert zu werden.

Chance auf höhere Conversion Rates für Händler

„Wir erfüllen mit dieser Erweiterung der paydirekt-App konsequent die Anforderungen der Kunden nach unkomplizierten mobilen Checkout-Lösungen und gleichzeitig den Wunsch der Online-Händler nach höheren Conversion-Raten“, kommentierte Christian von Hammel-Bonten, Vorsitzender der paydirekt-Geschäftsführung, die Neuerung. „Perspektivisch kann die Funktion auch in die Mobile Banking Apps der an Paydirekt angebunden Banken und Sparkassen integriert werden.“ Die Bezahlfunktion muss einmalig mit einem TAN-Verfahren der entsprechenden Bank oder Sparkasse aktiviert und freigeschaltet werden.

Paydirekt: Der große Durchbruch steht noch aus

Die letzten großen Änderungen im Hause Paydirekt gab es Anfang des Jahres hinter den Kulissen: Mehrere vormalige Partner des Gemeinschaftsprojekts zogen sich zum Jahreswechsel zurück – darunter etwa die ING Deutschland, die HypoVereinsbank oder auch die Targobank. Der Grund für den Ausstieg dürfte die schleppende Verbreitung und der fehlende große Durchbruch des Zahlungsdienstes sein.

Durch den Rückzug wurde das Paydirekt-Projekt allerdings nicht eingestellt: Die Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank stockten ihre Anteile am deutschen Zahlungsdienst zu gleichen Teilen auf. Sie versprachen sich von der verschlankten Eigentümerstruktur schnellere und unkompliziertere Entscheidungen.

Paydirekt war im Sommer 2014 als gemeinschaftliches Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen gegründet worden. Ziel war es, als deutsches Unternehmen den hiesigen Kunden eine Alternative zu US-Anbietern wie PayPal zu geben.

Über die Autorin

Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Tina Plewinski

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.