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Weitere Ermittlungen

Geldwäsche-Verdacht gegen Wirecard

Veröffentlicht: 09.07.2020 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 09.07.2020
Wirecard-Logo auf Geldscheinen

Die Liste wird länger: Nachdem die Staatsanwaltschaft bereits wegen Marktmanipulation und Bilanzfälschung gegen ehemalige Wirecard-Manager ermittelte, verdächtigen die Ermittler das Unternehmen nun auch der Geldwäsche, wie die Zeit berichtet

Die Ermittlungen dahingehend sollen sich, so eine Behördensprecherin, gegen Verantwortliche des Unternehmens und Unbekannt richten. Die Staatsanwaltschaft prüfe „eine Reihe entsprechender Anzeigen aus dem laufenden und aus dem vergangenen Jahr“, heißt es weiter. Wirecard habe sich zu den Vorwürfen nicht äußern wollen.

Wirecard hat auch in den USA Ärger

Das ist aber nicht die einzige schlechte Nachricht für den Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München. Auch in den USA ist Wirecard nun in den Fokus der Ermittler geraten, das Justizministerium in Washington habe Finanzen.net zufolge eine Untersuchung gegen das Unternehmen eingeleitet. Dabei soll es um eine Online-Plattform für den Kauf und Verkauf von Cannabis sowie einen Betrugswert von 100 Millionen Dollar gehen. Das Wall Street Journal hatte zuerst über die Vorwürfe gegen Wirecard berichtet. 

Der deutsche Zahlungsdienstleister könne dem Medienbericht zufolge einen „wesentlichen Anteil“ an einer Verschwörung gehabt haben. Zwei Geschäftsleute sollen in dem Fall bereits wegen Betrugs angeklagt sein. Es sei darum gegangen, US-Banken dazu zu bringen, Kreditkartenzahlungen für Marihuana-Produkte zu genehmigen. 

Wirecard-Skandal begann vor drei Wochen

Wirecard war vor rund drei Wochen in Schieflage geraten, nachdem das Unternehmen erneut seine Bilanzvorlage verschoben hatte. Kurz darauf wurde deutlich, dass der Zahlungsdienstleister ein 1,9 Milliarden Euro großes Loch in seiner Bilanz hat. Die Existenz des Geldes wurde mittlerweile von Wirecard angezweifelt. Wenige Tage später meldete die Wirecard AG Insolvenz an, der ehemalige CEO Markus Braun wurde festgenommen und ist derzeit gegen Kaution und weitere Auflagen auf freiem Fuß.  

Zuletzt wurde ein führender Manager aus Dubai festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Von dem ehemaligen COO Jan Marsalek fehlt allerdings nach wie vor jede Spur – auch er soll maßgeblich an dem mutmaßlichen Betrug beteiligt gewesen sein und soll sich Gerüchten zufolge in China aufhalten. Zuvor war berichtet worden, dass Marsalek sich auf den Philippinen aufhalte – hier sollen Beamte aber offenbar Papiere gefälscht haben, um ihn bei seiner Flucht zu unterstützen.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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