Deutschland-Chef Uli Kiendl im Interview

Oney: „Wir wollen Händler, denen Nachhaltigkeit wichtig ist“

Veröffentlicht: 12.03.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 12.03.2021
Oney

Zahlreiche Banken und Fintechs buhlen um die Gunst der Online-Händler und der Wettbewerb wächst. Neue Anbieter, die auf den deutschen Markt drängen, müssen sich von der Konkurrenz abgrenzen, der eigene USP scheint wichtiger denn je. Einer der neuen Wettbewerber ist Oney aus Frankreich. Die Bank gibt es bereits seit 1983, mit über 550 Partnern aus Handel und E-Commerce bringen die Franzosen viel Erfahrung mit.

In Deutschland ist Oney allerdings noch ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt. Das soll sich ändern, seit dem vergangenen Oktober ist die Bank auch in Deutschland aktiv. „Mit dem Markteintritt in Deutschland, dem drittgrößten E-Commerce-Markt in Europa, verfolgt Oney sein Ziel, ein europäischer Marktführer im Bereich Split-Payment-Lösungen zu werden und sein Angebot für Handelspartner und Verbraucher stetig zu erweitern“, erklärt das Unternehmen. Uli Kiendl, Geschäftsführer Oney Deutschland, erklärt im Interview, wie das gelingen soll, wen man ansprechen will und wie er die Konkurrenzsituation in Deutschland einschätzt.

„Positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten“

OnlinehändlerNews: Der Payment-Markt ist umkämpft. Was unterscheidet Oney von anderen Anbietern?

Uli Kiendl: Das Besondere an Oney ist die Unternehmens-DNA. Oney vereint auf einzigartige Weise die Expertise aus zwei Welten: Banking und Handel. Mit der französischen Großbank Groupe BPCE als ein Mehrheitseigner hat Oney gleichzeitig die starken Werte sowie eine langfristige Vision gemeinsam – und auch den Wunsch, einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Oney verfügt über mehr als 550 internationale Handels- und E-Commerce-Partner in zahlreichen Branchen, einige dieser internationalen Partner haben starkes Interesse, auch in Deutschland mit Oney zu arbeiten. Die Möglichkeit, unsere Bezahlmethoden in sieben europäischen Ländern über eine Schnittstelle anzubieten, ist ein starkes Differenzierungsmerkmal.

Sie sind im Oktober auch in den deutschen Markt eingestiegen. Wie sehen Sie die hiesige Konkurrenzsituation?

Buy Now, Pay Later is seit Jahren ein Standard im deutschen E-Commerce und einige Wettbewerber haben sich etabliert. Der Anteil dieser alternativen Bezahlmethoden am Gesamtvolumen wird weiter steigen, was den bestehenden Marktteilnehmern sicherlich zu Gute kommt, aber auch neuen Marktteilnehmern Möglichkeiten bietet.

Darum ist Oney gerüstet für den harten Konkurrenzkampf

Große Fintechs bestimmen den Markt, auch Handelskonzerne wie die Otto Group wollen beim Payment mitmischen. Ist es nicht ziemlich ambitioniert, als in Deutschland noch eher unbekannter Anbieter gegen die namhafte Konkurrenz anzutreten?

Die Oney Bank ist im Bereich Ratenzahlung Marktführer in Frankreich, Italien, Portugal und Rumänien. Wir haben fast 40 Jahre Erfahrung in diesem Geschäft und dadurch Expertise in allen Bereichen der Wertschöpfungskette, beispielsweise bei der Risikobewertung über unsere Tochtergesellschaft Oneytrust. Zudem sind wir nicht auf die Kooperation mit externen Banken angewiesen, was uns Wettbewerbsvorteile bringt. Wir sehen uns also durchaus in einer sehr wettbewerbsfähigen Position.

Wer ist Ihre Zielgruppe?

In Deutschland bieten wir eine Buy Now, Pay Later-Bezahllösung, die über alle Kanäle hinweg einsetzbar ist, also Omnichannel: Kauf auf Rechnung und Ratenzahlung. Deshalb richtet sich das Angebot von Oney an alle Einzelhändler – den physischen/stationären Handel genauso wie die E-Commerce-Händler. Unser Ziel ist dabei, sowohl unseren internationalen Kunden eine Lösung für Deutschland anzubieten als auch lokale Händler für unser Buy Now, Pay Later-Produkt zu gewinnen. Unter anderem wollen wir Händler als Partner gewinnen, denen das Thema Nachhaltigkeit besonders wichtig ist und welche einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten.

Die Buy Now, Pay Later-Produkte differenzieren sich durch hohe Akzeptanzraten, einfache Nutzung und die Möglichkeit, das Bezahlsystem in mehreren Ländern gleichzeitig einsetzen zu können. Die Oney Bank ist derzeit in zwölf europäischen Ländern präsent.

Ihr Buy Now, Pay Later-Konzept liegt aktuell im Trend, kürzlich startete auch Scalapay aus Italien mit einem ähnlichen Angebot in Deutschland. Sind die Deutschen empfänglich für so ein Angebot? 

Buy Now, Pay Later ist in Deutschland ein entscheidender Erfolgsfaktor für deutsche Händler. Der Anteil dieses Angebots an der Summe aller Bezahlmöglichkeiten wird weiter steigen und zukünftig in bestimmten Branchen auch vermehrt offline angeboten werden. Insbesondere Kauf auf Rechnung ist bei deutschen Endkunden sehr beliebt. 

Ziel für 2021: Etablierung von Oney in Deutschland

Was planen Sie für dieses Jahr in Deutschland? Welche Ziele haben Sie sich für 2021 gesetzt?

Oney Deutschland will allen Händlern eine Bezahlmöglichkeit an die Hand geben, mit denen sie ihren Kunden ein noch einfacheres und besseres Einkaufserlebnis bieten können. Die wichtigsten Ziele für das Jahr 2021 sind die Etablierung der Oney-Bezahldienstleistungen bei bestehenden internationalen Kunden sowie natürlich die verstärkte Akquise der lokalen Händler. Zudem wollen wir das Team von Oney Deutschland weiter ausbauen.

Welchen Einfluss hat die Coronakrise auf Ihr Geschäft und Ihre Pläne? Es herrscht ja die Meinung vor, die Pandemie begünstige das Online-Geschäft.

Durch die Pandemie haben E-Commerce-Händler und somit auch Online-Bezahldienstleister profitiert. Der Trend wird aus unserer Sicht weiter anhalten; hierzu hat Oney auch eine Studie veröffentlicht.

Vielen Dank für das Gespräch!


Uli Kiendl Oney

Uli Kiendl ist seit Oktober 2020 Geschäftsführer von Oney Deutschland und verantwortet damit den hiesigen Markteintritt und Geschäftsaufbau des Unternehmens, einer Tochtergesellschaft der französischen Oney Bank S.A.. Er verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen FinTech, Payments und Handel.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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