Unzer-CCO Robert Bueninck im Interview

Unzer will „mehr Services anbieten, die über das Payment hinausgehen“

Veröffentlicht: 22.04.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 22.04.2021
Kreditkarte

Seit dem 1. März heißt der Chief Commercial Officer von Unzer (wer lange keine Nachrichten gelesen hat: ehemals Heidelpay) Robert Bueninck. Bueninck arbeitete viele Jahre bei Klarna, war maßgeblich für dessen Wachstum in der DACH-Region verantwortlich. Nach mehr als acht Jahren war es nun „Zeit für einen Wechsel“, wie er selbst erklärte. Er ist zu einem Unternehmen gekommen, in dem sich nicht erst seit der Umfirmierung sehr viel dreht. Im OHN-Interview erklärt er, warum von einem der bekanntesten Payment-Anbieter der Welt zu einem Konkurrenten gewechselt ist, der erst noch in die Top 3 vorstoßen will, wie das gelingen soll und warum Payment allein nicht reicht.

OHN: Du willst Unzer „unterstützen, ein europäisches Schwergewicht im Payment zu werden“. Klarna hat diesen Status schon, könnte man sagen. Warum der Wechsel?

Robert Bueninck: Unzer ist eins der spannendsten Unternehmen im E-Commerce. Schnell wachsend und mit einer sehr guten Technologie. Zudem fand ich es äußerst interessant, wie Unzer den Händler stets in den Mittelpunkt stellt – also alle Maßnahmen mit dem Ziel durchführt, den Händler zu unterstützen. Gleichzeitig ist es bereits am Markt etabliert, aber mit ordentlichem Wachstumspotenzial. Von daher musste ich eigentlich gar nicht lange überlegen. Ich kann hier eine deutsche Tech-Erfolgsstory mitschreiben. Und Unzer deckt als ein Full-Service-Payment Provider die ganze Bandbreite des Payments ab – so sind meine Aufgaben und Ansprechpartner noch einmal facettenreicher.

Nicht nur Payment

Mirko Hüllemann hat große Pläne mit Unzer, zuletzt wurden sehr viele Zukäufe getätigt. Wie läuft da die Integration? Es klingt so, als bist du zu einem Unternehmen gekommen, das sich gerade in einem umfangreichen Change-Prozess befindet.

Ja und Nein. Tatsächlich ist die Integration der Zukäufe schon an vielen Stellen abgeschlossen. Auch wenn natürlich einige Details noch zu klären sind. Die Grundfeste für unser Payment-Geschäft ist geschaffen. Aber das ist nur der Anfang. Wir wollen unseren Händlern in Zukunft noch mehr Services anbieten, die über das Payment hinausgehen. Hier steht erst der wirkliche Change-Prozess an.

Welche Ziele hast du mit Unzer?

Unsere Maxime, von der sich alle strategischen Entscheidungen ableiten, ist es, unseren Kunden zu helfen, erfolgreich zu sein. Wir wollen ihnen möglichst alle Tools an die Hand geben, die sie brauchen. Und Prozesse so zu optimieren, dass die Kunden sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Daraus ergibt sich unser erklärtes Ziel, ein europäischer Champion im Payment zu werden. Wir wollen unter die Top 3! Wir haben bereits eine gute Position am deutschen und österreichischen Markt. Diese wollen wir natürlich noch ausbauen.

Ist eine neue Position jetzt inmitten der Corona-Pandemie nicht noch einmal eine ganz besondere Herausforderung?

Natürlich würde ich es mir wünschen, mehr meiner neuen Kollegen persönlich kennenzulernen. Das ging bisher nur im kleinsten Rahmen. Aber Unzer verfügt über eine hervorragende digitale Infrastruktur, so dass ich im eigentlichen Arbeitsalltag keinen großartigen Unterschied zu meinen üblichen Routinen bemerke. Trotzdem freue ich mich darauf, das ganze Team möglichst bald „face to face“ treffen zu können.

„Wir schauen auf uns“

Der Payment-Markt ist heiß umkämpft, derzeit drängen auch viele kleine Player in die Branche. Wo siehst du Unzer im Wettbewerb und wie wollt ihr euch von der Konkurrenz abheben?

Was wir anbieten, können so nur sehr wenige Anbieter am Markt: Durch unsere diversen Zukäufe können wir „End-To-End“-Payment anbieten: Dazu gehören etwa unsere Acquiring-Lizenz, der eigene Netzbetrieb und unser sehr breites Pay Later Portfolio. Der Gedanke hinter Unzer war damals: Wie sieht der ideale Partner für einen Händler aus? Egal ob online, am POS oder im Omnichannel. Alles, was mit Payment zu tun hat, bekommt ein Händler bei Unzer aus einer Hand. Perspektivisch soll er zudem, wie bereits angesprochen, Services abseits der Zahlungsabwicklung durch Unzer erhalten.

Stripe wird neuerdings mit 95 Milliarden US-Dollar bewertet. Wie hat man das bei Unzer aufgenommen? Ist so ein „Riese“ Konkurrent oder Vorbild?

Solche Investitionen sind erstmal auch immer ein gutes Zeichen, wie viel Potenzial im Thema Payment steckt. Aber wir schauen eigentlich nur auf uns. Solche Meldungen ändern nichts daran, an welchen Zielen wir arbeiten und wie wir diese erreichen wollen. Zumal – ironischerweise – auch im Payment Geld nicht alles ist. Wir haben ein super Team und sind technologisch sehr gut aufgestellt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Über den Autor

Christoph Pech
Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Christoph Pech

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.

Meistgelesene Artikel