Gastbeitrag von Nico Hüsch

Kryptowährungen – Wissenswertes zum Einstieg

Veröffentlicht: 02.09.2021 | Geschrieben von: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 02.09.2021
Kryptowährungen

Bitcoin, Blockchain, Kryptomining – die verhältnismäßig sehr junge Welt der Kryptowährungen entzieht sich noch dem Verständnis vieler Menschen. Der eigenen finanziellen Sicherheit zuliebe sollten Interessierte, die planen, auf den Zug aufzuspringen und in eine digitale Währung zu investieren, zuerst einige Dinge beachten.

Kryptowährungen gleich Bitcoin?

Viele denken bei Kryptowährungen sofort an Bitcoin. Dieser Krypto-Prototyp ist sicherlich die bekannteste Währung, aber nicht die einzige. Es gibt inzwischen hunderte weitere Währungen.

Bitcoin macht etwa 44 Prozent des Wertes aller Kryptos aus, die neun nächstgrößten Währungen wie Ethereum und Cardano teilen sich weitere 35 Prozent des Marktwertes. Somit haben die Top-10-Währungen einen Marktanteil von ca. 80 Prozent. Daran erkennen Sie, dass es Unmengen an noch sehr kleinen, neuen Währungen gibt.

Wie funktionieren Kryptowährungen?

Sie sind dezentrale Währungen, die nicht von Staaten und Zentralbanken gestützt und reguliert, sondern über komplizierte Rechenverfahren durch das Computer-Netzwerk der Krypto-Nutzer errechnet und kontrolliert werden. Dies gilt zumindest für Bitcoin und Co. Inzwischen gibt es bereits diverse andere Ansätze, die die anfängliche Idee der Blockchain etwas anders interpretieren.

Grundsätzlich sind Kryptos äußerst volatil und reagieren auf Faktoren wie Politik und Gesellschaft anders als herkömmliche Finanzprodukte.

Inzwischen unterscheiden sich die Kryptos in Funktionsweise und Anlageziel sehr stark. Während der etabliertere Bitcoin von einigen Menschen wie „digitales Gold“ verwendet wird, sind andere Kryptos wie etwa Dogecoin derzeit pure Spekulationswährungen für Zocker. Auch die europäische Zentralbank äußert bereits erste Überlegungen zu einer Blockchain-basierten Währung.

In Ländern, die unter einer hohen Inflation leiden, wie etwa Venezuela, kann eine Krypto-Währung sogar der letzte Ausweg sein, um die anhaltende Hyper-Inflation der Inlandswährung zu stoppen.

Währungsspekulation ist wirklich nur etwas für Profis. Für Sie (als Privatperson) ist ein Fokus auf Sachwerte wie Aktienfonds und Immobilien die ertragreichere/bessere Methode. Ein unabhängiger Finanzberater kann Ihnen dazu nähere Informationen geben.

Der Handel

Der Handel findet auf mehreren Plattformen statt. Händler brauchen dafür eine sogenannte Wallet, die als persönliche Zahlungsstelle fungiert. Die Wallet (Englisch für Geldbörse) hat einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Auch ist der gesamte Transaktionsweg verschlüsselt – ein Hauptmerkmal des Handels mit Kryptowährungen.

Die Wallet

Krypto-Wallets dienen der Aufbewahrung von Kryptos. Wer nur kaufen möchte, benötigt keine Wallet. Es gibt verschiedene Arten von Wallets, genannt seien einmal die „hot“ und „cold“ Wallets. Die „heißen“ Wallets sind mit dem Internet verbunden, die „kalten“ Wallets sind offline. Grundsätzlich bauen Wallets auf Trägermedien auf. Es gibt fünf Möglichkeiten, das digitale Vermögen zu verwahren:

  • Online
  • Auf Papier
  • Per Hardware (ähnlich einem USB Stick)
  • Am Desktop (Software)
  • Am Handy (App)

Achtung: Im Internet ist immer wieder zu lesen, dass Menschen ihr Krypto-Vermögen für immer verloren haben, weil sie die Hardware (den USB-Stick) verloren haben oder sich nicht mehr an ihr Passwort erinnern können.

Was ist die Blockchain-Technologie?

Die Blockchain ist grundsätzlich ein Datenregister. Über das Register werden Informationen übertragen bzw. verarbeitet – so auch Finanztransaktionen. Alle Informationen zu Transaktionen werden dann in einem Block gespeichert und an andere Informationsblöcke angehängt. Zusammen bilden sie eine nicht veränderbare und dezentrale Transaktionsdatenbank – die Blockchain. Der Verlauf aller Transaktionen ist für alle Nutzer einsehbar, was eine Vertrauensbasis gewährleistet.

  • Die dezentrale Art der Blockchain sollte nicht als Garantie für Anonymität gesehen werden. Es kam bereits vor, dass Behörden die Geldflüsse besser nachvollziehen konnten als im klassischen Geldsystem der Zentralbank.

Was muss vor dem Einstieg bedacht werden?

Der Handel mit Kryptos folgt bisher kaum den Regelungen, die den Handel mit traditionellen Finanzprodukten leiten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass beim Handel mit Kryptos mehr eigene Recherche- und Verwaltungsarbeit anfällt. Bevor man ans Handeln denkt, sollten unter anderem folgende Aspekte bedacht werden:

Fehlende Regulierung

Während traditionell mit Aktien und Devisen gehandelt wird, so bedeutet Handel mit Kryptowährungen die Transaktion ohne eine zwischengeschaltete Instanz wie eine Bank. Der Handel geschieht also außerhalb staatlicher Regulierungen und Kontrolle. Es gibt auch eigene Marktplätze für Kryptowährung, Binance ist der weltweit größte.

Risiken

Diese Art Handel ist nicht für alle geeignet, denn er bringt hohes Risiko mit sich. Dadurch, dass der Kurs ausschließlich von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, haben „klassische Faktoren“ wie politische Entscheidungen unter Umständen weniger oder mehr Einfluss.

Bei Kryptowährungen spielen andere Aspekte hinsichtlich der Preisentwicklung eine Rolle. Sie führen zu starken Schwankungen im Kryptokurs.

  • Einbindung: Inwiefern kann man die Währung im Zahlungssystem auch verwenden/ausgeben?
  • Medien: Wie werden Kryptowährungen in der Presse und anderen Medien dargestellt?
  • Marktsättigung: Wie viel Wert ist im Umlauf?
  • Sicherheitslücken: Wurden in letzter Zeit Sicherheitsprobleme offenbart oder potenziell gefährliche Angriffe auf das Netzwerk ausgeführt?
  • Wenn Sie kein Profi sind, dann gibt es etabliertere Märkte und Anlageformen, die eine gute Rendite bei bewertbarem Risiko tragen. Kryptos haben wohl eine große Zukunft vor sich, für Privatanleger sind sie aber noch mit sehr vielen Unsicherheiten und Risiken verbunden.

Spekulationen

Mit einem CFD-Konto (Contract for Difference-Konto), auf Deutsch Differenzkontrakt, kann spekuliert werden. Händler von Kryptowährungen spekulieren auf Preisbewegungen der Währungen oder kaufen diese über einen Handelsplatz. Man muss also die Währung nicht unbedingt kaufen, um spekulativen Handel zu betreiben.

Auch der klassische Markt zieht langsam, aber sicher nach. Demnächst sollen die ersten klassischen Aktienfonds offen handelbar werden, die sich auf Blockchain und Kryptos fokussieren.

Betrugsmaschen

Durch die fehlende Regulierung und Kontrolle von Seiten des Staates und der Banken sind Händler und Anleger selbst dafür verantwortlich, Transaktionen durchzuführen und Guthaben zu verwalten. Im Falle eines Betrugs oder Scams gibt es keine Instanz, die Hilfe und/oder Rückerstattung gewährleistet.

Es kam auch bereits vor, dass ganze Krypto-Währungen von einem Hackerangriff ausgelöscht wurden. Eigentlich sollte dies aufgrund der Technologie, die hinter Kryptos steht, nicht passieren, jedoch ist der Markt neu und unübersichtlich und dementsprechend noch ein Spielplatz für schwarze Schafe.

Fazit

Kryptowährungen sind dezentrale, digitale Währungen, die nicht derselben Kontrolle unterliegen wie gängige Finanzprodukte. Anfänger müssen sich vor dem Einstieg in den Handel darüber informieren, welche Eigenheiten die jeweiligen Kryptos haben und welche Gefahren eine Investition bzw. Spekulation mit sich bringt. Angebot und Nachfrage bestimmen den stark schwankenden Kurs und Händler spekulieren auf die Preisentwicklung.


Nico Hüsch

Über den Autor: Nico Hüsch ist unabhängiger Anlageberater und Geschäftsführer der Nico Hüsch GmbH. Das Unternehmen ist auf „Echte Anlageberatung“ spezialisiert und bietet seinen Kunden eine 100 Prozent Netto-zu-Netto-Analyse von unabhängigen Finanzberatern, bei der sämtliche Kosten, Inflation und Steuern einkalkuliert werden.

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