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Klarna will verhindern, dass Kunden sich übermäßig verschulden

Veröffentlicht: 08.03.2022 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 08.03.2022
Klarna-App auf einem Smartphone

Der schwedische Payment-Anbieter Klarna hat seine Produkte angepasst, um zu verhindern, dass sich Verbraucher übermäßig verschulden. Insgesamt kündigte das Unternehmen dafür fünf Produktänderungen in Deutschland an, „um das finanzielle Wohlergehen der Konsument:innen zu verbessern“. Unter anderem schafft Klarna sogenannte revolvierende Kredite ab und verdoppelt den Zahlungszeitraum für Rechnungen. 

„Klarna hat sowohl die Möglichkeit als auch die Verantwortung“

Die Änderungen seien bereits in anderen Märkten umgesetzt worden und hätten eine „deutliche Verbesserung“ gezeigt: Demnach seien Klarna zufolge die Mahngebühren und die Kontakte zum Kundenservice in den entsprechenden Märkten zurückgegangen. Der Payment-Anbieter will mit den Änderungen seine Konkurrenten in Deutschland auffordern, seinem Beispiel zu folgen. 

„Klarna hat sowohl die Möglichkeit als auch die Verantwortung, einen Wandel hin zu einer verbesserten finanziellen Situation der Konsument:innen weltweit voranzutreiben“, erklärt Sebastian Siemiatkowski, CEO von Klarna. Er sei überzeugt, dass sowohl Händler als auch Verbraucher von den Produktänderungen profitieren werden.

Das sind die Änderungen bei Klarna

Konkret nimmt Klarna diese Änderungen an drei Produkten vor, beziehungsweise führt diese neuen Produkte ein:

  • Pay Later (Kauf auf Rechnung): Der Zahlungszeitraum wird von 14 auf 30 Tage erweitert, um den Kunden „mehr Zeit und Flexibilität beim Bezahlen“ zu bieten und das Risiko zu senken, die Zahlung zu vergessen.
  • Pay in Drei: Kunden können die Zahlung damit auf drei zinsfreie Raten verteilen. Die erste Zahlung erfolgt beim Kauf, die weiteren Raten nach jeweils 30 Tagen.
  • Mehr kostenlose Zahlungserinnerungen: Insgesamt sollen Kunden sechs Mal per E-Mail, über die Klarna-App und per Post erinnert werden. Klarna will so Kunden dabei unterstützen, pünktlich zu zahlen. 

Folgende Produkte schafft Klarna ab:

  • Revolvierende Kredite: Klarna schafft alle unbefristeten Kredite ab und ersetzt sie durch feste Raten mit einem eindeutigen Enddatum.
  • Bezahlen im Monat X: Die gebührenpflichtige Option, bei der Kunden ihre Zahlung auf einen anderen Monat verschieben konnten, entfällt. Mit Pay Later 30 und Pay in Drei hätten Kunden Klarna zufolge bereits flexible Zahlungslösungen.

Einblick in Daten und Statistiken

Gleichzeitig zu den Produktänderungen will Klarna auch die Transparenz auf dem Markt erhöhen. Dazu hat das Unternehmen entschieden, Produktstatistiken und interne Kennzahlen künftig auf seiner sogenannten Wikipink-Seite zu veröffentlichen. So sollen Daten zur Nutzung der unterschiedlichen Klarna-Produkte, der Struktur der Mahngebühren und wie das Unternehmen Geld verdient, der Gestaltung des Mahnprozesses, der Bonitätsprüfung und Statistiken über die Nutzung der Produkte durch jüngere Verbraucher einsehbar sein. 

„All diese Initiativen sind Teil der globalen Ambition von Klarna, eine Vorreiterrolle hinsichtlich der Transparenz und dem Schutz der Konsument:innen wäjhrend ihres gesamten Einkaufs- und Zahlungserlebnisses einzunehmen“, erklärt das Unternehmen.

#KlarnaSchulden sorgte für Aufsehen

Klarna war durch den TikTok-Trend #KlarnaSchulden in die Schlagzeilen geraten. Dabei teilten vor allem junge Menschen auf TikTok Screenshots ihrer Klarna-App, in der die Summe ihrer Kredite sichtbar war. Teilweise erreichten die Schulden vierstellige Beträge. Klarna weist t3n zufolge allerdings den Vorwurf von sich, junge Menschen in eine Schuldenfalle zu treiben. Eigene Daten zum Umgang mit Mahngebühren und der Begleichung offener Rechnungen zeigen demnach, dass die jüngere Generation nicht leichtsinniger im Umgang mit Geld als andere Altersgruppen sei, betonte das Unternehmen.

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Über den Autor

Michael Pohlgeers
Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in unseren Multimedia-Formaten, dem OHN Podcast und unseren YouTube-Videos.

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