Gastbeitrag von Stephanie Hemmer

E-Rechnungen revolutionieren den Online-Handel

Veröffentlicht: 10.05.2024 | Geschrieben von: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 08.05.2024
E-Rechnung

In der Welt des Online-Handels suchen Unternehmen ständig nach neuen Wegen, ihre Prozesse zu optimieren und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Eine Innovation, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und für Unternehmen aller Größen zunehmend unverzichtbar wird, ist die elektronische Rechnung, kurz die E-Rechnung.

Im klassischen Sinne ist die E-Rechnung eine elektronische Rechnung, also ein PDF-Dokument, das online an den Empfänger übermittelt wird. 

Jedoch ändert sich einiges zum 01.01.2025: Dank des Wachstumschancengesetzes ist eine elektronische Rechnung ein strukturierter Datensatz, der maschinell ausgelesen werden kann. Erstmals wurde die E-Rechnung 2018 für den Einsatz im B2B- und B2G-Sektor eingeführt, jedoch sind auch diese im E-Commerce aktiv. Ab 01.01.2025 wird die Verpflichtung zum Empfang und zur Verarbeitung der E-Rechnung wirksam, die Pflicht zur Erstellung erfolgt mit Übergangsfristen zu einem späteren Zeitpunkt.

Dieser Blog-Beitrag wirft einen Blick darauf, wie die E-Rechnung den Online-Handel beeinflussen und welche Vorteile sowie Herausforderungen sie mit sich bringen wird.

Die Vorteile der E-Rechnung im Online-Handel

E-Rechnungen bieten sowohl für Unternehmen als auch für Kunden zahlreiche Vorteile. Für Unternehmen führt die Umstellung auf E-Rechnungen zu einer deutlichen Reduzierung des Papieraufwands und der damit verbundenen Kosten. Natürlich sind dies bereits Vorteile, die auch digitale Rechnungen mit sich bringen.

Aber die E-Rechnung geht noch einen Schritt weiter: Steuervereinfachungen und transparente sowie faire Wege werden durch die Vorschriften der E-Rechnung noch einmal unterstrichen. Umsatzsteuerlücken durch Vorsteuerabzugsbetrug und andere unlautere Steuervermeidungspraktiken werden somit der Vergangenheit angehören bzw. erheblich eingeschränkt werden. Reine PDF-Dokumente sind hierbei steuerlich nicht mehr ausreichend, da es vor allem auf den strukturierten Datensatz der Rechnungen ankommt.

Nicht nur werden Druck- und Versandkosten eingespart, sondern auch der administrative Aufwand für die Rechnungsbearbeitung wird erheblich reduziert. Durch die Digitalisierung des Rechnungsprozesses können Rechnungen schneller erstellt, versendet und verarbeitet werden, was die Effizienz steigert und den Zahlungsfluss beschleunigt.

Für Kunden bedeutet die Umstellung auf E-Rechnungen mehr Komfort. Sie erhalten ihre Rechnungen schneller, können diese einfach online einsehen und haben jederzeit Zugriff auf ihre Kaufhistorie. Dies fördert nicht nur die Transparenz, sondern erleichtert auch die Verwaltung und Archivierung von Rechnungen. Hinzu kommt, dass Unternehmen durch den Einsatz von geeigneter Software die maschinenlesbaren Datensätze verarbeiten und direkt an die zuständigen Finanzbehörden weiterreichen können.

Ein weiterer bedeutender Vorteil der E-Rechnung ist der Beitrag zum Umweltschutz. Indem Unternehmen auf den physischen Versand von Rechnungen verzichten, reduzieren sie ihren Papierverbrauch und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen.

Möglichkeiten des Versands von E-Rechnungen

Der Versand von E-Rechnungen kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Eine Möglichkeit ist die direkte Integration von E-Rechnungen in das E-Mail-System des Online-Händlers. Hierbei werden die Rechnungen als ZUGFeRD oder XRechnung per E-Mail an die Kunden gesendet.

Eine weitere Option ist die Nutzung von spezialisierten E-Rechnungsplattformen, die den sicheren Versand und die Verwaltung von E-Rechnungen ermöglichen. Diese Plattformen bieten oft zusätzliche Funktionen wie elektronische Signatur und automatische Archivierung, um die Rechtssicherheit der E-Rechnungen zu gewährleisten.

Hinzu kommt außerdem noch das Peppol-Netzwerk, das bislang als einzige Plattform eine Automatisierung von Maschine-zu-Maschine (M2M) unterstützt. Allerdings wird Peppol derzeit nur für E-Rechnungen verwendet, die sich an Auftraggeber richten, die an die Rechnungseingangsplattformen des Bundes ZRE und OZG-RE angebundenen sind. 

Herausforderungen und Lösungsansätze

Trotz der offensichtlichen Vorteile stehen Unternehmen bei der Einführung der E-Rechnung vor einigen Herausforderungen. Eine der größten Hürden ist die technische Umsetzung. Die Integration eines E-Rechnungssystems in die bestehende IT-Infrastruktur kann komplex sein und erfordert oft eine Anpassung der vorhandenen Geschäftsprozesse. Sind Sie noch dazu Online-Händler, müssen Sie auch für Ihr E-Commerce-Geschäft prüfen und sicherstellen, dass Bestellungen des B2B-Bereichs zukünftig mit einer E-Rechnung abgerechnet werden. Auch hier reicht eine digitale Rechnung als PDF nicht mehr aus.

Prüfen Sie daher unbedingt die Möglichkeiten Ihres Shops oder Marktplatzes. Nutzen Sie als Alternative eine Rechnungssoftware, die per Schnittstelle auf Ihre Bestelldaten zugreift und das richtige Format generiert. Zwar gilt die E-Rechnung nicht für Kleinbetragsrechnungen bis 250,- Euro, jedoch kann dieser Betrag bei größeren Warenkörben schnell überschritten werden. 

Hinzu kommt, dass vermutlich kaum eine Unterscheidung zwischen B2B und B2C über den Online-Shop möglich sein wird. Damit ein Online-Händler tatsächlich auf der sicheren Seite steht, sollten alle zukünftigen Rechnungen (über 250,- Euro) als E-Rechnung ausgewiesen werden.

Des Weiteren gibt es rechtliche Vorgaben zu beachten, die in verschiedenen Ländern für die Ausstellung und Archivierung elektronischer Rechnungen gelten.

Um diese Herausforderungen zu meistern, setzen immer mehr Unternehmen auf spezialisierte Anbieter von E-Rechnungslösungen. Diese bieten nicht nur die notwendige technische Infrastruktur, sondern unterstützen Unternehmen auch dabei, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Durch die Nutzung solcher Dienste können Unternehmen die Einführung von E-Rechnungen erheblich vereinfachen und von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren, ohne sich in die Komplexität der technischen Implementierung vertiefen zu müssen.

Software-Lösungen für E-Rechnungen

Für Online-Händler stehen zahlreiche Software-Lösungen zur Verfügung, die den gesamten Prozess der E-Rechnungsstellung und -verwaltung vereinfachen. Diese bieten oft Funktionen wie automatische Rechnungserstellung, Integration in Buchhaltungssysteme, elektronische Signatur und Compliance mit rechtlichen Anforderungen. Durch den Einsatz solcher Software können Online-Händler nicht nur Zeit und Ressourcen sparen, sondern auch sicherstellen, dass ihre E-Rechnungen den geltenden Vorschriften entsprechen und rechtlich bindend sind.

easybill als Rechnungssoftware unterstützt bereits die Erstellung von E-Rechnungen in Form des ZUGFeRD- und XRechnungsformates. Die Generierung der strukturierten Datensätze passiert hierbei automatisiert im Hintergrund, sodass es kein technisches Know-How zur E-Rechnung voraussetzt.

Die E-Rechnung als Digitalisierungs-Antrieb

Die Einführung von E-Rechnungen im Online-Handel bietet eine Vielzahl von Vorteilen, von Kostenersparnissen und Effizienzsteigerungen bis hin zum Beitrag zum Umweltschutz. Obwohl die Umstellung mit Herausforderungen verbunden ist, zeigen Lösungsansätze und die Verfügbarkeit spezialisierter Dienstleister, dass diese überwindbar sind.

Für Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben und ihren Kunden den bestmöglichen Service bieten möchten, ist die E-Rechnung daher kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. In einer immer digitaler werdenden Welt ist die Fähigkeit, Geschäftsprozesse zu digitalisieren und zu automatisieren, entscheidend für den Erfolg im Online-Handel.


Stephanie Hemmer

Über die Autorin: Stephanie Hemmer ist seit über einem Jahrzehnt fester Bestandteil im Team von easybill. Als Teil des Support-Teams hatte sie viele Jahre das Ohr direkt am Kunden und kennt somit die Situation kleiner und mittlerer Unternehmen genau. Dieses Wissen lässt sie seit ihrem Wechsel ins Marketing-Team in die wöchentlichen Blog-Beiträge einfließen, in denen sie komplexe Themen einfach und verständlich aufbereitet.

easybill ist eine cloudbasierte Rechnungssoftware, die sich durch eine einfache Anwendung, umfassende Funktionalität und der vielfältigen Anbindung durch Schnittstellen schon seit mehr als 16 Jahren am Markt behauptet. Aktuell nutzen mehr als 20.000 Kunden easybill aktiv zur Rechnungserstellung für jegliche Branchen und den E-Commerce.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Kommentare  

#1 Stefan 2024-05-13 11:32
Stehe ich bzgl. der "Vorteile" vielleicht auf dem Schlauch?
Gibt es noch Onlineshops, die nicht seit Jahren ihre Rechnungen per PDF verschicken? Außerdem können Rechnungen im PDF-Format doch schon lange von üblichen Buchhaltungspro grammen ausgelesen und weiterverarbeit et werden.
Das klingt für mich nach einer neuen Möglichkeit, dass uns jetzt monatlich X Euro von sogenannten "Spezialisten" abgeknöpft werden, die ein Standard PDF-Dokument um ein paar strukturierte Daten erweitern.
Oder lässt sich das ohne zusätzliche Kosten abbilden?
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