Der frühe Vogel

Eine kleine Änderung bei PayPal verärgert die deutschen Banken

Veröffentlicht: 12.06.2024 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 12.06.2024
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Guten Morgen!
Zum Start in den Tag gibt es die aktuellsten Meldungen aus der Branche im Überblick:

  • PayPal-Änderung macht deutschen Banken Arbeit
  • Deutschland nutzt Datenpotenzial nicht aus
  • Hälfte der Deutschen erhält Urlaubsgeld

 

Der US-amerikanische Zahlungsdienstleister PayPal hat seit 2007 eine europäische Banklizenz in Luxemburg. Doch eine 2022 getätigte Änderung stellt jetzt zunehmend ein Ärgernis für deutsche Banken dar. So wickelt PayPal seit dieser Änderung einen Teil der deutschen Zahlungsgeschäfte nicht mehr über die bisherige Partnerbank in Deutschland, sondern über seine eigene Bank, mit Sitz in Luxemburg, ab.

Die Änderung hat zur Folge, dass deutsche Banken am anderen Ende die betreffenden Zahlungen als Auslandszahlungen betrachten und einen deutlich größeren Prüfaufwand haben. Wie es bei Golem heißt, äußerten Insider gegenüber dem Handelsblatt, dass die deutschen Banken von diesem Mehraufwand wenig begeistert sind.

Fließt Geld zwischen deutschen Banken, sind die Prüfprozesse deutlich weniger aufwendig. Die Geldhäuser vertrauen dabei untereinander auf die jeweiligen Prüfungen, beispielsweise hinsichtlich möglicher Sanktionsverstöße. Wie viele deutsche Zahlungen PayPal mittlerweile selbst abwickelt, ist nicht bekannt, ein Unternehmenssprecher bestätigte aber, dass die „Umstellung schrittweise erfolgt“ – ergo geplant sei, das Volumen weiter zu steigern.

Deutschland hortet Daten und macht nichts damit

Daten sollten eigentlich eins der wichtigsten Güter des digitalen Zeitalters sein. Doch wie eine aktuelle Befragung von Bitkom zeigt, nutzen die meisten Unternehmen erhobene Daten kaum aus. So gehen lediglich sechs Prozent der insgesamt 603 befragten Unternehmen davon aus, das Potenzial der ihnen zur Verfügung stehenden Daten voll auszuschöpfen. Immerhin 31 Prozent schöpfen das Potenzial nach eigenen Angaben „eher stark“ aus, weitere 42 Prozent nutzen es dagegen „eher wenig“.

Ein Hauptgrund für die mangelnde Nutzung ist dabei die große Unsicherheit darüber, was erlaubt ist und wie man Daten legitim teilt. 58 Prozent der Unternehmen gaben dabei an, aufgrund des Datenschutzes keine Daten zu teilen, für 44 Prozent ist es die Unklarheit über rechtliche Vorgaben, 33 Prozent beklagen zudem Kompatibilitätsprobleme. Wie Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst anmerkt: „Die Datenökonomie ist ein Markt mit stark steigender Nachfrage und stagnierendem Angebot. So wird das auf Dauer nicht funktionieren.“

Die große Unsicherheit bezüglich der Rechtsvorgaben bestätigte jüngst auch eine Analyse der Wirtschaftsprüfer von EY und dem Centrum für Europäische Politik (CEP). Diese, sowie die neuen Ergebnisse von Bitkom, machen deutlich, dass sich Deutschland mit seinen strengen Regeln in Sachen Innovationen selbst ausbremst. So bestätigten 62 Prozent der durch Bitkom befragten Unternehmen, dass die bestehenden Regeln datengetriebene Geschäftsmodelle hemmen und Deutschland hierbei enorme wirtschaftliche Chancen verpasst.

Etwa die Hälfte der Deutschen erhält Urlaubsgeld

Wie eine regelmäßig durch das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführte Online-Befragung zeigt, bekommt auch in diesem Jahr fast die Hälfte der deutschen Angestellten einen Gehaltszuschuss für den Sommerurlaub. Lag der Anteil 2023 noch bei 47 Prozent, seien es im aktuellen Jahr 46 Prozent der Befragten, heißt es beim Spiegel.

Die Zuschüsse, welche meist mit dem Gehalt in den Monaten Juni oder Juli ausgezahlt werden, liegen je nach Branche und individuellem Vertrag zwischen 186 (Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern) und 2.686 Euro (Angestellte in der Holz- und Kunststoffindustrie). 

Da es keine gesetzliche Grundlage für die Sonderzahlung gibt, sind individuelle Vertragsverhältnisse sowie etwaige Tarifverträge entscheidend dafür, ob Urlaubsgeld gezahlt wird oder nicht. So erhalten von den Angestellten in der Privatwirtschaft, die einen Tarifvertrag haben, in 74 Prozent der Fälle einen Zuschuss, ohne Tarifvertrag können sich lediglich 36 Prozent über einen Zuschuss freuen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

 

Über die Autorin

Ricarda Eichler
Ricarda Eichler Expertin für: Nachhaltigkeit

Ricarda ist im Juli 2021 als Redakteurin zum OHN-Team gestoßen. Zuvor war sie im Bereich Marketing und Promotion für den Einzelhandel tätig. Das Schreiben hat sie schon immer fasziniert und so fand sie über Film- und Serienrezensionen schließlich den Einstieg in die Redaktionswelt.

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Kommentare  

#2 brrrrr 2024-06-16 11:57
wie sagte doch einst Mielke
und unterhielt im Hintergrund eine riesige Bespitzelungsmaschinerie:
"Ich liebe euch doch alle".
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#1 Die Datenkuh 2024-06-12 18:15
Was soll eigentlich dieser Kuhhandel mit Daten? Wie legitimiert sich der Anspruch, allein das Wissen über eine Person zu Profit zu machen?

Gehen Sie zu Ihren Nachbarn, halten die Hand auf und sagen, gegen Geld erzähl ich dir alles was ich über die anderen Nachbarn weiß?

Ich wünsche hier mal eine moralisch überzeugende Darstellung zu lesen, wie sich das Profitschlagen aus Wissen über fremde legitimiert.

Das, was Sie Geschäftsmodell nennen, heißt eigentlich Tratschen, lästern und PETZEN. Und das auch noch gegen Geld und ohne Gewinnbeteiligu ng für den Lieferanten. Ein extrem unlauteres Geschäftsgebare n.
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