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Paydirekt: 300 Millionen Euro Zuschuss?

Veröffentlicht: 26.10.2017 | Autor: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 26.10.2017 | Gelesen: 2525 mal

300 Millionen Euro Unterstützung soll Paydirekt bekommen. Die Sparkassen-Finanzgruppe soll selbst ein Drittel davon übernehmen. Mit dem frischen Geld will man PayPal endlich Konkurrenz machen.

Geldbeutel mit €-Zeichen
© pixfly – shutterstock.com

Paydirekt startete als Hoffnungsträger der deutschen Banken und Sparkassen und sollte PayPal schnell das Wasser abgraben. Doch seit dem Start des Payment-Dienstes konnte dieses hochgesteckte Ziel nicht erreicht werden. Auch wenn die Paydirekt-Führung immer wieder betont, dass man mit der Entwicklung zufrieden sei, bleiben Zweifel.

Muss Paydirekt-Chef Niklas Bartelt gehen?

Und auch die neuste Meldung kann an denen nichts ändern. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung und Finanz-Szene.de gibt es Pläne, Paydirekt mit einer Finanzspritze von rund 300 Millionen  Euro zu unterstützen. Ein Drittel des Gelds soll von den Sparkassen kommen. Da die örtlichen Sparkassen diesem Plan jedoch eher skeptisch gegenüberstehen dürften, sollen 100 Millionen an zwei Bedingungen geknüpft werden: So soll das Geld erst ausgezahlt werden, wenn auch die Privatbanken und die genossenschaftlichen Institute ebenfalls jeweils 100 Millionen Euro beisteuern und – so schreibt die SZ – der Paydirekt-Chef Niklas Bartelt seinen Stuhl räumt. So soll bereits seit einiger Zeit bei verschiedenen „Bezahlexperten“ vorgefühlt worden sein, ob Interesse an der Position bestehen würde. Laut einem Insider soll sogar der ehemalige Paypal-Deutschland-Chef Arnulf Keese angefragt worden sein.

PayPal noch in weiter Ferne

Dass es bei Paydirekt so nicht weitergehen kann, steht in der Finanzbranche außer Frage. Auf der Website von Paydirekt liest man von 1.323 Shops, bei denen man mit Paydirekt bezahlen kann. Die Anzahl der Kunden liegt bei 1,5 Millionen. Zuletzt machte Paydirekt mit zwei Meldungen auf sich aufmerksam. Zum einen wurde bekannt, dass die Otto Group Paydirekt integrieren will, wobei dafür rund zehn Millionen Euro als „Mitgift“ geleistet wurde. Zum anderen sorgte die sogenannte „Komfort-Registrierung“ für erhebliche Kritik.

Nun bleibt abzuwarten, ob Paydirekt die finanzielle Unterstützung erhalten wird oder nicht. Die SZ gibt jedoch zu bedenken, dass Paydirekt ohne das frische Kapital kaum in die Dimensionen von PayPal vordringen kann.

In eigener Sache: In der September-Ausgabe des Onlinehändler Magazins haben wir uns ausführlich mit der aktuellen Situation von Paydirekt beschäftigt.

Kommentare  

#1 Gerhard Kost 2017-10-27 08:19
Ich wollte immer bei Paydirekt sofort mitmachen. Bin aber gescheitert, da die Postbank nicht richtig beim Anmeldeprozess unterstützt hat.
Ein Riesen Antragsformular usw.

Bei Pay-Pal eröffnet man einfach und fertig. Die Postbank hat sowieso alle Daten SCHUFA usw. Bei Paydirekt gab es auch keinen Support

Sorry MFG Gerhard Kost
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