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„Wie könnte man nicht mit seinem Bruder ein StartUp gründen?“

Gründer-Gene: Geschwister-Paare im Online-Handel

Veröffentlicht: 27.02.2019 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 27.02.2019 | Gelesen: 1134 mal
Holidu Geschwister

Ich bin kein Einzelkind, sondern hatte das große Glück, mit einer älteren Schwester aufzuwachsen. Uns trennen nicht mal zwei Jahre, wir hatten meist ungefähr die selben Interessen und konnten uns gegen unsere Eltern verbünden. Das sind nur ein paar Gründe, warum ich dankbar bin, eine Schwester zu haben und sie als meine beste Freundin bezeichnen zu können. Dass wir uns so nahe stehen, liegt aber auch daran, dass uns räumlich gesehen exakt 357 Kilometer trennen. Eine Entfernung, die ich sehr schätze, aber auch in knapp drei Stunden überwinden kann, wenn ich das möchte. Ganz anders sieht das bei Johannes und Michael Siebers, Daniel und Pauline Koehler und Denis und Daniel Gibisch aus. Die drei Geschwisterpaare sehen sich täglich und sind zusammen den gemeinsamen Weg der Unternehmensgründung gegangen.

„Als Brüder sind wir immer sehr ehrlich zueinander“

Im Jahr 2014 haben Johannes und Michael Siebers zusammen Holidu gegründet. Die Suchmaschine für Ferienhäuser ist laut eigener Aussage inzwischen in über 201 Ländern vertreten und zählt zu den weltweit größten Preisvergleichsseiten in diesem Segment. Angefangen hat alles ganz klein vor vier Jahren in München, als die gemeinsame Urlaubsplanung unvorhergesehene Tücken mit sich brachte. „Wir wollten mit Freunden zum Surfen nach Portugal reisen und waren mit der Unterkunftssuche beauftragt. Dabei stellten wir fest, dass es unglaublich viele Plattformen gibt, auf denen die gleichen Häuser zu teilweise sehr unterschiedlichen Preisen und Verfügbarkeiten angeboten werden. Wir haben uns gefragt: Warum ist es so schwierig, ein Ferienhaus zu buchen, wenn es inzwischen doch leicht ist, einen Flug zum günstigsten Preis über Vergleichsportale zu finden?“, erzählt Johannes Siebers zu den Anfängen von Holidu.

Schon vor dieser Erkenntnis träumten beide davon, nicht nur etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, sondern auch zusammenzuarbeiten. Anschließend wurde mit der Entwicklung einer Bilderkennungstechnologie begonnen, die zuverlässig erkennt, ob ein und dasselbe Ferienhaus auf verschiedenen Portalen gelistet ist, und schon war die Vergleichsseite Holidu geboren. Inzwischen führt das Geschwisterpaar ein über hundert Mann starkes Team und sieht in der Tatsache, aus dem gleichen Elternhaus zu kommen, fast nur Vorteile.

„In einem StartUp kommt es ständig zu komplizierten und unvorhergesehenen Problemen, die in kurzer Zeit gelöst werden müssen. Festes Vertrauen sowie eine schnelle und direkte Kommunikation sind da sehr hilfreich. Als Brüder sind wir immer sehr ehrlich zueinander. Wir verstehen schnell, was der andere meint – und wie er es meint“, erklärt der 33-jährige Johannes. Und sein Bruder ergänzt: „Als Brüder vertrauen wir uns blind und wissen, wir können uns hundertprozentig aufeinander verlassen. Im Wagnis der Unternehmensgründung ist das nicht zu unterschätzen. Wenn man uns fragt, ‚wie kann man nur mit seinem Bruder gründen?‘, dann denken wir: ‚Wie könnte man nicht?‘“

In den Augen der Beiden haben es Geschwister bei dem schwierigen Unterfangen einer Unternehmensgründung sogar ein klein bisschen leichter, da man sich auf einer ganz besonderen Ebene verbunden fühle, die man wohl mit keinem anderen Geschäftspartner erreichen könne. Bei den beiden Brüdern spielte aber noch ein anderer Faktor eine weitaus wichtigere Rolle: gemeinsam in dieselbe Richtung zu blicken und ein Ziel vor Augen haben. „In einem StartUp erlebt man fast täglich Erfolge und Misserfolge. Mit einer vertrauten Person an der Seite wirft einen so schnell nichts aus der Bahn“, ergänzt Michael, der jüngere der beiden Siebers-Geschwister.

Intensive Diskussionen gehören zum Arbeitsalltag

Um für einen reibungslosen Alltag bei Holidu zu sorgen, haben die beiden ihre Zuständigkeiten klar abgegrenzt. Während Johannes als CEO alle Belange rund um Business Development, Finance sowie PR & Marketing verantwortet, leitet Michael als CTO das Technologie-Team, die technische Infrastruktur, die Business Intelligence sowie das technische Product Management. Diese klare Trennung der Aufgabengebiete fand ihren Ursprung bereits im Studium der beiden: Während Johannes auf BWL setzte, absolvierte Michael seinen Abschluss in Informatik. Schon damals hatten die beiden allerdings im Hinterkopf, dass sich beide Richtungen später einmal gut vereinen lassen könnten. „So unterschiedlich unsere Interessen und Fachgebiete auch sind ‒ auf der Geschäftsebene ergänzen wir uns perfekt“, erzählt Johannes.


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Mehr zu den Brüdern Johannes und Michael Siebers, wie die Geschwister Pauline und Daniel Koehler von WeddyPlace ihren Alltag meistern und warum Denis und Daniel Gibisch von Little Lunch erst lernen mussten, Privates und Berufliches zu trennen, kann im Onlinehändler Magazin Q1/2019 nachgelesen werden. Auf 144 Seiten haben wir uns außerdem mit dem großen Schwerpunktthema Zoll auseinandergesetzt und erklären ausführlich, was es mit dem neuen Umsatzsteuergesetz auf sich hat. Weitere spannende Themen umfassen das virtuelle Hausrecht, Marketingkampagnen für 2019 und den neuen Fulfillment-Service von Ebay.

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Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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