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#DHDL StartUp-Check

Von Fettpölsterchenglättern und Nasstüchern fürs Auto

Veröffentlicht: 14.04.2020 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 14.04.2020
Ayse Kök in der Höhle der Löwen

In der fünften Folge von „Die Höhle der Löwen“ geht es unter anderem um natürliche Haarpflege, Fettpölsterchenglätter und Zeltleinenmarkierungen. Wir werfen einen Blick auf die StartUps.

Capanova: Männerhaarpflege ohne Chemie

Benjamin Koch musste bei einer längeren Südamerika-Reise auf die örtlichen Haarpflege-Produkte zurückgreifen. Doch die waren „voll mit Chemie“, erklärt der Gründer. „Das war absolutes Gift für meine Haare und meine Kopfhaut.“ Aber auch in Deutschland war Koch auf der Suche nach Produkten ohne chemische Zusätze erfolglos. Mit Capanova präsentiert er nun vier Produkte, die das Natrue-Siegel tragen. In der „Höhle der Löwen“ hofft Benjamin Koch auf 400.000 Euro und bietet dafür 25,01 Prozent an seiner Firma.

Bei der Bewertung dürften die Löwen schlucken. Denkbar wäre ein Deal mit Judith Williams oder Ralf Dümmel, aber der Markt könnte sich als zu schwierig und die Produktpalette als zu klein erweisen. Bei dem Wort „Südamerika“ dürften auch Dagmar Wöhrl und der notorische Nicht-Investor Nils Glagau aufhorchen. Ob die beiden investieren, ist aber fraglich. 

GentleMonkeys: Nassreinigungstücher fürs Auto

Wer sein Auto oder sein Motorrad pflegen will, braucht bisher zahlreiche Produkte. Gerhard Pletschacher und Dustin Weidenhiller wollen das vereinfachen. Sie haben extragroße Nassreinigungstücher entwickelt, die nahezu alle glatten Oberflächen reinigen, polieren und versiegeln sollen – und das ohne Wasser. Von den Löwen wollen die GentleMonkeys-Gründer 150.000 Euro für 10 Prozent an ihrer Firma haben.

Seien wir ehrlich: Wenn Ralf Dümmel nicht investiert, macht es keiner. Das Produkt ist ein klassischer Fall für Mr. Regal und dürfte bei den anderen Löwen für wenig Begeisterung sorgen. Ob Dümmel die Bewertung bei so einem Produkt zu hoch ist, ist aber die andere Frage.

Ayse Byzanz: Der Fettpölsterchenglätter

Ayse Kök will „einen Problemlöser für alle Damen“ entwickelt haben: Bei Ayse Byzanz handelt es sich um einen Einsatz, der bei Abendkleidern und Corsagen eingenäht werden kann, um Fettpölsterchen im Rückenbereich und unter den Armen zu vermeiden. Kök bietet auch einen entsprechenden Einsatz für BHs, der im Alltag genutzt werden kann. Zehn Prozent an ihrer Firma will die Gründerin abgeben – für 150.000 Euro.

Das Produkt dürfte bei Judith Williams oder Dagmar Wöhrl Anklang finden. Auch Ralf Dümmel könnte an dem BH-Einsatz Interesse zeigen. Fragt sich nur, für wie sinnig die Investoren die Erfindung halten und ob das Produkt überzeugen kann. Die Bewertung ist dann natürlich die nächste Frage.

Sdui: Elternbriefe per App

Die drei Gründer Daniel Zacharias, Jan Micha Kroll und Timo Stosius haben mit Sdui eine Plattform entwickelt, die Lehrer, Eltern und Schüler miteinander verbinden soll. Unter anderem sollen über die App aktuelle Geschehnisse wie Stundenausfälle oder Raumänderungen von der Schulverwaltung versendet werden. Auch Elternbriefe können von den Lehrern digital an die Eltern übermittelt werden. Dazu kommen Chat- und Datenübertragungsfunktionen. Die Gründer verlangen eine Million Euro und bieten dafür 12,5 Prozent der Firma.

Die größte Frage ist, ob die Löwen den drei Gründern ihre Bewertung um die Ohren hauen. Daneben steht die Frage im Raum, wie die Schulen zur Nutzung von Sdui überzeugt werden sollen und wie die Chancen auf dem Markt sind. Frank Thelen dürfte mit den Gründern ein Wörtchen zu reden haben. 

RopeScout: Markierungen für Zeltleinen

Vladislav und Inna Falk wollen das Campen ein wenig sicherer machen und haben phosphorisierende Clips erfunden, die an Zeltleinen befestigt werden können. Damit sollen die Camper auch bei Dunkelheit nicht über die tückischen Leinen stolpern. In der „Höhle der Löwen“ hoffen sie auf 80.000 Euro, um ihr Produkt auf den Markt bringen zu können. 25 Prozent an RopeScout will das Gründer-Ehepaar dafür abgeben. 

Ein Produkt, das sich so einfach beschreiben lässt, wie der Dümmel-Deal sicher sein sollte. Bei den anderen Investoren dürfte das Interesse eher mäßig sein, die Gründer würden aber von Dümmel zweifellos am meisten profitieren.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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