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Der frühe Vogel

Corona-Hilfen: Großes Interesse von Kleinstunternehmen, aber nur wenige Anträge

Veröffentlicht: 11.08.2020 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 11.08.2020
Hilfe Buchstaben auf Geldturm

Um vor allem kleine Firmen in der Coronakrise finanziell zu unterstützen, wurden in den letzten Monaten allerhand Kredite und Corona-Hilfen ins Leben gerufen. Eine neue Studie offenbart nun, dass die Nachfrage von besonders kleinen Unternehmen an KfW-Krediten zwar noch immer sehr hoch ist, bislang aber nur wenige tatsächlich einen Antrag auf das Darlehen gestellt haben. Laut einer Studie von Barkow Consulting und Fincompare hat erst jedes 100. Unternehmen einen KfW-Kredit beantragt. Zwar belaufen sich die Anträge nach Informationen des Handelsblatts auf über 53 Milliarden Euro, diese verteilen sich aber nur auf rund 80.000 Anträge. Der größte Teil der Hilfsmittel entfällt auf große Firmen.

Dabei ist der Bedarf an Hilfsmitteln besonders bei kleinen Firmen sehr groß. „Gerade Firmen mit bis zu fünf Millionen Euro Umsatz und zehn bis 50 Mitarbeitern kommen derzeit häufig zu kurz“, so Timm Wege, Manager bei Fincomare. „Unser Eindruck ist, dass die Banken zögerlich sind. Einerseits weil ihr Risikoappetit gesunken ist, andererseits weil sie sich stark auf ihre Bestandskunden konzentrieren. Einige Institute haben uns signalisiert, dass sie erst Mitte oder Ende August wieder offen für Neukunden sind“.

Vor allem die Schnellkredite sind bei Kleinfirmen sehr beliebt, können tatsächlich aber nur von den wenigsten beantragt werden. Für das Darlehen, welches maximal 800.000 Euro betragen darf, müssen Unternehmen mindestens elf Mitarbeiter haben. „Knapp 90 Prozent der deutschen Unternehmen und Selbstständigen erfüllen dieses Kriterium eben gerade nicht“, betont Studienautor Peter Barkow. Dass es noch in diesem Jahr eine neue Antragswelle gibt, davon geht die KfW nicht aus. „Solange das Pandemie-Geschehen unter Kontrolle bleibt, gehe ich nicht von einer zweiten Welle bei den Antragstellungen aus. Schließlich sind auch viele Mittelständler dabei, sich an die neuen Umstände anzupassen“, so das Fazit der Chefvolkswirtin der Förderbank, Fritzi Köhler-Geib. 

Hier macht Amazon den meisten Umsatz

Im Heimatland USA kann der Online-Händler 69 Prozent und damit den Löwenanteil seines Umsatzes machen. Schon an zweiter Stelle, aber dennoch mit gehörigem Abstand folgt Deutschland mit immerhin acht Prozent. Wie aus einer neuen Statista-Grafik hervorgeht, folgen danach Großbritannien und Japan mit jeweils sechs Prozent. Der gesamte Rest der Welt kommt auf elf Prozent. Amazon versucht seine Marktmacht weltweit immer weiter zu stärken, erst vor wenigen Tag hat der US-Konzern einen eigenen Marktplatz in Schweden angekündigt.

amazum umsatz.

Ende des Sonntagsverkaufsverbots gefordert 

Während der Coronakrise mussten die stationären Geschäfte mehrere Wochen geschlossen bleiben, was zu erheblichen Umsatzeinbußen geführt hat. Um diese kompensieren zu können und vor allem eine Chance gegen den Online-Handel zu haben, sollen Läden künftig auch an Sonntagen geöffnet haben. „Die Bundesländer müssen das einseitig zulasten des stationären Handels wirkende Sonntagsverkaufsverbot kippen“, so die Forderung von Ludwig Veltmann vom Mittelstandsverband ZGV laut der Wirtschaftswoche. Laut dem Handelsverband sei es nicht mehr zu verantworten, dass dem stationären Einzelhandel durch die nicht mehr verhältnismäßigen Öffnungsrestriktionen weiterer Umsatz verloren gehe.

Über die Autorin

Corinna Flemming Expertin für: Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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