Der frühe Vogel

Gorillas-Vorbild Getir plant große Deutschland-Offensive

Veröffentlicht: 14.09.2021 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 14.09.2021
Getir-Fahrer

Der türkische Schnelllieferdienst Getir ist vor zwei Monaten in Berlin gestartet und will nun zügig in Deutschland expandieren. Gründer und Vorstandschef Nazim Salur erklärte laut Gründerszene gegenüber der Welt, dass er davon ausgehe, die Konkurrenten auf dem deutschen Markt überflügeln zu können. 

„In Deutschland haben wir Wettbewerber, die früher in den Markt eingestiegen sind als wir, aber wir kommen definitiv nicht zu spät“, so Salur. In Großbritannien und der Türkei sei Getir bereits Marktführer, dieses Ziel stehe nun auch hierzulande an.

Getir will in sechs weitere deutsche Städte expandieren. Zunächst stehe Hamburg auf der Liste, danach will das Unternehmen den Rhein-/Ruhr-Raum ins Visier nehmen und nach Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen expandieren. In Süddeutschland kämen Stuttgart, Nürnberg und München als Optionen in Betracht. 

Durch die Expansion will Getir zahlreiche Arbeitsplätze schaffen. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit gut 300 auf rund 1.000 steigen. Für die nächsten zwei Jahre plane Nazim Salur nach eigener Aussage mit 10.000 Arbeitsplätzen. Getir wurde 2015 in der Türkei gegründet und konnte innerhalb von drei Finanzierungsrunden rund eine Milliarde Dollar für das internationale Wachstum einsammeln. 

Brexit lässt britische Zölle auf EU-Importe steigen

Britische Unternehmen und Verbraucher haben einer Analyse zufolge zwischen Januar und Juli 2021 rund 2,2 Milliarden Pfund an Zollgebühren bezahlt. Das entspricht einem Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die Zeit berichtet. Zudem sei die Einfuhr von Waren bürokratischer, also komplizierter und aufwendiger geworden. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft UHY Hacker Young hatte Regierungsdaten für die Analyse ausgewertet.

Die hohen Zollgebühren entstehen durch die sogenannten Ursprungsregeln. Demnach werden Zölle auf Waren aus der EU fällig, die ursprünglich außerhalb der Union hergestellt wurden oder entsprechende Bestandteile enthalten. Waren, die vollständig in der EU hergestellt werden, sind weiterhin zollfrei – aber auch hier muss der bürokratische Aufwand erledigt werden.

Urteil in Amsterdam: Uber muss seine Fahrer fest anstellen

Der Fahrdienst-Vermittler Uber muss seine Fahrer in den Niederlanden als Mitarbeiter einstellen. Das hat dem Spiegel zufolge ein Gericht in Amsterdam entschieden. Demnach bestehe die Selbstständigkeit der Fahrer „nur auf dem Papier“. Für die Uber-Mitarbeiter gelte der Tarifvertrag für Taxifahrer. „Die rechtliche Beziehung zwischen Uber und den Fahrer erfüllt alle Merkmale eines Arbeitsvertrags“, so das Gericht.

Uber sieht in dem Urteil einen Schlag gegen die Gig-Economy. Das Unternehmen zeige sich „enttäuscht“, man wisse, „dass die überwältigende Mehrheit der Fahrer unabhängig bleiben möchte“. Deshalb wolle Uber gegen das Urteil Berufung einlegen – „im Interesse der Fahrer“.

Über den Autor

Michael Pohlgeers
Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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