Deutsches Kochboxen-StartUp Marley Spoon expandiert nach Australien

Veröffentlicht: 06.08.2015 | Geschrieben von: Christian Laude Test | Letzte Aktualisierung: 06.08.2015

Sechs einfache Schritte in 30 Minuten – länger soll angeblich kein Gericht für die Abonnenten benötigen. Das verspricht zumindest Marley Spoon auf seiner Seite. Das E-Food-StartUp kündigte seine vierte Expansion an. Australische Abonnenten sollen ab Ende des Jahres Kochboxen ordern können.

Gericht von Marley Spoon

© Marley Spoon - Screenshot

Ein Blick auf die Weltkarte verrät, dass sich von hier aus gesehen, Australien nicht gerade um die Ecke befindet. Keine weltbewegende Erkenntnis – doch erstaunlich, dass ein deutsches StartUp, das erst 2014 gegründet wurde, den großen Sprung ins Land der Kängurus und Dingos wagt. Ende des Jahres soll es laut Startup Daily in Sydney so weit sein.

Kochboxen inklusive Rezept und notwendige Zutaten

Marley Spoon hat sich darauf spezialisiert, Kochboxen mit Rezepten und Zutaten für ihre Kunden zu erstellen und an diese zu liefern. Das Prinzip von Marley Spoon ist so simpel wie interessant: Während die meisten E-Food-Shops bereits fertig zubereitete Gerichte entweder aus der vermeintlich alltäglichen beziehungsweise gehobenen Küche verschicken, richtet sich Marley Spoon an Menschen, die Spaß am Kochen haben.

Diese Kochbegeisterten bezahlen einen festen Preis pro Woche, der je nach Umfang der Kochbox variiert. Dabei kann zwischen zwei und acht Personen sowie zwei oder drei Mahlzeiten pro Woche gewählt werden. Vorab wird der Kunde über die anstehenden Gerichte per E-Mail informiert, sodass niemand von Gerichten überrascht wird, die normalerweise nicht im Kochtopf landen würden.

Nachhaltigkeit auch bei Marley Spoon relevant

Marley Spoon liefert die Kochboxen an zwei Wochentagen aus, wobei auch hier die Auswahlmöglichkeit zwischen morgens und abends besteht und der Erhalt nahezu gesichert wird. Empfindliche Zutaten wie Fisch, Fleisch und Milch sollen innerhalb der Boxen 30 Stunden lang auf zwei bis vier Grad Celsius gekühlt werden und folgend mindestens vier Tage lang im Kühlschrank frisch bleiben. So kann der Konsument selbst entscheiden, wann er sich dem jeweiligen Gericht widmet.

Kochbox

© Marley Spoon - Screenshot

Nachhaltigkeit als einer der Leitbegriffe unserer Generation wird auch bei Marley Spoon laut eigenen Angaben groß geschrieben. Sämtliche Zutaten sollen aus ökologischem Anbau stammen, wobei auch auf eine artgerechte Tierhaltung geachtet wird. Auch bei den Kühlboxen, die im Allgemeinen immer fortschrittlicher werden, steht das Thema Nachhaltigkeit an erster Stelle: Verpackungsbänder auf Papierbasis, wiederverwendbare Kühlpads und regenerative Schafswolle als Dämmmaterial sorgen hier für eine nachhaltige Produktionskette.

Schnelle Expansion von Marley Spoon

Das System von Marley Spoon scheint sich durchzusetzen. Mit Australien stößt bereits der fünfte Markt dazu, nachdem der Lieferdienst bereits hierzulande, den Niederlanden, Großbritannien und den USA verfügbar ist. Der ehemalige Delivery Hero-Geschäftsführer Fabian Siegel konnte sich laut Startup Daily im April 3,5 Millionen Dollar für sein selbst gegründetes Unternehmen Marley Spoon sichern.

Australien soll dabei der nächste logische Schritt für die Expansion des StartUps gewesen sein, wie Dave Malcolm, dortiger Geschäftsführer von Marley Spoon, gegenüber Startup Daily verrät: „Der Lebensmittelmarkt in Australien ist unglaublich konkurrenzfähig und es gibt einen Bedarf an Auswahlmöglichkeiten für den Kunden.“ Anstatt die fertige Mahlzeit einfach nur geliefert zu bekommen, seien die Australier eher am Kocherlebnis selbst interessiert, so Malcolm. Ein Indikator dafür sei die hohe Anzahl an Kochshows im Fernsehen, was wohl mit dem Hype hierzulande zu vergleichen ist.

Auch auf dem australischen Markt tritt Marley Spoon als direkter Konkurrent des erfolgreichen HelloFresh an. Das StartUp von Rocket Internet hat sich ebenfalls darauf spezialisiert, Kochboxen für seine Abonnenten zu kreieren und zu verschicken.

 

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