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„Investigatives Crowdsourcing“ – in Schwärmen recherchieren

Veröffentlicht: 13.06.2012 | Autor: Redaktion | Letzte Aktualisierung: 13.06.2012

Dabei handelt es sich um Internetphänomene, die in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich waren. Crowdfunding ist eine interessante Möglichkeit der Finanzierung von Geschäftsideen und Projekten. Auf Portalen wie Inkubato, Startnext und VisionBakery können kreative Köpfe nach einer Vielzahl von Investoren suchen, um auf diesem Weg eine Idee umzusetzen.

Crowdsourcing

Crowdsourcing ist die Zusammenarbeit einer freiwilligen Community an einem gemeinsamen Projekt – dieses Prinzip hat beispielsweise Wikipedia großgemacht. Auch die Aufdeckung des Plagiats des ehemaligen Verteidigungsministers auf der Website GuttenPlag Wiki wurde von einem Schwarm Freiwilliger getragen.

Nun will einer der Initiatoren von GuttenPlag, der unter dem Pseudonym PlagDoc auftritt, zusammen mit dem Journalisten Martin Kotynek ein Portal für „investigatives Crowdsourcing“ ins Leben rufen. Unter dem Titel „Schwarmgedanken“ stellen sie ihre Gedanken zu einem solchen Projekt zur Diskussion.

Es soll eine Recherche-Plattform einstehen, bei der Interessierte in ihrer Freizeit aktuelle Themen tief gehend recherchieren und möglicherweise überraschende Neuigkeiten aufzudecken, kurz gesagt: „im Netz gemeinsam mit Gleichgesinnten die Wahrheit zu ergründen“.

Neue Wege der Medien

Weiter heißt es in dem Beitrag „Fukushima, die Euro-Rettung, der Berliner Flughafen – zuletzt hätte es einige Themen gegeben, die sich auf einer Recherche-Plattform gemeinsam untersuchen ließen“. Als Schlagwort verwenden PlagDoc und Martin Kotynek den Begriff „investigatives Crowdsourcing“ und liefern auch gleich den Versuch einer Definition:

„Viele Mithelfer untersuchen in einem kollaborativen Prozess – selbstorganisiert unter zentraler Moderation – auf einer Recherche-Plattform im Netz gemeinsam komplexe Problemstellungen. Motiviert sind sie aus Interesse an einem Thema und dem Wunsch, gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken.“

Die kollaborative Plagiatsdokumentation im Internet kam nach den Fall Guttenberg nie ganz zum Erliegen. Seit der Aberkennung seines Doktortitels und dem Rücktritt als Verteidigungsminister findet beispielsweise auf der Website VroniPlag Wiki weiterhin die kritische Auseinandersetzung mit Dissertationen von bekannten Persönlichkeiten statt.

Ein umfassendes Portal zur aufdeckenden Recherche von Themen aus den verschiedensten Bereichen könnte die Informationsstruktur unserer Gesellschaft und den Journalismus tief greifend verändern. Ob und wie es ins Leben gerufen wird – diese Diskussion wurde nun durch „Schwarmgedanken“ angestoßen.

Problematische Fragestellungen sind dabei unter anderem die Arbeitsweise, der Umgang mit „Störenfrieden“ und die Förderung durch eine Stiftung.

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