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AngelCab-Gründer Luis Karger: „Wir würden wieder in der Höhle der Löwen antreten.“

Veröffentlicht: 16.10.2015 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 16.10.2015 | Gelesen: 6515 mal

In der Höhle der Löwen stellten die beiden Brüder Luis und Vinzent Karger ihr junges Kinderwagen-StartUp AngelCab vor. Für die handgefertigten Kinderwagen aus nachhaltigen Materialien zeigte sich zwar jeder der Investoren begeistert, ein Investment gab es für AngelCab aber nicht – zu aufwendig und wenig skalierbar sei die Handproduktion. Wir haben mit Luis Karger über seine Erfahrungen in der Sendung und die Zeit danach gesprochen.

Luis und Vinzent Karger

Luis und Vinzent Karger würden auch ein weiteres Mal in der Sendung antreten (Foto: © AngelCab)

OnlinehändlerNews: Luis, in der Höhle der Löwen hat es leider nicht für ein Investment gereicht, obwohl die Löwen allesamt von AngelCab begeistert waren. Wie war dieser Pitch für euch?

Luis Karger: Wir haben zwar kein Investment bekommen, allerdings waren die Kritiken durchgehend positiv. Klar war uns schon vor der Aufzeichnung bewusst, dass unsere Unternehmung keinen klassischen Investment Case darstellt. Die Skalierbarkeit ist schlichtweg eine andere, als es beispielsweise bei einer Handy-Tasche der Fall wäre. Trotz alledem können wir seit der Gründung ein qualitativ hochwertiges, starkes Wachstum verzeichnen.

Was hat sich bei AngelCab seit Aufzeichnung und Ausstrahlung der Sendung getan?

Zuerst ist zu sagen, dass unser Pitch vor den Löwen schon Anfang Februar aufgezeichnet wurde. Das ist eine unheimlich große Zeitspanne für ein junges Unternehmen gleich unserem. Seitdem ist also viel passiert: Wir konnten unsere Produktionsprozesse stark optimieren, sodass wir jetzt auch größere Stückzahlen produzieren können. Weiter haben wir einen kompletten Relaunch unserer Website durchgeführt. Kreativität und Performance stehen jetzt in einem guten Spannungsverhältnis.

Aufgrund der hohen Material- und Herstellungskosten können wir AngelCab-Kinderwagen nur direkt vertreiben. Abgesehen von den vielen Vorteilen gibt es auch einen entscheidenden Nachteil: die kostenintensive Generierung von Reichweite. Unsere Produktvorstellung bei der Höhle der Löwen hat uns da natürlich in die Karten gespielt. Durch das unheimlich große mediale Interesse konnten wir unsere Reichweite immens steigern.

AngelCab scheint bei den Zuschauern für reges Interesse gesorgt zu haben. Das konnten wir zumindest während der Sendung beobachten. Habt ihr durch die Sendung neue Kundschaft gewonnen?

Abgesehen von der großen Anzahl an Bestellung, haben sich auch viele Leute gemeldet, die einfach nur begeistert von unserem Konzept waren. Das freut uns natürlich, zeigt es doch, dass wir mit unserem Produkt, unserer Philosophie genau richtig liegen.

Ein großer Kritikpunkt der Löwen war, dass ihr eure Wagen selbst fertigt und es damit vergleichsweise ineffizient und teuer wird. Wie nehmt ihr diese Kritik auf?

Diese Kritik ist nur ansatzweise richtig. Klar haben wir höhere Herstellungskosten. Klar können wir nicht mit der Produktionsmenge anderer Kinderwagenhersteller mithalten - das erwartet allerdings auch niemand. Klar ist aber auch, dass uns preislich gesehen nichts von anderen Premiumkinderwagen-Herstellern unterscheidet. Allerdings mit dem Vorteil, dass wir dem Kunden einen Kinderwagen aus hochwertigen, natürlichen Materialien anbieten können. Der Mehrwert ist also enorm.

Habt ihr bereits Pläne für die nahe Zukunft, was die Entwicklung von AngelCab angeht?

Wir haben unsere Kinderwagen weiterentwickelt und bieten ab Januar 2016 noch ein weiteres Gestell an, welches für das urbane Leben konzipiert ist. Da wir stets daran interessiert sind, unsere Produkte und Prozesse nachhaltiger zu gestalten, sind demnächst auch ein paar Erweiterungen verfügbar, welche den Produktlebenszyklus verlängern.

Würdet ihr nochmal an der Sendung teilnehmen?

Auf jeden Fall! Mit einem coolen Produkt, einer coolen Idee kann man als StartUp nur gewinnen. Das eingesparte Werbebudget ist gigantisch. Es muss einem allerdings bewusst sein, dass die Situation nach der Ausstrahlung nicht die Regel ist. So ist die größte Herausforderung, aus dieser Situation einen nachhaltigen Nutzen zu ziehen.

 

Vor Ausstrahlung der Sendung hatten wir bereits mit den Brüdern über ihre Vorbereitungen auf den Auftritt gesprochen. Das Interview können Sie hier nachlesen.

 

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