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#DHDL – Wer ist eigentlich Frank Thelen?

Veröffentlicht: 05.09.2017 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 05.09.2017

Frank Thelen gehört definitiv zu den außergewöhnlichsten Branchenexperten, die die Online-Welt aktuell zu bieten hat. Warum das so ist und was ihn als Juror in „Die Höhle der Löwen“ qualifiziert? – Wir haben den Unternehmer mal beleuchtet.

Frank Thelen: Juror bei Die Höhle der Löwen
© MG RTL D / Robert Grischek

Baujahr: 1975, Geburtsort: Bonn, Beruf: Unternehmer, Gründer, Investor. – Das sind die Basisfakten über Frank Thelen, die dennoch nicht einmal ansatzweise das riesige Spektrum widerspiegeln, in dem Thelen mitmischt. Während er vielen Zuschauern von „Die Höhle der Löwen“ womöglich nur als einer der Juroren bekannt ist, ist er in der Digital- und StartUp-Szene einer der namhaften Player.

Thelen gilt als erfolgreicher Gründer

Mit 18 gründete Frank Thelen sein erstes Unternehmen – eine Multimedia-Plattform, die unter anderem im Deutschen Bundestag zum Einsatz kam. In den Jahren darauf folgten zahlreiche weitere Unternehmensgründungen, die zum Teil Millionengelder an Wagniskapital erhielten oder sich zum Weltmarktführer aufschwangen und für viele Millionen an einen namhaften Konzern verkauft wurden.

Nach Angaben von Vox hat Thelen in den zwei Jahrzehnten, in denen er selbst als Gründer aktiv ist, „mit seinen Produkten über 100 Millionen Kunden in mehr als 60 Ländern erreicht“.

Frank Thelen wünscht sich mehr Geld

Mit diesem gründererfahrenen Background eignet sich Thelen bestens als Juror bei „Die Höhle der Löwen.“ Und grundsätzlich zeigt sich der Unternehmer auch durchaus bereit, größere Summen in erfolgversprechende StartUps zu pumpen. So investierte er laut Gründerszene beispielsweise 2014 100.000 Euro in das Spielzeugunternehmen Meine Spielzeugkiste, 2015 mehr als 33.000 Euro in den Suppenanbieter Little Lunch und 2016 300.000 Euro in den Gewürzspezialisten Ankerkraut.

Doch trotz der durchaus beachtlichen Investitionen scheint Thelen noch mehr geben und unterstützen zu wollen. – Mehr Investitionen, mehr Starthilfe für noch mehr Gründer. Sein Privatvermögen soll (mit Stand 2015) nach eigenen Aussagen bei mehr als 10 Millionen Euro liegen. Dass dies aber durchaus nicht reicht, machte er in einem kürzlich veröffentlichten Interview mit dem Stern deutlich. Hier sagte er: „Ich habe nicht genug! Ich will viel mehr. Ich brauche Geld, damit ich noch mehr Unternehmens-Gründer, noch größere, verrücktere, ambitioniertere Projekte unterstützen kann. Momentan kann ich maximal eine halbe Million Euro pro Startup riskieren.“

„Dein Startup muss dein Leben sein“ 

Und wie genau muss ein StartUp beschaffen sein, damit Thelen sich als Investor hergibt? Worin liegt der Erfolg von Jungunternehmern begründet? – Schon auf seiner eigenen Website macht der Unternehmer deutlich, wie er die Gründerwelt sieht: „Dein Startup muss dein Leben sein. Alles andere ist zweitrangig“, steht dort in großen Lettern auf der Startseite.

Und auch in besagtem Interview mit dem Stern lässt er keinen Zweifel an seiner Einstellung: „Den meisten fehlt das Getrieben-Sein. Wer ein Startup baut, geht durch die Hölle. Er muss in den ersten vier, fünf Jahren alles andere nach hinten schieben, Gesundheit, Familie. Es zählt nur eins: Kommt mein Produkt an den Markt – und hält es sich? Alles andere ist Priorität B“, sagte er dort. Kritisch sieht er den fehlenden „Killerinstinkt“ vieler Gründer – es müsste er mehr wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg geben, die genau wüssten, worauf es ankommt.

Thelen kritisiert fehlende Digitalisierung

Die kritische Sicht auf die zu lasche Einstellung mancher Gründer ist nicht die einzige Kritik, die Thelen des Öfteren verlauten lässt. Er gilt als strikter Verfechter der Digitalisierung und mahnte in der Vergangenheit immer wieder vor dem Fehlen entsprechender Digitalisierungsstrategien und -strukturen. Auf die Frage, wie es um die Digitalisierung Deutschlands beschaffen sei, sagte er dem Branchenportal Wired: „Ich fürchte, dass wir da schlecht aufgestellt sind.“ Ein Beispiel: Sowohl die Automobilindustrie als auch Zulieferindustrie sei „null digitalisiert! Also wirklich: null.“ Ähnlich sehe es im Bankensektor aus.

Mit Blick auf die Unternehmen sei es wichtig, mehr zu tun, neue Startegien zu entwickeln und sich nicht auf alten Produkten auszuruhen. „Wir müssen zu einer Mentalität kommen, die der von Jeff Bezos oder den Google-Gründern entspricht, und die lautet: ‚Sag mir, was mich morgen töten wird, dann mache ich es vorher selbst groß.‘“ – Alles in allem geht es also darum, aktiv an Paradigmenwechseln mitzuarbeiten. Denn nur so läuft man nicht Gefahr, mit überholten Methoden zu scheitern und vom Neuen überrollt zu werden.

In diesem Sinne sollten StartUps ausgefeilte Digitalstrategien vorweisen können, um sich Geld von Thelen zu erhoffen.

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