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Everysize bei DHDL: „Für uns geht es nicht nur um den finanziellen Part.“

Veröffentlicht: 02.10.2017 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 02.10.2017

Die Schuh-Suchmaschine Everysize nutzt die Schuhgröße als Faktor für die Suche nach den perfekten Schuhen. Die drei Gründer hoffen in der „Höhle der Löwen“ nun auf ein Investment.

Everysize bei DHDL
Foto: MG RTL D / Frank Hempel

OnlinehändlerNews: Sie stellen die Schuhgröße und keine Marke oder Farbe bei der Schuhsuche in den Vordergrund. Wie kommt dieser Ansatz bei den Kunden bisher an?

Everysize: Unsere Lösung klingt im ersten Moment sehr einfach und naheliegend, aber wir treffen damit offensichtlich den Zahn der Zeit. Wir bekommen fast ausschließlich positives Feedback und das merken wir auch an den Nutzerzahlen. Unsere Wiederkehrrate liegt bei 50%, sprich jeder Zweite kommt von sich aus nochmal auf unsere Seite!

Die Menschen bestätigen damit das was wir auch sehen – für den Kauf entscheidend ist in erster Linie nicht der Preis, die Marke oder die Farbe. Sondern einzig und allein die Größe. Man kauft sich keinen Schuh zwei Nummern kleiner nur weil er 50% reduziert ist.

Neben dem schnellen und einfachen Durchsuchen der wichtigsten Online-Shops nach der eigenen Größe, kommt auch die Produktdarstellung auf everysize sehr gut an. Anders wie die meisten Produktsuchmaschinen, bündeln wir auf der Produktseite die einzelnen Shops und zeigen schön übersichtlich welcher Anbieter aktuell welche Größe auf Lager hat und vor allem zu welchem Preis. Somit dient everysize auch als praktischer Preisvergleich. Den mittlerweile auch einige Händler nutzen um einen Überblick zur Preislage bei den Mitbewerbern zu bekommen ;)

Welcher „Löwe“ erschien Ihnen im Vorfeld als besonders interessant?

Allen voran natürlich Frank Thelen. Für uns geht es nicht nur um den finanziellen Part. Viel wichtiger ist uns ein Partner, der uns bei der Skalierung hilft. Dazu brauchen wir ein Team mit „Knowledge“.

Mit reinem Venture Capital erreichen wir nicht unsere gesteckten Ziele in dem gewünschten Zeitraum. Ein Team mit Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen, ist das was uns unter anderem hilft, everysize groß zu machen.

Aber auch mit Carsten Maschmeyer würden wir uns gerne mal ausführlich über seine Expertise im Online-Geschäft unterhalten.

Der Schuhmarkt ist riesig. Wie groß ist der Konkurrenzdruck für Sie in diesem Marktsegment?

Der Online-Schuhmarkt ist tatsächlich riesig – dadurch macht everysize ja umso mehr Sinn. Wir sind regelmäßig verwundert, wenn sich ein neuer Shop von einem uns bisher unbekannten Unternehmen  meldet. Trotz unserer jahrelangen Erfahrung in diesem Segment, scheint es als würden selbst wir nicht alle Anbieter kennen.

Auch Produktsuchmaschinen und Preisvergleiche gibt es schon reichlich am Markt. Allerdings funktionieren diese zu 90% gleich und bieten aus unserer Sicht keinen nennenswerten Vorteil für den Endkunden.

everysize ist die erste Produktsuche, die die Größe in den Fokus stellt und die jeweiligen Produkte auf Modellebene bündelt.

Inwiefern unterscheidet sich „Die Höhle der Löwen“ für Sie von einem gewöhnlichen Pitch?

Da wir für everysize vor den Aufnahmen zu DHDL noch nirgendswo gepitcht haben, können wir das nur schwer beantworten. Eine besondere Situation in der man sich erst einmal zurechtfinden muss, ist der Pitch bei DHDL auf jeden Fall. Gefühlt 50 Kameras um einen herum, Kameraleute mit Steady-Cams die auf der Bühne teilweise vor dir umherlaufen und sehr helle Strahler. Aber nach 3 Minuten ist das alles an sich auch vergessen und du konzentrierst dich nur noch auf die Fragen der Löwen.  Bei einem gewöhnlichen Pitch geht es sicher ruhiger zu und man wird seltener unterbrochen. Die Löwen haben sich bei unserem Pitch zum Teil gegenseitig unterbrochen oder gleichzeitig Fragen gestellt.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Zu allererst haben wir uns immer wieder überlegt wie wir den Pitch aufbauen möchten und mehrere Versionen erstellt.  Dann haben wir immer wieder geübt und schließlich vor Freunden vorgetragen. Parallel haben wir uns alle zur Verfügung stehenden Folgen aus der Vergangenheit angeschaut und die Fragen notiert, die die Löwen immer wieder stellen. Danach haben wir uns ausgiebig überlegt welche Fragen uns gestellt werden könnten und vor allem was wären mögliche Punkte die kritisiert werden könnten. All diese Fragen haben wir uns zu dritt beantwortet und sind sie immer wieder durchgegangen. Natürlich haben wir auch versucht unser Rhetorik, Köperhaltung und Ausdruck zu reflektieren und daran zu arbeiten. Vor allem mein Bruder und ich sind bekannt dafür sehr schnell zu sprechen. Er hat sich am Ende wohl etwas besser vorbereit als ich.

Wie haben Sie sich und Ihre Website seit der Aufzeichnung der Sendung auf die Ausstrahlung vorbereitet?

Seit der Aufzeichnung Ende Januar hatten wir alle Hand zu tun. Wir mussten erst einmal eine Bestandsaufnahme durchführen und zwar technisch als auch organisatorisch. Wie viele gleichzeitige Besucher schaffen die Server? Wie schnell können wir hunderte oder tausende Anfragen beantworten? Wie gut sind unsere Partner-Shops aufgestellt? Halten auch diese den Ansturm aus? Wir haben dann relativ schnell festgestellt, dass wir sehr viel Arbeit vor uns hatten. In Sachen Skalierung haben wir uns dann die Jungs von Yay! Digital zur Hilfe genommen – was auch die absolut richtige Entscheidung war! Gemeinsam stellten wir fest, dass wir nahezu unsere komplette Architektur anpassen mussten. Wir wechselten die Suchtechnologie, lagerten so viel wie möglich Prozesse in den Client aus und entwickelten ein umfangreiches Cache-Management-System um trotz Caching die häufigen Bestandsänderungen abbilden zu können. Außerdem wechselten wir die Server-Architektur sowie die Software aus.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Michael Pohlgeers

Kommentare  

#1 Reen 2017-12-18 13:22
Spannendes Interview, vielen Dank dafür.

Wirkt allerdings im Vergleich: http://blog.lvz.de/startklar/einmal-fernsehen-und-zurueck/ etwas weich gespült ;) Ich mag dennoch den Einblick hinter die Kulissen, so kann man sich ein viel besseres Geld machen.

Ohne DHDL hätte ich die Firma wohl nie kennengelernt oder viel später!
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