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Datenleck bei Uber: Jetzt schalten sich auch EU-Datenschützer ein

Veröffentlicht: 05.12.2017 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 05.12.2017 | Gelesen: 1357 mal

Der Fahrdienst-Vermittler Uber dürfte sich wohl nichts sehnlicher wünschen, als dass dieses Jahr endlich vorübergeht. Nun haben EU-Datenschützer angekündigt, das jüngst bekanntgewordene Datenleck zu untersuchen.

Uber auf einem Smartphone
© aizaq abdullah / Shutterstock.com 

Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von 57 Millionen Uber-Nutzern und -Fahrern sind bei einem Datenleck abgeschöpft worden. Das hatte das Unternehmen kürzlich bekannt gegeben. Nun hat die Artikel-29-Gruppe der EU-Datenschutzbeauftragten Heise Online zufolge erklärt, eine Projektgruppe eingesetzt zu haben, die sich mit dem Datenleck beschäftigt. Die Arbeitsgruppe steht unter der Leitung der niederländischen Datenschutzbehörde. Es beteiligen sich auch Kontrolleure aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

Die Gruppe soll unter anderem offenbar untersuchen, wie viele Europäer von dem Datendiebstahl betroffen sind und ob Uber gegen Auflagen zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer verstoßen haben könnte. Diese Informationen seien noch nicht geklärt. Uber zufolge stammen die entwendeten Daten von Nutzer aus der ganzen Welt. Die britische Datenschutzbehörde ICO habe bereits erklärt, dass 2,7 Millionen Nutzer aus dem Vereinigten Königreich von dem Datenleck betroffen seien. Die Nutzer müssten umgehend benachrichtigt werden, forderte die ICO. Uber hatte zuvor eingeräumt, die Nutzer der App und seine Fahrer nicht sofort über den Vorfall informiert zu haben.

Uber hat kein gutes Jahr hinter sich

Der italienische EU-Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli sehe den Schritt der Artikel-29-Gruppe als gutes Beispiel für die rasche und gute Kooperation der Aufsichtsgremien. Trotzdem sei es Buttarelli zufolge auch wünschenswert, wenn eine zentrale Behörde bei der Untersuchung von Verstößen und der Durchsetzung des Datenschutzrechts verantwortlich wäre. Momentan werden häufig die gleichen Fälle von verschiedenen nationalen Behörden und EU-Einrichtungen untersucht.

Für Uber dürfte die Untersuchung durch die EU-Datenschutzbeauftragten ärgerlich sein. Das Unternehmen hat ohnehin kein allzu gutes Jahr hinter sich – Skandale, Diskussionen und der eher unehrenhafte Ausstieg von Travis Kalanick aus dem Unternehmen erschütterten das am höchsten bewertete StartUp schwer. Der japanische Technologie-Konzern Softbank erklärte daraufhin, bei der Investition in Uber 30 Prozent unter der Bewertung zu bleiben (wir berichteten).

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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