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#DHDL: Rekord-Deal nur ein PR-Gag? (Update)

Veröffentlicht: 18.04.2018 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 18.04.2018 | Gelesen: 3770 mal

War der DHDL-Mega-Deal mit „Too Good To Go“ nur ein großer Schwindel? Aussagen von Carsten Maschmeyer legen nun nahe, dass die Gründer nie an einem Investment interessiert waren. Update: Auf Nachfrage erklärt "Too Good To Go" allerdings, dass die Begründung von damals weiterhin Bestand hat.

Too Good To Go bei DHDL
© VOX / Bernd-Michael Maurer

„Too Good To Go“ schrieb im vergangenen Jahr Geschichte in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“. Es war erst das zweite Mal, dass sich alle fünf Löwen an einem Investment beteiligten (das schaffte zuvor nur „eBall“) und knackte erstmals die Millionen-Marke. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass der Deal platzte. Die damalige Begründung von Sprecherin Teresa Rath bei T-Online lautete: „Durch das schnelle Wachstum von ‚Too Good To Go‘ über die letzten neun Monate waren schlussendlich die Konditionen für einen Deal für keine Seite mehr so richtig ideal.“ Doch das entspricht scheinbar nicht ganz der Wahrheit.

„Sie wollten nur im TV ausgestrahlt werden“

Die fünf Gründer aus Dänemark, die mit ihrer App gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen wollen, sollen nie Interesse an einem Deal gehabt haben. Das legen entsprechende Aussagen von Investor Carsten Maschmeyer gegenüber T-Online nahe. „Alle fünf Löwen waren interessiert, boten jeweils zwei Prozent für eine Million Euro“, so Maschmeyer. „Später haben die Gründer gesagt, sie wollen eigentlich gar kein Investment, sie wollen nur im TV ausgestrahlt werden.“ Mit 3,13 Millionen Zuschauern wurde die Sendung die zweiterfolgreichste der Staffel.

Auf „Too Good To Go“ ist Geschäftsmann Maschmeyer nicht mehr gut zu sprechen: „Dabei haben die Jungs von ‚Too Good To Go‘ den Deal platzen lassen. Ich habe noch nie einen Deal platzen lassen. Für mich ist ein Handschlag eine echte Zusage.“

Update: StartUp dementiert Vorwürfe - ein bisschen

Ob seine Aussage tatsächlich stimmt oder ob schlicht noch schlechte Stimmung zwischen ihm und dem StartUp herrscht, ist indes offen. Auf Nachfrage von OnlinehändlerNews betont "Too Good To Go" über Sprecherin Teresa Rath, dass die damals getätigten Aussagen weiterhin Bestand haben: "Inhaltlich hat sich hier von unserer Seite seit November nichts geändert, das heißt, meine Kollegen sind damals ganz offen an die Sache herangegangen. Dass der Deal nach den Verhandlungen nicht zustande kam, lag eben daran, dass es einfach nicht richtig gepasst hat. Diese Frage ist für uns als Startup, in dem Dinge schnell ablaufen, schon relativ weit weg." Das Lebensmittel-StartUp bleibt bei seiner Begründung und lässt die Anschuldigungen von Carsten Maschmeyer quasi unkommentiert. Es steht Aussage gegen Aussage, wer Recht hat, wissen am Ende wohl nur die Beteiligten selbst.

 

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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