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Gegen Manipulation: Produkttests sollen transparenter werden

Veröffentlicht: 02.12.2014 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 02.12.2014

Verbrauchertests sind bei Kunden ein beliebter Anhaltspunkt, ob eine Ware qualitativ hochwertig ist oder nicht. Aus diesem Grund können sie sich entscheidend auf das Kaufverhalten der Verbraucher auswirken. Doch auch wenn ein Produkttest als „unabhängig“ angepriesen wird, können Käufer dabei oftmals nicht 100-prozentig sicher sein. Im Zuge des Verbraucherschutzes sollen solche Tests daher künftig besser kontrolliert und transparenter werden.

Lupe

(Bildquelle Tests: Lupe: Feng Yu via Shutterstock)

Für den ADAC hätte das Jahr 2014 kaum schlechter verlaufen können: Das Unternehmen hatte gestanden, die Wahlen zum Autopreis Gelber Engel manipuliert zu haben. Dabei soll laut Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte sowohl die Reihenfolge zum Lieblingsauto der Deutschen verfälscht, als auch über die Zahl der teilnehmenden Kunden gelogen worden sein. Die Folge: Kunden verloren das Vertrauen und stürzten den Konzern in eine tiefe Krise.

Produkttests im Fokus der Verbraucherschützer: Wer testet die Tester?

Die Tragweite des ADAC-Betrugs und das öffentliche Aufsehen sorgten dafür, dass vermeintlich unabhängige Produkttests, Umfragen und Listen in den Blickpunkt von Verbraucherschützern gerieten – darunter auch Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Er veranlasste eine Prüfung, die feststellen sollte, ob Handlungs- und Regelungsbedarf besteht.

Maas und entsprechende Experten kamen nun zu dem Schluss, dass es zwar keine gesetzlich festgelegten Richtlinien geben soll. Dennoch müssten Unternehmen und Institutionen, die solche Produkttests durchführen, einer Selbstverpflichtung folgen.

Richtlinien sollen Einflussnahme und Manipulation bei Produkttests aufdecken

„Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Produkttests und Umfragen nicht manipuliert werden“, kommentierte Heiko Maas nach Informationen der Welt. Dies könne nur durch ein hohes Maß an Transparenz gelingen. „Deshalb haben wir Grundsätze für gutes Testen formuliert, sogenannte Regeln der guten fachlichen Praxis des Testens.“

Mithilfe dieser Regeln sollen Verbraucher in Zukunft selbst überprüfen können, ob Produkttests einem transparenten und darüber hinaus verlässlichen Standard-Verfahren folgen. Oder ob eben die Unabhängigkeit des Testers eingeschränkt war bzw. eine gezielte Einflussnahme auf das Ergebnis stattgefunden hat. Im Zuge der Ankündigung dieser Richtlinien haben sich bereits einige namhafte Tester zur Unterzeichnung der Selbstverpflichtung gemeldet: Die Stiftung Warentest will ebenso transparent arbeiten wie Ökotest und das HighTech-Magazin „c't“.

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