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Händler abgeworben? – Ebay verklagt Amazon

Veröffentlicht: 18.10.2018 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 18.10.2018 | Gelesen: 4042 mal

Es klingt wie eine Verschwörungstheorie: Jahrelang sollen Amazon-Mitarbeiter in verdeckter Mission unter Verwendung eines Codes das Nachrichtensystem von Ebay genutzt haben, um Verkäufer abzuwerben. Nun verklagt Ebay den Konzern.

Buisiness Mann hat jemanden an der der Angel und versucht ihn ins Team zu ziehen.
© Leremy - shutterstock.com 

Die Regeln von Ebay zum internen Nachrichtensystem sind klar und verständlich: Es ist nicht gestattet, dass Nachrichtensystem zu verwenden, um Nutzer mit dem Ziel zu kontaktieren, Artikel außerhalb von Ebay zu verkaufen oder zu kaufen. Auch Kontaktinformationen dürfen nicht ausgetauscht werden.

Verwendung von Codes – Ebay is not amused

Wie der Spiegel berichtet, wirft Ebay nun aber Amazon vor, genau das getan zu haben: Seit 2015 sollen Mitarbeiter von Amazon verdeckt bei Ebay über das interne Nachrichtensystem Topseller abgeworben haben. Dies sei unter Zuhilfenahme eines Codes geschehen, damit Ebay Probleme dabei habe, der Mission über die Schlagwortsuche auf die Schliche zu kommen: Statt „Amazon” sollen die Abwerber „AMZ”, „A.M.Z.N” oder „a-m-a-z-o-n” geschrieben haben.

Ebay wirft Amazon geschäftsschädigende Handlungen vor: Amazon-Mitarbeiter sollen gezielt Verkäufer angeschrieben haben, die das Potenzial hätten, auch auf Amazon erfolgreich zu sein, so der Spiegel. Amazon soll nicht nur in den USA solche Aktionen initiiert haben, sondern auch in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Australien und Singapur. Besonders brisant: Die Klage von Ebay, die an einem Gericht im kalifornischen Santa Clara eingereicht wurde, soll sich unter anderem auf die Aussagen von Amazon-Mitarbeitern stützen, die an solchen Abwerbeaktionen teilgenommen haben.

Ebay fordert Unterlassung, Schadensersatz und Geldstrafe

Wie es bei N-TV heißt, habe Ebay Amazon bereits Anfang des Monats eine Unterlassungsaufforderung zukommen lassen. Über den Ausgang dieser Aufforderung kann man nur spekulieren. Nun fordert Ebay jedenfalls gerichtlich eine Unterlassung und Schadensersatz sowie die Verurteilung zu einer Geldstrafe.

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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Kommentare  

#5 Peter Kemper 2018-10-20 08:57
Und wir dachten immer, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. zudem müssen die Mitarbeiter von Amazon aber auch reichlich bescheuert gewesen sein. Zumindest in der EU gibt es ja die sog. Impressumspflic ht. Und dazu gehören also auch Telefonnummer und emailadresse.

Amazon braucht das bei seinen Händlern ja nicht, weil diese ja nicht selber als de Verkäufer auftreten, bei ebay ist es aber dann doch Pflicht, weil die es ja wegen fehlender Bankenzulassung nie geschafft hatten/hätten, einen eigenen Bezahldienst zu etablieren, der direkt zu ebay gehört, um überhaupt einen vollumfänglich rechtlich sicheren eigenen Verkäufer darzustellen.

Damit aber muss ebay die Daten der Händler auf seinem VERMITTLERMARKT PLATZ (eigentlich ist er nur Vermittler) offen anzeigen. Warum ebay dann aber sogar in den ganz unten hineingequetsch ten sog "rechtlichen Informationen" (warum mpssen die nciht wie bei uns Impressum heissen) die Telefonnummer und die emailadressse dann hinter einem Button, dem eigentlich keiner so richtig auffällt ( Vollständige Informationen) zeigen darf, ist uns Händlern vollkommen unverständlich. Wenn wir sowas machen würden, würde es für jeden von uns sicherlich Abmahnungen hageln.

Die Grossen dürfen ja gegen jedes (auch ethische) Recht und auch besonders gegen unlauteren Wettbewerb und Sitte und Anstand von Händlern verstossen.
Floskeln wie "heute ohne Mehrwertsteuer" oder "Versandkostenf rei" das sind doch dreckige Lügen, die einem Riesen wirklich nicht gebühren. Warum da keiner was gegen tut, ist uns kleinen vollkommen unverständlich. Wir würden definitiv abgemahnt und sonst wie belangt.

Die Klage von Ebay gegen Amazon kann man fast nur noch so erklären, als ob da zwei Riesen vor dem Hintergrund des zig mal so grossen Alibaba-Konzern s ordentlich die Werbetrommel rühren. So ähnlich, wie Samsung und apple die gegeneinander klagten, aber Samsung z.b. die Displays der meisten Handys für apple lieferten, also von denen auch profitierten. Aber so ist's in der Welt der Hochfinanz und des anderen Blendertums. Für die gelten andere Regeln.

Dieser Text stellt meine persönliche Meinung dar und ist damit rechtsanwaltlic h nicht belangbar. Peter Kemper
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#4 Marie 2018-10-19 10:55
Nicht die Fehler bei den anderen suchen .... !!!
Ebay sollte doch mal vor der eigenen Haustür kehren, warum die Händler sich abwenden. Keiner Händler würde eine Plattform verlassen, wenn sie laufen würde. Es war einmal vor vielen Jahren, da lief mal was. Nun kann man Artikel bei Ebay unterm Einkaufspreis reinsetzen und es dreht sich nichts mehr.
Nachdem ich nun 8 Jahre Gegner von Amazon war und derzeit mein Unternehmen auflöse, blieb mir nichts anderes übrig, als wieder aktiv bei Amazon zu verkaufen und die Artikel gehen schnell weg, während sie im Vergleich zu Ebay über ein Jahr und länger dort zum gleichen Preis, oder noch schlimmer weit darunter, vor sich hin geschlummert haben.
Ebay schau mal, welche Fehler du machst, es wird immer nur verschlimmbesse rt und dann den anderen den Fehler zugeschoben. Jeder ist selbst an seinen Fehlern schuld ... !!!
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#3 pitti 2018-10-19 09:36
meine Meinung: Ebay-Verkäufer lassen sich nur abwerben, wenn sie mit Ebay total unzufrieden sind. Mein Verkauf ist in 3 Jahren auf unter 1/3 grundlos zusammen gebrochen. Ich steh deshalb vor dem AUS. Wenn ich eine Lösung wüsste, würde ich sie nutzen.
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#2 Tom 2018-10-19 08:32
Einfach nur lächerlich, wie eBay versucht, verlorene Umsätze, die ausnahmslos durch falsche, dumme und am Markt vorbeigehende "Verschlimmbess erungen" der Plattform, zu erklären und Dritte verantwortlich zu machen.
Fakt ist - die Privatkäufer versus Verkäufer wurde solange eingetrichtert, dass sie auf "ebay-Kleinanze igen" verkaufen sollen, bis dieses das taten und bei eBay gar nicht mehr reinschauten.
Die gewerblichen Verkäufer wurden solange gegängelt und als "lästiges Anhängsel" betrachtet, bis diese eBay den Mittelfinger gezeigt haben.

Wir haben vor 10 Jahren noch fast 1 Mio./Jahr über eBay verkauft - mittlerweile verkaufen wir noch (laut "ganz tollem" Verkäufercockpi t) gerade noch 90.000 €/Jahr.
Insgesamt haben wir unsere Umsätze mehr als verfünffacht - weil wir auf Plattformen gesetzt haben, die nicht ihre Händler bekämpfen, sowie eigene homepages geschaltet haben, die erfolgreich am Markt sind.

Die einzige Möglichkeit wie eBay wieder alte Größe erlangen kann ist für mich - 100% des Personals rausschmeissen und mit Mitarbeitern besetzen, die Ihren Job verstehen. Dazu gehört in erster Linie, MIT und nicht GEGEN die Händler zu arbeiten und nicht andauernd einen neuen "Sch...." als "neues Update zur verbesserten Käufererfahrung " zu bringen. Und dafür müsste man sich der alten Stärke bewusst werden, zu der auch die privaten und die gewerblichen Verkäufer zählen.
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#1 Frank 2018-10-19 08:19
EBAY sollte sich mal an seine eigene Nase fassen, die tun nichts für Ihre Verkäufer!!
jedes Jahr wird es einfacher für Käufer den Verkäufer zu belügen und zu betrügen.
als gewerblicher Verkäufer ist man bei Ebay der letzte A... !
Aussage eines Ebay Kundendienstmit arbeiters : "100% positive Bewertungen sind nicht erstrebenswert"
KEIN wunder das viele Händler abwandern, da braucht es keine Abwehrreaktione n, die gehen von selbst !
Ebay sollte mal über seine Politik nachdenken :"der Käufer soll auf jeden Fall immer ein positives Kauferlebnis haben" !!! (auch wenn er nicht zahlt, betrügt usw)
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