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Abmahnmonitor

Vorsicht bei der Bezeichnung „Inhaber“ im Impressum

Veröffentlicht: 22.01.2020 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 22.01.2020
Inhaber einer Firma

Wer? kitzVenture GmbH (durch Kanzlei am Güterbahnhof)
Wie viel? 413,90 Euro
Betroffene? Online-Händler im Allgemeinen

Hin und wieder sieht man im Impressum die Zusatzbezeichnung „Inhaber“ oder „Geschäftsführer“ vor dem Namen stehen. Besonders Einzelunternehmer sollten hier aufpassen, denn diese Bezeichnungen können direkt zur Abmahnung führen.

Bei der Bezeichnung Geschäftsführer ist der Fall klar: Es ist gesetzlich geregelt, welche Unternehmensformen einen Geschäftsführer haben. Dafür muss es sich bei dem Unternehmen um eine GmbH, OHG oder KG handeln. 

Beim Inhaber sieht die Sache schon etwas komplexer aus, da der Begriff umgangssprachlich unterschiedlich verwendet werden kann: Auf der einen Seite kann die Bezeichnung des Inhabers mit der Führung einer Firma in Verbindung gebracht. Eine Firma ist der Name, unter dem ein Kaufmann sein Geschäft betreibt. Kleingewerbetreibende und Freiberufler sind keine Kaufleute und treten daher unter ihrem bürgerlichen Namen auf. Bei ihnen wäre der Zusatz Inhaber also fehl am Platz. 

Auf der anderen Seite kann der Begriff des Inhabers von Verbrauchern auch ganz unjuristisch mit dem Besitz eines größeren Betriebes assoziiert werden. 

Wer also kein eingetragener Kaufmann ist, sollte auf den Zusatz Inhaber verzichten.

Weitere Abmahnungen

Fehlende Grundpreisangabe

Wer? Ido-Verband
Wie viel? 232,05 Euro
Betroffene? Online-Händler im Allgemeinen

Das Fehlen der Grundpreisangabe ist einer der am häufigsten durch den Ido-Verband abgemahnten Rechtsverstöße. Bei welchen Produkten eine Grundpreisangabe notwendig ist, verrät die Preisangabenverordnung. Sie sieht auch Ausnahmen von der Angabe vor: Dies ist beispielsweise bei kleinen Mengen unter 10 Gramm oder 10 Milliliter der Fall, oder aber wenn der Gesamt- und Grundpreis wie zum Beispiel bei dem 100-Gramm-Becher Jogurt identisch sind.

Werbung mit LGA-geprüft

Wer? Verein gegen Unwesen in Handel & Gewerbe Köln e. V.
Wie viel? 220,15 Euro
Betroffene? Online-Händler im Allgemeinen

Bei der Werbung mit Testsiegeln gilt äußerste Sorgfalt. Das betrifft auch das LGA-Siegel des TÜV-Rheinland. Dabei handelt es sich um ein weltweit anerkanntes Prüfsiegel für Haushaltsgeräte, Möbel und Spielzeug. Wer Produkte mit diesem Siegel hat, muss bei der Werbung darauf achten, die Fundstelle mit anzugeben. Außerdem darf sich die Werbung nur auf die getesteten Produkte beziehen.

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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Kontaktieren Sie Sandra May

Kommentare  

#3 Wulf 2020-01-25 10:55
"wg Inhaber": Ich frage mich mal wann für Ottonormalbürge r, Politiker und die Medien mal die gesetzliche Pflicht kommt dass sie nur Dinge sagen und schreiben dürfen die gesetzlich gestattet sind, also nicht missverstanden werden können. Mit Abmahnmöglichke it, versteht sich.

Vielleicht fällt es dann mal jemandem auf wie totalitär mit Unternehmenr umgegangen wird. Man muss den Geldbeutel zücken nicht weil man was Falsches sagt sondern weil man etwas sagt was irgendjemand irgendwo irgendwann ja vielleicht mal falsch verstehen könnte.
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#2 Redaktion 2020-01-24 07:27
Hallo,

bei Unternehmen, die durch Personen, die keine eingetragenen Kaufleute sind, sollte generell auf den Begriff des Inhabers verzichtet werden, da er unterschiedlich assoziiert wird.

Mit besten Grüßen
die Redaktion
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#1 Ralf Belitz 2020-01-22 17:16
Mal eine kurze Frage zum Inhaber/Geschäf tsführer Status.
Wie verhält es sich, wenn jemand eine kaufmännische Ausbildung mit Abschluss besitzt und ein Unternehmen führt, welches nicht auf Freiberufler bzw. Kleinstunterneh mer zurück zu führen ist?
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