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Zu gesund für Limonade

Lemonaid: Noch immer zu wenig Zucker

Veröffentlicht: 16.09.2020 | Geschrieben von: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 16.09.2020
Sorten von Lemonaid

Limonade muss laut Leitsätzen für Erfrischungsgetränke mindestens sieben Prozent Zucker erhalten. Sonst darf sie sich nicht Limonade nennen. In Zeiten, wo in anderen Ländern aufgrund der Gesellschaftskrankheit Fettleibigkeit darüber diskutiert wird, Softdrinks für Minderjährige ganz zu verbieten, wirkt dieser Leitsatz doch etwas antiquiert. Nichtsdestotrotz besteht er und beschert dem Hersteller Lemonaid erneut Ärger.

1,5 Prozent zu wenig Zucker

Diesmal ist es der Verbraucherschutz der Stadt Bonn, der den Herstellern von Lemonaid das Produkt versüßen will: In der Kritik steht die Sorte Maracuja, in der lediglich 5,5 Prozent Zucker enthalten ist. Nach den Leitsätzen für Limonade darf sie also nicht so genannt werden.

Die Gründer des Unternehmens Paul Bethke und Felix Langguth geben sich laut W&V aber nicht geschlagen: Mittlerweile haben sie sogar eine Limonade auf den Markt gebracht, die ganz ohne Zucker auskommt. Außerdem wollen sie heute der Ernährungsministerin Julia Klöckner ein Denkmal aus Zucker in Berlin setzen. Schließlich hat diese sich den Kampf gegen den Zucker verschrien.

Kein neues Problem

Das ist nicht das erste Mal, dass Lemonaid wegen des zu geringen Zuckeranteils Ärger bekommt: Bereits im letzten Jahr bekamen sie Post vom Bezirksamt Hamburg-Mitte. Die Behörde schlug dem Hersteller zwei Möglichkeiten vor: Entweder eine Namensänderung oder mehr Zucker. Aufgrund der zahlreichen Kritik ruderte die Behörde aber zurück: Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks wollte sich stattdessen dafür einsetzen, dass die Leitsätze für Lebensmittel überprüft werden. Daraus scheint bisher allerdings nichts geworden zu sein.

Über die Autorin

Sandra May Expertin für: IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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