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Gekaufte Reichweite

Facebook verklagt Anbieter von Likes und Followern

Veröffentlicht: 22.10.2020 | Geschrieben von: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 22.10.2020
Like-Buttons aus dem Getränkeautomaten

Unternehmen, Blogger und Politiker erhoffen sich von den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram Reichweite. Der Anfang ist oft schwer und im Internet finden sich schnell verlockende Angebote: Likes und Follower können nämlich gekauft werden. Selten stecken hinter den neuen Followern aber echte Menschen. Oft handelt es sich um Bots, die automatisiert ihre Däumchen und Herzen setzen. Manche sind sogar so gut, dass sie Kommentare unter Beiträgen schreiben können. Echte Interessenten am eigenen Produkt bekommt ein Unternehmen dadurch nicht und gegen die Nutzungsbedingungen der sozialen Plattformen verstößt es auch.

Nun geht Facebook gegen dieses Geschäft vor.

Anbieter aus New York und Dubai

Facebook geht laut einem Bericht von Heise gerade aktiv gegen zwei Anbieter aus New York und Dubai vor. Der New Yorker Anbieter Boostgram biete automatisierte Likes und Follower für Instagram an. Das Unternehmen verspricht mehr Sichtbarkeit gegen Geld. Das zweite Unternehmen Instant-fans.com aus Dubai hat dagegen noch andere Plattformen, wie Twitter, Facebook, YouTube, TikTok und LinkedIn im Portfolio. 

Beide Anbieter wurden zunächst abgemahnt. Eine Reaktion blieb allerdings aus. Nun wurde Klage eingereicht.

Auch wettbewerbswidrig

Das Kaufen von Likes und Followern verstößt nicht nur gegen die Hausregeln der meisten sozialen Plattformen, sondern auch gegen das Wettbewerbsrecht. Es verhält sich hier ganz ähnlich wie beim Kauf von Rezensionen. Ein Like bedeutet für den Betrachter eine unbeeinflusste Reaktion eines Nutzers. Wer sich mit gekauften Likes, die zudem noch von Bots kommen, pusht, verschafft sich einen rechtswidrigen Wettbewerbsvorteil.

Über die Autorin

Sandra May Expertin für: IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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