Datenschutzorganisation Noyb

Weitere Datenschutzbeschwerden gegen Cookie-Banner

Veröffentlicht: 16.08.2022 | Geschrieben von: Hanna Hillnhütter | Letzte Aktualisierung: 23.08.2022
Grafik mit Computer und Cookies

Die österreichische Datenschutzorganisation Nyob hat bereits im März dieses Jahres Beschwerde gegen mehr als 200 Webseiten eingereicht. 18 verschiedene Datenschutzaufsichtsbehörden wurden dafür kontaktiert. Grund dafür waren Cookie-Banner, die gegen die Datenschutz-Richtlinie verstoßen. Cookies sind Daten, die auf dem Endgerät des Nutzers gespeichert werden, wenn dieser eine Webseite besucht. Speichern darf man diese Daten in den meisten Fällen allerdings nur, wenn der Nutzer zugestimmt hat. Das geschieht mit dem sogenannten Cookie-Banner. 

Verwendung von Dark Patterns 

Vor allem die Verwendung von Dark Patterns wurde kritisiert. Als Dark Pattern bezeichnet man ein Design oder den Aufbau einer Schaltfläche, welches Nutzer dazu verleiten soll, eine bestimmte Auswahl zu treffen. Bei der Verwendung von Cookie-Bannern hieße das, dass der Nutzer dazu gebracht werden soll, möglichst viele Cookies zu akzeptieren. Den Unternehmen wird vorgeworfen, die Software „OneTrust“ zu nutzen, die „irreführende Einstellungen“ verwenden, wie heise berichtet.

Rund 80 Prozent der angeschriebenen Unternehmen kamen der Aufforderung, die Cookies nutzerfreundlicher zu gestalten, nicht nach, sodass nach Ablauf einer Frist von 60 Tagen die zuständige Behörde benachrichtigt wurde. 

„Wir wollen die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen, idealerweise ohne überhaupt eine Beschwerde einzureichen“, so Noyb-Vorsitzender Max Schrems. 

Erste Runde bereits im letzten Jahr

Im Mai letzten Jahres schrieb Noyb bereits mehr als 500 Unternehmen an und wies sie auf Verstöße hin. Auch damals ging es hauptsächlich um die Verwendung von Dark Patterns in Cookie-Bannern. Nachdem Noyb ebenfalls zuvor die Unternehmen auf die Verstöße hingewiesen hatte, waren bis August 2021 lediglich 42 Prozent der Verstöße berichtigt worden. Gegen jene Firmen, die ihre Webseiten nicht korrigierten, wurden daraufhin wurden 422 Beschwerden bei den zuständigen Datenschutzbehörden eingelegt. Die Entscheidungen stehen allesamt noch aus. 

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Über die Autorin

Hanna Hillnhütter
Hanna Hillnhütter Expertin für: Verbraucherschutz- und Strafrecht

Hanna verschlug es 2012 für ihr Jurastudium vom Ruhrgebiet nach Leipzig. Neben dem Studium mit dem Schwerpunkt Strafrecht, spielte auch das Lesen und Schreiben eine große Rolle in ihrem Leben. Nach einem kurzen Ausflug in das Anwaltsleben, freut Hanna sich nun, ihre beiden Leidenschaften als Redakteurin verbinden zu können.

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