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Abmahnung ignoriert: Verbraucherschützer bringen Amazons Dash-Button vor Gericht

Veröffentlicht: 16.09.2016 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 23.11.2016

Spätestens seit Einführung in den deutschen Markt ist der Dash-Button stark umstritten. Rechtlich ist das kleine Gerät alles andere als sicher. Die Verbraucherzentrale NRW hat deshalb eine Abmahnung gegen Amazon ausgesprochen. Auf die hat das Unternehmen allerdings nicht reagiert – deshalb landet der Dash-Button nun vor Gericht.

Amazon Dash-Button an einer Waschmaschine

Der Dash-Button (© Amazon)

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird gerichtlich klären lassen, ob der Dash-Button von Amazon „unter den aktuellen Bedingungen weiterhin verwendet werden darf“. Seit der Markteinführung in Deutschland steht der Dash-Button heftig in der Kritik. Der Bestellknopf verstößt nämlich gegen eine ganze Reihe deutscher Rechtsvorschriften, wie auch der Händlerbund in einer Infografik aufgezeigt hat. So lassen sich auf dem Button unter anderem nicht die wesentlichen Vertragsinformationen zur Verfügung stellen und auch der Gesamtpreis ist für den Kunden bei der Bestellung nicht ersichtlich.

Die Verbraucherzentrale NRW hatte auch diese Punkte kritisiert und eine Abmahnung gegen Amazon ausgesprochen. „Zwar mag der Dash-Button einen Komfortgewinn versprechen“, räumen die Verbraucherschützer ein. „Allerdings – wie jeder andere Händler auch – muss sich Amazon an die geltenden rechtlichen Vorgaben halten.“

Amazon behält sich Preis- und Produktänderungen vor

Vor allem die Nutzungsbedingungen für das „Amazon Dash Replenishment“-Programm seien kritisch zu betrachten. In ihnen erlaubt sich Amazon, sowohl Preis als auch Versandkosten für das entsprechende Produkt zu ändern. Eine gesonderte Mitteilung erhält der Kunde aber nur, wenn der Preis sich um mehr als zehn Prozent verändert.Zudem behalte Amazon sich das Recht vor, Ersatzartikel zu liefern, wenn das gewünschte Produkt nicht verfügbar ist. Das könne beispielsweise ein ähnliches Produkt derselben Marke, aber mit anderer Füllmenge sein, so die Verbraucherzentrale NRW.

Bereits Anfang des Monats hatte die Verbraucherzentrale eine Abmahnung gegen Amazon ausgesprochen. Amazon hatte die in der Abmahnung gestellte Frist für eine Unterlassungserklärung allerdings verstreichen lassen – sie lief vergangenen Mittwoch ab. Deshalb will die Verbraucherzentrale nun gerichtlich klären lassen, ob der Dash-Button weiter verwendet werden darf.

Kommentare  

#7 britebrian 2016-09-18 07:02
Amazon ist eine super Plattform- für die Eigentümer von Amazon, denn dort kaufen nur bequeme dumme Kunden und lassen sich als Zahlschweine binden und verarschen, wer Amazon nutzt um damit einen großen Teil seines Bedarfs zu decken, der handelt unmündig, interessiert sich einen Dreck für die Umwelt (10 000.de Diesel-Sprinter kutschen Päckli hin und her) und handelt sozial unkompetent
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#6 Mathias 2016-09-17 12:00
Verbraucherzent ralen -waren eine tolle Idee.
Leider sitzen da heute nur noch linke Ideologen die den Bürger für dumm halten und bevormunden wollen und den Handel von jeder Innovation fern halten.
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#5 Peter Kemper 2016-09-17 11:12
Ich sag es mal so. Hurra, endlich eine Breitseite von amazon, gegen die Scheisse, die von der Politik über uns ausgekübelt wird. Wenn das bei amazon klappen würde, dann würden vermutlich auch wir Kleinen wieder ein wenig Ehre zurückbekommen und Vertrauen in die Menschenverstand.
Dieses Politikergesock s gehört einfach weggesperrt. Also ich finde die Dashbuttons natürlich Wettbewerbsrech tlich auch voll daneben und empfinde es als Ausverkauf des Abendlandes, aber auf der anderen Seite muss man doch erkennen, dass dies für den Kunden Rationalisierun g in einer neuen Dimension ist. Wenn nur amazon das ganze intern richtig verarbeitet und lenkt, wäre alles in Ordnung. Leider wird das aber womöglich nicht der Fall sein.
Auf jeden Fall sieht man hier wieder mal sehr deutlich, dass unsere Politiker nur noch Flickschusterei betreiben und sich unsere Gesetze verselbständigt haben.
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#4 Marc 2016-09-17 08:44
Ich hoffe, das Amazon endlich mal einen »auf den Sack« bekommt. Die Arroganz, mit der sich Amazon über alles hinweg setzt kotzt mich an.
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#3 Bastian 2016-09-16 12:48
Wenn wir das machen würden, würde man uns zum Mond klagen und die Kosten würden unsere Urururururenkel noch abarbeiten müssen. Vermutlich in einem Versand-KZ von Amazon selbst. Es gibt keinen passenden Kraftausdruck der meine Stimmung zu diesem Thema gerecht würde.
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#2 Volker 2016-09-16 10:38
wenn ich da als kleiner Händler mache macht allein die Gesetzgebung mich unter Umständen richtig platt !!! aber wen Interessiert schon Amazon, ach Gott Amazon, PayPal, eBay und wie sie alle heißen ..... da werden Konten eingefroren, Geld einbehalten, Kunden raus geworfen was das zeug hält ............. PayPal schimpft sich z.B: Bank ...... das ich nicht lache, keine Bank in Deutschland behält Geld ein weil eine Reklamation von einem Kunden vorliegt ......... aber das Problem sind nicht die Firmen das sind unsere Gesetze und Politiker die dafür sorgen das wir als Kunde oder als kleiner Händler einfach Ignoriert werden........P olitik findet nur noch im großen statt .... Tengelmann...Re we....VW....... was sind da schon die restlichen 80 Millionen
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#1 Markus Müller 2016-09-16 08:18
Herrlich arrogant.

Wie gewohnt von amazon. Was interessieren hiesige Rechtsvorschrif ten. Amazon hat doch die über allem stehenden Amazon-Richtlin ien. Die Gesetzteshüter sollen doch bitte einen Paragraphen einfügen, in dem die Amazon-Richtlin ien als Ausnahme gelten.
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