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Falsche Wartezeiten

Bräustüberl gewinnt gegen Google

Veröffentlicht: 29.08.2019 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 29.08.2019
Roter Wecker vor blauem Hintergrund

Über eine Stunde sollen Gäste des Bräustüberl Tegernsee auf ihr Essen warten. Sagt jedenfalls Google. Dem Geschäftsführer der Schankwirtschaft Peter Hubert gefällt das gar nicht, schließlich entspricht diese Angabe nicht der Wahrheit. Daher versucht er schon seit zwei Jahren eine außergerichtliche Einigung mit Google zu erzielen. Bisher waren diese Versuche aber nicht von Erfolg gekrönt. Nun hat er den Weltkonzern kurzerhand verklagt und konnte sich tatsächlich durchsetzen.

Google sagt Gerichtstermin ab

Eigentlich sollte gestern der Termin vor dem Landgericht München stattfinden. Dieser wurde laut einer Meldung von Heise allerdings von Google selbst abgesagt. Der Grund: Das Unternehmen hat den Unterlassungsanspruch des Wirtes anerkannt.

Bereits im Vorfeld, im Juli, wurden die Wartezeiten für das Bräuerstüberl aus den Suchergebnissen gestrichen. Der Geschäftsführer hielt dennoch an der Klage fest, da für ihn nicht auszuschließen sei, dass Google die Zeiten in Zukunft wieder falsch anzeigen könnte. Nun hat Google allerdings die Forderung anerkannt, die Funktion mit den Wartezeiten auch in Zukunft gesperrt zu lassen. Bei Bedarf könne die Angabe aber jederzeit wieder vom Bräustüberl aktiviert werden. „Wir haben die Funktion Wartezeiten ja bereits im Juli wunschgemäß für das Restaurant am Tegernsee gesperrt. Ebenso haben wir die Forderung anerkannt, die Funktion gesperrt zu lassen", wird dazu ein Google-Sprecher zitiert.

Nicht der einzige Betroffene

Wie im Rahmen dieses Streites bekannt wurde, sollen sich beim Betreiber des Bräustüberls noch 20 bis 30 weitere Unternehmer aus verschiedenen Branchen gemeldet haben, bei denen die Google-Funktion ebenfalls falsche Wartezeiten ermittelt und anzeigen soll. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat bereits im Juli angekündigt, dem Problem weiter nachzugehen, heißt es weiter.

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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Kommentare  

#2 Redaktion 2019-08-30 09:49
Hallo Herr Kohlpoth,

grundsätzlich haben Sie Recht. Google hat in diesem Fall den Anspruch anerkannt und um Aufhebung des Termins gebeten. Das Gericht hat dem zugestimmt. Entsprechend haben wir mit der Formulierung "abgesagt" tatsächlich den Nagel nicht ganz auf den Kopf getroffen.

Beste Grüße
die Redaktion
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#1 Christian Kohlpoth 2019-08-30 09:19
Auch wenn Goggle für so einige Personen eventuell bereits den Status einer allwissenden Gottheit erreicht haben mag, so wird ein von einem deutschen Gericht zuvor offiziell anberaumter Termin von diesen Leuten mit Sicherheit nicht abgesagt.
Bestenfalls dürfen Mitarbeiter von Goggle entscheiden, zu einem solchen Termin nicht zu erscheinen, aber "absagen" dürfen sie ihn mit Sicherheit nicht.
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