Der frühe Vogel

Google wegen Manipulation von E-Privacy und Werbemarkt angeklagt

Veröffentlicht: 25.10.2021 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 25.10.2021
Google-Zentrale

Google muss sich wieder einmal mit dem Vorwurf des Marktmachtmissbrauchs auseinandersetzen: Der Konzern wurde von insgesamt zwölf US-Bundesstaaten unter der Führung von Texas verklagt, berichtet Golem.de. Die Bundesstaaten werfen Google vor, seine Marktmacht ausgenutzt zu haben, um sowohl Mitbewerber als auch gesetzliche Regulierungen auszubremsen. Das zuständige Gericht hat die Klageschrift inzwischen fast vollständig ohne Schwärzungen veröffentlicht.

Eine interne Notiz von Google, die in der Klage zitiert wird, gewähre einige Einblicke in das Vorgehen von Google: „Wir haben es geschafft, den Prozess der [E-Privacy-Verordnung] zu verlangsamen und zu verzögern und haben hinter den Kulissen Hand in Hand mit den anderen Unternehmen gearbeitet“, heißt es dort. Die E-Privacy-Verordnung soll den Schutz von Kommunikationsdaten regeln – ist aber bereits seit Jahren in Arbeit.

Google kritisiert die Darstellung des texanischen Generalstaatsanwalts Ken Paxton gegenüber der New York Times. Nur weil Paxton etwas sage, werde es nicht wahr, betonte der Konzern. „Wir haben deutlich gemacht, dass wir wetlweit einheitliche Datenschutzregeln unterstützen“, erklärte ein Google-Sprecher.

Die Klage deutet auch auf Manipulationen im Werbemarkt hin: Google habe mit Facebook ein bisher unbekanntes Abkommen namens „Jedi Blue“ geschlossen, um sich gegenseitig bei Wettbewerbs- und Kartellrechtssachen zu unterstützen. 

Zudem habe Google den Werbemarkt auf verschiedenste Weise manipuliert, unter anderem soll eine ganze Abteilung namens gTrade die von den Kunden zu zahlenden Preise manipuliert haben. Auch das Bieten und Ersteigern von Werbeplätzen habe Google über Jahre hinweg systematisch manipuliert, heißt es in der Klage.

In der veröffentlichten Klageschrift finden sich weitere zahlreiche Punkte, in denen Google den Werbemarkt zu seinen Gunsten beeinflusst haben soll – etwa auch über das AMP-Projekt und den im Chrome-Browser integrierten Google-Login. 

Billie sammelt 100 Millionen Dollar ein

Das deutsche Fintech Billie hat eine Finanzierungsrunde über 100 Millionen Dollar abgeschlossen. Wie der Spiegel berichtet, haben sich alte und neue Investoren an der Finanzierung beteiligt. Billie erreiche durch das frische Kapital eine Bewertung von rechnerisch 640 Millionen Dollar, was einer Vervierfachung entspreche. 

Der wichtigste Neu-Investor für Billie dürfte das schwedische Fintech Klarna sein. Vor dem Investment wurde bereits eine Kooperation zwischen den beiden Unternehmen verkündet. Über Klarna erhofft Billie sich offenbar Zugang zu einem neuen großen Kundenstamm. Mit dem frischen Kapital wolle das Unternehmen ins Ausland expandieren und die IT, das Risikomanagement und die Betrugsprävention stärken.

Reise-Planer: Klarna übernimmt Inspirock

Klarna hat neben seiner Billie-Beteiligung auch in den Reise-Markt investiert: Der Fintech-Riese hat TechCrunch zufolge den Reise-Planer Inspirock übernommen und steigt damit in diesen Markt ein. Klarna-Kunden könnten sich damit künftig bei der Urlaubsplanung von dem Fintech unterstützen lassen.

Durch die Kooperation könnte Klarna zudem seine 250.000 Handelspartner mit Reisenden verbinden, die sich in ihrer Nähe aufhalten. Klarnas „Buy Now, Pay Later“-Service dürfte derweil künftig auch für Inspirock-Buchungen zur Verfügung stehen.

Über den Autor

Michael Pohlgeers
Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Michael Pohlgeers

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.