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Urteil: Markenhersteller dürfen Handel bei Amazon verbieten

Veröffentlicht: 23.12.2015 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 23.12.2015 | Gelesen: 6627 mal

Dürfen sie? Dürfen sie nicht? – Wenn Markenhersteller in der Vergangenheit den Verkauf ihrer Produkte über Amazon verboten hatten, führte dies häufig zu Problemen und Kritik. Einige Gerichte kippten sogar die Vertriebsbeschränkungen mancher Unternehmen. Doch nun gibt es ein Urteil, das schwerwiegende Folgen haben könnte: Das OLG Frankfurt hat nämlich nun den Markenherstellern der Rücken gestärkt.

Amazon Logo

(Bildquelle latenightnonsense_amazon_logo: Adrienne Hoffmann via Flickr, ohne Änderungen bestimmte Rechte vorbehalten)

Ein neues Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt dürfte in der Online-Welt hohe Wellen schlagen: Das Gericht entschied nämlich, dass Markenhersteller den Handel ihrer Produkte über Amazon verbieten dürfen. Begründet wird dies mit dem Aspekt, dass die Hersteller eine „qualitativ hochwertige Beratung“ sicherstellen möchten und dies wohl über die Online-Plattform nicht gewährleistet werden könne.

Wie das Handelsblatt berichtet, hatte der Rucksackhersteller Deuter Sorge um die Beratung seiner Kunden und schlug daher – nicht zum ersten Mal – den juristischen Weg ein. Mit dieser Entscheidung kippte das OLG Frankfurt die Ansicht der Vorinstanz und wendet sich gegen die Meinung des Bundeskartellamtes. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

In der Vergangenheit wurde häufig gegen die Vertriebsbeschränkungen entschieden

In der Vergangenheit mussten sich viele Markenhersteller – im Gegensatz zum aktuellen Urteil – den Gerichten beugen, die bestehenden Vertriebsbeschränkungen kippen und den Verkauf über Online-Marktplätze wie Amazon erlauben. Auch namhafte Hersteller wie Adidas, Asics oder Casio verzeichneten Rückschläge.

Das nun erfolgte Urteil dürfte den Kampf um die Vertriebsbeschränkungen wieder neu aufleben lassen. Und auch für viele Händler dürfte es nun schwierig werden, denn wenn der Verkauf bestimmter Markenprodukte über Amazon verboten wird, bedeutet dies für einige Anbieter nicht nur ein Ärgernis, sondern eine existenzbedrohende Situation, da ihnen die Existenzgrundlage genommen werden könnte.

 

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