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„Aktuell prüfen wir, ob und was falsch gelaufen ist”

Rotes Kreuz übermittelt empfindliche Gesundheitsdaten an Facebook

Veröffentlicht: 29.08.2019 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 29.08.2019
rotes Herz mit Kreuz und Tropfen

Um bequem von zu Hause aus testen zu können, ob man denn überhaupt als Blutspender in Frage kommt, bietet das Bayerische Rote Kreuz (BRK) auf seiner Homepage einen Test an: Bei diesem Spende-Check müssen 29 Fragen zur eigenen Gesundheit beantwortet werden. Genau dieser Test ist Anlass eines Verfahrens des Landesamtes für Datenschutzaufsicht gegen das BRK: Auf der Homepage war Heise zufolge auch ein Marketing-Tool installiert, welches intime Daten, wie beispielsweise zum Drogenkonsum und Diabetes, an Facebook übermittelt habe. Konkret wurden die Ja/Nein-Antworten mit dem sozialen Netzwerk geteilt. Da die Fragen aber stets in der gleichen Reihenfolge auf der Homepage gestellt worden, sei mit „einigem Aufwand und krimineller Energie” ein Verknüpfen der Daten mit Personen möglich. Durch diese Verknüpfung könnten dann Rückschlüsse auf Erkrankungen gezogen werden.

Keine Meldung von Betroffenen

Nun wird nach starker Kritik vom Landesamt für Datenschutzaufsicht geprüft, ob ein Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen vorliegt. „Aktuell prüfen wir, ob und was falsch gelaufen ist“, wird Thomas Kranig, Präsident des Landesamtes, von Heise zitiert. Bisher gab es allerdings noch keine Beschwerden von betroffenen Personen.

Dafür hat sich aber Facebook zu Wort gemeldet. Ein Sprecher des Unternehmens gab gegenüber Heise an: „Es dürfen keine sensiblen Nutzerdaten wie Informationen zur Gesundheit oder Finanzen an uns geschickt werden. Außerdem werden Pixel-Daten von uns nicht zur Erstellung von Interessensprofilen verwendet.“

Anpassung der Homepage

Mittlerweile hat das BRK seine Homepage angepasst: Zum einen werde man in Zukunft voraussichtlich auf das Marketing-Tool verzichten. Zum anderen werden nun die Fragen in einer zufälligen Reihenfolge angezeigt. So könne eine logische Verknüpfung zu Personen verhindert werden. 

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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