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Der frühe Vogel

Altmaier will DSGVO-Schwelle für Betriebsdatenschutzbeauftragte anheben

Veröffentlicht: 02.09.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 02.09.2019
Peter Altmaier

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist die DSGVO offenbar ein Dorn im Auge: Seinem Willen nach soll die Schwelle, ab der Unternehmen einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten bestellen müssen, auf 50 Mitarbeiter angehoben werden. Das habe Altmaier Heise Online zufolge in Eckpunkten für eine neue Mittelstandsstrategie erklärt. Das Wirtschaftsministerium wolle sich „für eine Überarbeitung auf europäischer Ebene einsetzen, bei der die Belange des Mittelstands besonders berücksichtigt werden“, heißt es weiter.

Vor allem mittelständische Unternehmen empfänden die DSGVO als bürokratische Belastung, so das Papier. Doch während Altmaiers Vorstoß diesen Unternehmen entgegenkommen dürfte, stößt der CDU-Politiker den Koalitionspartner SPD damit vor den Kopf. Die Regierung hatte sich erst kurz vor der Sommerpause zu einem Gesetzesentwurf durchringen können, mit dem das nationale Recht weiter an die DSGVO angepasst werden soll. 

Und gerade da war die Schwelle für betriebliche Datenschutzbeauftragte ein besonderer Knackpunkt: Der Bundestag hob sie in einer nächtlichen Sitzung von zehn auf 20 Mitarbeiter an. Die SPD kam damit der CDU „weit entgegen“, wie Heise Online schreibt – auch deshalb irritiert Altmaiers Plan. „Dass ein Ministerium ‚diese schmerzhafte Einigung‘ zwei Monate nach dem Beschluss durch den Bundestag und noch vor der Beratung im Bundesrat schon wieder infrage stellt, empört mich nicht nur in der Sache“, sagt etwa die SPD-Netzpolitikerin Saskia Esken. So könne man ihrer Meinung nach nicht zusammenarbeiten. 

iPhones: Google deckt riesige Hacker-Kampagne auf

Project Zero, die Hacker-Abteilung von Google, hat eine Angriffswelle aufgedeckt, bei der es sich um den bisher größten Hack von iPhones handeln könnte. Wie Spiegel Online berichtet, habe Googles Threat Analysis Group (TAG) eine „kleine Sammlung gehackter Websites“ entdeckt. Diese hätten über zwei Jahre lang Spionage-Software auf iPhones verbreitet – um sich zu infizieren, reichte es, eine der manipulierten Websites aufzurufen. Selbst die aktuelle Version von iOS 10, 11 oder 12 hätten die Nutzer nicht geschützt.

Besonders kritisch: Es seien fünf verschiedene, jeweils komplette und einzigartige Exploit-Ketten im Laufe der Zeit zum Einsatz gekommen. Eine Exploit-Kette hilft einem Angreifer, nach der ersten Infektion die Sicherheitsmaßnahmen des Geräts zu umgehen. Schon ein einzelner Exploit wird für teilweise Millionen von Dollar gehandelt. 

Drogeriekette: dm verabschiedet sich vom Einheitspreis

Die Drogeriekette dm ändert seine Preisstrategie und schafft den Einheitspreis ab. Das bedeutet, dass die Filialen unterschiedliche Preise für die Produkte ansetzen können. Auch im Online-Shop wird an der Preisschraube gedreht, wie die WirtschatfsWoche berichtet: Hier sollen bereits einige Artikel – wie auch in einzelnen Filialen – verteuert worden sein. „Wir haben uns dazu entschieden, unsere Preisstrategie stationär und online neu auszurichten“, habe Konzernchef Erich Harsch erklärt. 

Während die Preisanpassung nichts neues für dm ist, überrasche allerdings das Ausmaß: Innerhalb von drei Wochen sollen mehr als 1.000 Preise im Online-Shop angehoben worden sein. Mit den neuen, standortabhängigen Preisen dürfte dm auch versuchen, seine Marge zu erhöhen.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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