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Besserer Schutz

Digital-Staatsministerin fordert Nutzungsverbot der persönlichen Daten von Kindern für Werbezwecke

Veröffentlicht: 09.12.2019 | Geschrieben von: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 09.12.2019
Big Data und künstliche Intelligenz Konzept

Die Datenschutzgrundverordnung schützt die personenbezogenen Daten von Kindern nur insofern, als dass für die Verarbeitung die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten notwendig ist. Die Mitgliedstaaten können Altersgrenzen zwischen 14 und 16 Jahren für die Einwilligungspflicht festlegen. 

Dies reicht laut Ansicht der Digital-Ministerin Dorothee Bär (CSU) nicht aus. „Die Nutzung von persönlichen Daten von Kindern und Jugendlichen zu Werbezwecken oder für die Erstellung von Persönlichkeits- oder Nutzerprofilen muss klar und eindeutig verboten sein“, wird die Ministerin dazu vom Handelsblatt zitiert.

Forderung von Verbraucher- und Datenschützern

Damit schließt sich Bär der Forderung von Verbraucher- und Datenschützern an. Diese fordern schon länger ein solches Verbot. In einer Stellungnahme aus dem Jahr 2016 des Verbraucherzentrale Bundesverbandes geht bereits hervor, dass auf Kinderspielseiten persönliche Daten von Kindern abgefragt werden. Ob hier wirklich ein Erziehungsberechtigter ein Auge drauf hat, ist nicht in jedem Fall garantiert. Schließlich kommen Kinder bereits früh mit den modernen Medien in Berührung und nutzen diese auch. Der frühe Umgang mit diesen Medien sorge aber nicht für einen verantwortungsbewussten Umgang: „Umso jünger Kinder sind, desto weniger sind sie in der Lage zu beurteilen, ob die Preisgabe ihrer Daten sinnvoll und erforderlich ist“, werden die Verbraucherschützer vom Handelsblatt zitiert. 

Eigenes Schulfach statt Verbot?

Gegen ein Verbot spricht sich die FDP aus. Von dem Fraktionsvize Frank Sitta heißt es dazu gegenüber dem Handelsblatt: „Sie sind kaum durchsetzbar und führen meistens zu Ausweichbewegungen. Daher sind Verbote und Pflichten im Netz zumeist kontraproduktiv.“ Statt eines Verbotes fordern die Liberalen ein eigenes Schulfach für digitale Kompetenzen. 

Damit befinden sich die Liberalen zumindest in Sachen Medienkompetenz auf einer Linie mit dem Digitalverband Bitkom. „Sie sollten deshalb frühzeitig lernen, kompetent mit den Geräten umzugehen und sich sicher im Internet zu bewegen“, äußert sich der Präsident des Verbandes. Dieser empfiehlt allerdings, dass die Eltern ihre Kinder aufmerksam begleiten sollen. 

Über die Autorin

Sandra May Expertin für: IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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