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Achtung Änderung!

Energiekennzeichnung von Leuchten ab 25. Dezember

Veröffentlicht: 16.12.2019 | Geschrieben von: Melvin Louis Dreyer | Letzte Aktualisierung: 16.12.2019
Hängeleuchten in verschiedenen Farben

Händler müssen für zahlreiche elektrische, bzw. elektronische Produkte mittels der offiziellen Label auf die Energieeffizienz und -klasse hinweisen. Das war bislang auch für Leuchten der Fall. Zum 25. Dezember 2019 entfallen allerdings die Kennzeichnungspflichten für diese Produkte – dafür sorgt die neue delegierte Verordnung (EU) 2019/2015

Gleichzeitig sollten sie aber auch freiwillig nicht mehr genutzt werden: Dass Abmahnungen ausgesprochen werden, ist nicht auszuschließen.

Verordnung streicht Vorgabe für Händler

Die neue delegierte Verordnung der EU betrifft ausschließlich die Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen. Sie ersetzt die bisherige Verordnung (EU) 874/2012, welche die Kennzeichnung von Lampen und Leuchten regelt, grundsätzlich mit Wirkung zum 1. September 2021. Es gibt jedoch Ausnahmen, darunter auch jene, die die Kennzeichnungspflicht für Händler betrifft. 

Art. 3 Abs. 2 und Art. 4 Abs. 2 der zurzeit noch gültigen VO (EU) 874/2012 werden demnach bereits mit Wirkung zum 25. Dezember 2019 aufgehoben. Diese Artikel betreffen die Pflichten für Lieferanten und für Händler.

Jene Absätze, die aufgehoben werden, beziehen sich dabei ausschließlich auf die Pflichten im Hinblick auf die Energiekennzeichnung von Leuchten, nicht aber jene von Lampen.

Leuchte? Lampe? Was ist der Unterschied?

Unter Lampen sind gemeinhin die Leuchtmittel zu verstehen, also etwa die klassische Glühlampe, Leuchtstoffröhren oder LED-Lampen. Leuchten hingegen nehmen diese Lampe auf. Ein Beispiel hierfür ist etwa die Tischleuchte.

In der Verordnung (EU) 874/2012 wird die Leuchte so definiert: Leuchte "bezeichnet ein Gerät zur Verteilung, Filterung oder Umwandlung des von einer oder mehreren Lampen übertragenen Lichts, das alle zur Aufnahme, zur Fixierung und zum Schutz der Lampen notwendigen Teile und erforderlichenfalls Hilfselemente zusammen mit den Vorrichtungen zu ihrem Anschluss an die Stromquelle umfasst". 

Für Leuchten muss ab dem 25. Dezember nun nicht mehr auf ihren Energieverbrauch hingewiesen werden, auch die Darstellung des Energielabels entfällt. Das betrifft Ausstellungsmodelle sowie jegliche Formen von Angeboten und Werbung. Auch eine Darstellung im Shop ist damit nicht mehr nötig. 

An den Pflichten in Bezug auf Lampen ändert sich dabei nichts!

Abmahnrisiko bei weiterer Verwendung?

Aus juristischer Sicht besteht Unsicherheit in der Frage, ob beispielsweise bei einer weiteren Darstellung des Energielabels Abmahnungen gerechtfertigt sein können. Im Hinblick auf diese Unsicherheit ist es jedenfalls nicht auszuschließen, dass Abmahnungen zumindest ausgesprochen werden. Wer sich unsicher ist, dem kann insofern empfohlen werden, das Energielabel und die entsprechende Kennzeichnung ab dem 25. Dezember 2019 nicht mehr zu verwenden. Die Anpassung sollte jedoch erst kurzfristig vorgenommen werden: Bis zum 25. Dezember besteht die Pflicht hierzu noch.

Über den Autor

Melvin Louis Dreyer Experte für: IT- und Verbraucherrecht

Melvin ist seit Mitte 2018 Teil des juristischen Redaktionsteams. Er hat schon während seines Rechtswissenschaft-Studiums leidenschaftlich gerne Beiträge verfasst und Fachwissen vermittelt. Jetzt berichtet er als Redakteur regelmäßig zu rechtlichen Neuigkeiten und Fragestellungen in der Welt des E-Commerce und verwirklicht damit nebenbei auch noch seine Interessen an Gesellschaft und Wirtschaft. 

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Melvin Louis Dreyer

Kommentare  

#3 Andreas Ribniger 2020-01-08 15:30
Wie sieht es denn bei Leuchten mit fest eingebauten LED Leuchtmitteln aus?
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#2 Ines 2019-12-19 16:52
Mit der neuen Verordnung öffnet man den Damen und Herren Abmahner mal wieder die Türen zum Abmahnen. Erst mussten von heute auf morgen für alle Leuchten Energielabels online gestellt werden, jetzt darf man sich sogar schon an Weihnachten an PC setzen, und den ganzen Schwachsinn wieder rückgängig machen, damit man keine Abmahnung kassiert. Wie wäre es mal mit Übergangsfristen?

Welche Drogen nehmen eigentlich Politiker? Ich habe langsam die Nase voll von soviel Schwachsinn :-(. Wofür die Politiker soviel Geld verdienen will sich mir nicht so recht erschließen.
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#1 Michaela Zang 2019-12-18 14:28
Warum zum 25. Dezember? Denkt die EU auch an die Händler? Die brauchen keine Weihnachten feiern. Nein wir setzen uns auch an Feiertagen gerne an den PC um zu arbeiten um ja keine Abmahnung zu kassieren. So langsam reicht es..... Kommt auch mal was vernünftiges von diesen Politikern? Unmöglich :-(
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