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EU-Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft

Verpackungen sollen nachhaltiger werden

Veröffentlicht: 12.03.2020 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 12.03.2020
Ein Set Matrjoschkas als Sinnbild für unnötige Verpackungen.

Gestern hat die EU-Kommission einen Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft erstellt. Der Plan sieht vor, aus unserer derzeit linearen Wirtschaft einen Kreislauf zu machen. Sprich: Weniger Wegwerfen, mehr reparieren und recyceln. 

Ein großes Problem der Wirtschaft sind Verpackungen. Diese sind teilweise schwer zu verwerten oder werden unnötigerweise, wie etwa bei Bananen, verwendet. Daher sieht der Aktionsplan auch hier konkrete Regelungen vor.

Herausforderungen für Online-Händler

Für eine grünere Verpackungspraxis soll laut DVZ die Verpackungsrichtlinie überarbeitet werden. Die Änderungen werden sich sowohl auf Hersteller als auch Händler auswirken. Geplant sind beispielsweise Vorgaben zur Vermeidung sogenannter Überverpackung. Jeder hat sicherlich schon einmal ein Paket bekommen, welches beim Auspacken eher einer Matrjoschka glich als einem sinnvoll verpackten Produkt. Außerdem soll geprüft werden, inwiefern ein Kennzeichnungssystem für Verpackungen eingeführt werden kann. Durch dieses System könnte die Trennung von Müll vereinfacht werden.

Verpackungshersteller müssen sich auf Anforderungen bezüglich der Wiederverwertbarkeit einstellen. Zur Zeit sind unter anderem auch komplexe Verpackungen aus unterschiedlichen Stoffen ein Problem beim Recycling. Verpackungen sollen daher durch eine Beschränkung der Zahl der verwendeten Materialien und Polymere weniger komplex werden. 

Bestimmte Verpackungen sollen ganz verboten werden können: Dazu zählen beispielsweise Verpackungen für Verbrauchsgüter, die eigentlich unverpackt bleiben können. 

Zu große Kartons verursachen unnötig Müll

Ein aktueller Bericht des Logistik-Watchblogs zeigt, dass das Problem im Online-Handel auch häufig zu große Kartons für kleine Produkte sind. Das sorgt natürlich dafür, dass für kleine Bestellung überproportional viel Verpackungsmüll anfällt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2018 ergibt, dass 94 Prozent der Kunden der Meinung sind, dass viele Produkte auch mit weniger Verpackungsmaterial auskommen würden. 

Ein Grund ist die Auswahl der zur Verfügung stehenden Kartons: Während beispielsweise Amazon auf 30 unterschiedliche Größen zurückgreifen könne, seien es bei Conrad Electronics lediglich sechs Standardgrößen.

Weitere Informationen zum Thema „EU-Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft“:

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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