Der frühe Vogel

Deutschland in der Bürokratiefalle: Mittelstand leidet, Freiberufler fliehen ins Ausland

Veröffentlicht: 03.07.2024 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 03.07.2024
Frau leidet vor PC

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Die heutigen Themen des Tages:

  • Mittelständler leiden unter der Bürokratie
  • Bayern wehrt sich gegen die Bonpflicht
  • Telsazahlen brechen weiter ein

 

Die Bürokratie in Deutschland stellt eine erhebliche Belastung für Mittelständler und Selbstständige dar. Das macht eine aktuelle Umfrage der DZ BANK und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) deutlich. Demnach sehen 82 Prozent der Mittelständler die steigende Bürokratie als hinderlich für ihren Geschäftserfolg an. Diese Zahl stellt einen neuen Höchstwert dar, noch vor sechs Monaten waren 75 Prozent der Meinung, dass die Bürokratie sich negativ auf den Geschäftserfolg auswirkt.

Wie die Umfrage zeigt, betrifft die Bürokratiebelastung inzwischen alle Branchen und Unternehmensgrößen im Mittelstand und wird sogar als schlimmer angesehen als der Fachkräftemangel, über den nur drei Viertel der Mittelständler klagen. Zudem klagt etwa die Hälfte über hohe Steuerbelastungen. BVR-Präsidentin Marija Kolak fordert laut Heise deswegen eine Reduzierung der Vorschriften, um das Wachstum zu fördern und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.

Freiberufler und Selbstständige kämpfen laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) besonders mit dem Statusfeststellungsverfahren, das ihre Scheinselbstständigkeit überprüft. Trotz einer Reform 2022 bleibt das Verfahren kompliziert. Fast 60 Prozent der Befragten berichten von einem erhöhten Aufwand bei der Auftragsakquise und ein Drittel verlor dadurch bereits Aufträge. 35 Prozent erwägen deswegen sogar, ins Ausland zu ziehen, 27 Prozent denken an eine Aufgabe ihrer Selbstständigkeit. 

Hoffnung auf eine zeitnahe Besserung gibt es allerdings nicht, denn das Vorhaben zum Bürokratieabbau wurde nun erneut von der Ampel-Regierung vertagt.

Bayern will die Bonpflicht abschaffen

Bayern will die Bonpflicht im Einzelhandel abschaffen. Diese Forderung ist Teil einer Bundesratsinitiative, die das bayerische Kabinett beschlossen hat. Außerdem setzt sich der Freistaat für eine Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags bei der Steuer von 1.230 auf 2.000 Euro ein. Die Bonpflicht, die seit 2020 Händler dazu verpflichtet, ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg auszuhändigen, soll Steuerbetrug verhindern. Die bayerische Staatsregierung kritisiert nach Angaben von fashionunited jedoch, dass diese Belegausgabepflicht Unternehmer und die Umwelt erheblich belaste, ohne dass ein konkreter Nutzen erkennbar sei. Da die meisten Käufe inzwischen bargeldlos erfolgen, sei es sinnvoll, die Bonpflicht durch eine Belegausgabe auf Verlangen zu ersetzen.

Tesla-Zahlen weiter im Tiefflug

Der US-Autobauer konnte im zweiten Quartal 443.956 Fahrzeuge ausliefern, ein Rückgang um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zwar brechen die Verkäufe des Konzerns weiter ein, allerdings weniger schlimm, als es Analysten vorausgesagt hatten. Diese sind von einem Rückgang von rund sechs Prozent ausgegangen. Bereits im ersten Quartal musste Tesla eine enorme Gewinneinbuße hinnehmen, auch im zweiten Quartal kann von einem Rückgang der Umsatzzahlen ausgegangen werden. In den letzten Monaten musste der Konzern immer wieder satte Rabatte gewähren, um die zu viel produzierten Autos abzusetzen. Die konkreten Geschäftszahlen wird das Unternehmen nach Informationen von Businessinsider am 23. Juli vorstellen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Über die Autorin

Corinna Flemming
Corinna Flemming Expertin für: Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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Kommentare  

#1 Michaela 2024-07-03 14:54
Das mit der Flucht ins Ausland kann ich voll verstehen und ich wäre da ganz sicher auch mit dabei, aber mein Mann ist Lehrer (Beamter) und der ist hier in D festgetackert (nicht mal das Bundesland geht einfach zu wechseln). Auch so ein Relikt aus uralten Zeiten :-(

Kenne so viele Leute, die auswandern, teils mit 4 Kindern und alle gehen mit. Da ist sicher auch nicht alles Gold was glänzt, aber ich höre bis jetzt nur Positives, sei es in Bezug auf die Steuern, Bürokratie, auch Krankenversorgu ng, Öffis, Digitales....un d auch mehr Platz und günstigere Immobilienpreise.

Schade, denn D ist ein schönes Land, aber was da von den oberen Köpfen da (aber schon seit vielen Jahren, nicht erst jetzt) fabriziert wird, macht den meisten eh schon hart arbeitenden Menschen hier das Leben so was von schwer....
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