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Umsatzsteuer-Betrug: Amazon und Ebay sollen ab 2019 für Händler haften

Veröffentlicht: 30.05.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 30.05.2018

Durch Umsatzsteuer-Betrug entgeht dem Staat jährlich viel Geld. Dies soll sich ändern, denn ein neues Gesetz soll dafür sorgen, dass Plattformen wie Ebay und Amazon für nicht-zahlende Händler in die Presche springen müssen.

Hand, die etwas verlang
© igorstevanovic / Shutterstock.com

Die Finanzminister der Länder haben sich am 25. Mai 2018 auf ihrer jährlichen Konferenz in Goslar zusammengefunden, um künftige Strategien auszuloten. Dabei ging es nicht zuletzt auch um den Umsatzsteuer-Betrug, der sich im Online-Handel und im Speziellen auf Online-Marktplätzen breitmacht.

Um diesem Betrug Einhalt zu gebieten und auf entsprechende Steuereinnahmen nicht verzichten zu müssen, sollen künftig große Unternehmen wie Amazon oder Ebay in die Pflicht genommen werden. Sie sollen haften und zahlen, wenn die Händler auf den hauseigenen Marktplätzen ihrer Umsatzsteuerpflicht nicht nachkommen. Wie bei Haufe zu lesen, soll ein entsprechendes Gesetz bereits in wenigen Wochen, genauer gesagt im Januar 2019 in Kraft treten.

Gesetz soll ungleichem Wettbewerb entgegenwirken

„Die Gesetzesinitiative sieht vor, dass künftig die Marktplatzbetreiber haften, wenn Anbieter auf ihren Plattformen keine Umsatzsteuer abführen. Die Haftung soll greifen, wenn die Betreiber die steuerliche Registrierung eines Händlers nicht nachweisen können“, schreibt Haufe. Im Rahmen einer EU-Regelung soll eine gesetzliche Lücke bis 2021 geschlossen werden. So lange will die Bundesregierung allerdings nicht warten, weshalb nun also eine entsprechende Regelung auf nationaler Ebene beschlossen wurde.

Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) befürwortet den Vorstoß: „Immer mehr Händler, aber auch Hersteller sind von den ungleichen Bedingungen im Wettbewerb mit Anbietern aus Nicht-EU-Ländern betroffen“, zitiert Haufe den stellvertretenden DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.

Politiker sehen Änderungsbedarf bei Mehrwertsteuer und im digitalen Bereich

Ein weiteres Thema, das auf der Jahreskonferenz zur Debatte stand, war die Mehrwertsteuer. Diese sei nach Einschätzung des niedersächsischen Finanzministers Reinhold Hilbers (CDU) „zu komplex und auch betrugsanfällig“, weshalb man entsprechende Änderungen erneut auf politischer Basis diskutieren müsse.

Ebenfalls Änderungsbedarf sehen die Politiker mit Blick auf die Besteuerung in der Welt der Digitalwirtschaft: An dieser Stelle waren sich die Finanzminister einig, dass man bisherige Steuerregelungen auf potenzielle Neuerungen prüfen müsse. „Dabei müssten Steuergerechtigkeit und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle der Maßstab sein“, heißt es weiter.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#9 Andree 2018-06-04 10:33
@Kemper:

Nicht nur mit Halbwissen angeben.
Die Angaben sind zwar richtig was Zoll und Einfuhrumsatzst euer betrifft, wenn aber der Chinese sein Lager in der EU hat und von hier verschickt muss er auch die Umsatzsteuer an den Fiskus abtreten.
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#8 Oejendorfer 2018-06-02 10:10
Diese Maßnahme ist vollkommen richtig.
Schon jetzt gibt es Möglichkeiten Seitens ebay, das diese Dinge verhindert werden.
ebay macht vielen hat aber riesige Angst gegen diese Chinesischen Gauern vorzugehen
Verstehen können jenes nur die Götter. Selbst, wenn man als deutscher Händler ebay jene Händler meldet, ist nicht sichtbar das ebay etwas unternimmt. Info dazu gibt es nicht.
Diese chinesichen Dumpinghändler zahlen überwiegend keine: Umsatzsteuer, keine EAR Abgaben und keine Gebühren entsprechend der Verpackungsordnung.

Ich frage hier mal ebay- ganz öffentlich - ist das Gerecht gegenüber den deutschen Händlern ??
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#7 Kemper 2018-05-31 18:37
Ich habe sogar mal ein Fahrrad für 2000 Euro (was war ich doch ein gieriger Idiot, denn dieses sollte in der BRD sonst 6000 kosten) über Alibaba an Alibaba vorbei gekauft. Dies war ein Betrüger, wie sich dann rausstellte. Und das Tollste an der Sache war, dass alibaba mir trotzdem das Geld erstattet hatte.
Soviel mal zu dem Kommentar von Magin. Ich habe bisher alles bei ebay durchsetzen können. Du bekommst als Kunde dort eigentlich immer Recht und Erstattung. Bei alibaba, geht's sogar noch weiter.
Gegen Alibaba mit TaoBao usw., halt dem was da dran hängt, da ist Amazon ein Fliegenschiss. Ich denke ich habe vor kurzem gelesen, Alibaba hat 4 mal so viel Umsatz.
Alibaba will wohl endlich in Hamburg ein Lieferzentrum aufbauen. Na dann gehts hier ab. Die verschlucken uns zum Frühstück und den Bezos gleich mit.
Zeschke und Co haben ja immer noch nicht begriffen, dass wir nicht mehr die Nummer eins in der Technik sind, dass wir technisch bald hinterherhinken . Die aktiengeilen Unternehmen, die alles für die Renditen der Anleger tun, die machen alles kaputt. Und Merkel und Co stehen daneben und schauen zu. An Einfältigkeit und Rückgratlosigke it sind diese Menschen kaum zu übertreffen.
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#6 Kemper 2018-05-31 18:27
Ach ja???? Ich kaufe aber lieber einen Adapter von apple für 1,50 Euro fast direkt aus der Fabrik ohne bürokratischen Firelefanz, anstatt beim deutschen Händler für 35 Euro.

Alles das was Ihr hier wollt, ist die "Gerechtigkeit" . Nur sieht die hier halt so aus, dass ihr damit nur erzeugt, da die chinesischen Händler gar nicht wissen, wie die Mehrwertsteuer abzuführen ist und dadurch in die Fänge von nicht mal schuldbewussten Steuerberatern, Rechtsanwälten usw. kommen, die den Beratungsbedarf dieser Händler gegen teueres Geld dann abdecken. Dieses Geld bezahlt ihr als Kunden. Ist das recht so?

Na da können wir aber froh sein, dass deutsche Gesetze besagen, dass Waren, die hier eingeführt werden nach der Regelung bis 22Euro einfuhrumsatzst euerfrei und zollfrei bis 150 Euro sind.

D.h. um beim Beispiel Adapter von apple zu bleiben haben wir hier also bei dem der in BRD verkauft wird eine Besteuerung mit Mehrwertsteuer und bei dem der für 1,5 Euro einzeln in der Tüte aus China oder Timbuktu kommt keinen Zoll und keine Mehrwertsteuer.

Da ist ja sogar die BRD-Regierung nicht so "gerechtigkeits liebend" wie Ihr Weltenretter der steuerlichen Gerechtigkeit. Und das will schon was heissen.

Also ich möchte das alles so beibehalten. Den ganzen bürokratischen Aufwand hier im Westen bzgl. der komplizierten Besteuerung usw. den sollte man sowieso einschreddern und meiner Meinung nach die Verantwortliche n und Mitläufer auch gleich dafür wegen "Verbrechen an der Menschheit" aburteilen. Diese sollten dafür mal lieber auf den Müllwagen und mal richtig schwitzen, anstatt wie die kleinen Jungen in Ihren Büros diesen Mist verzapfen und verwalten. Diesen Menschen ist vollkommen der Bezug zu dem verloren was die da machen.

Ein Staat der z.B. die irrwitzige Abschreibung kennt und uns mit Steuern und Verordnungen dermaßen drangsaliert, der hat sowieso eine Reform nötig. Aber die ewig gestrigen Papageien hier verstehen ja ohnehin nichts ausser Nachplappern.

Da wird nur rumgeflicksschu ster.
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#5 Christian Benyi 2018-05-31 16:55
Es wird Zeit das sich da mal was rührt.
Was mich am meisten stört, sind die nicht gewerblichen Händler bei eBay, die ihre geklauten Waren zu Preisen verkaufen, mit den ein gewerblicher Händler nicht mithalten kann.
Eigentlich müsste man eBay, wegen Hehlerei und Steuerbetrug anzeigen.
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#4 Ramona 2018-05-31 13:22
Soll das helfen? Das bezweifle ich. Es gibt doch nicht wenige Verkäufer, die haben neben dem gewerblichen Konto, um den Anschein zu wahren, noch zig private Ebay-Konten oder andere private Konten auf anderen Plattformen um das meiste hierüber ohne Steuern zu verkaufen. Der ehrliche Verkäufer ist doch nur der Dumme und kann mit den Dumping-Verkauf spreisen gar nicht mithalten.
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#3 Gerd Kirchner 2018-05-31 08:16
Tolle Idee. Ist schon seit Jahren überfällig. Auffallend nur: Dass die Verantwortliche n für eine entsprechende EU-Regelung hier offensichtlich keinen dringenden Handlungsbedarf sehen. Vielleicht bis 2021??? Die Missstände und Betrügereien sind seit Jahren bekannt und definitiv passiert ist bis heute nichts. Seltsam? Ich wage zu behaupten, dass diese seit langem überfällige Regelung im Sande verläuft, denn es dürfte allen Beteiligten klar sein, dass die neuen Gesetze Amazon und Co. völlig am ....... vorbeigehen.
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#2 Bert Schanner 2018-05-30 15:46
Und schon wieder haben wir ein riesiges Problem!
Was macht der Deutsche Staat mit so vielen zusätzlichen Milliarden Einnahmen?
Wenn schon dann richtig, es wäre clever dort auch gleich die Mitteilungspfli cht für die Anmeldung zum Elektronikmüllg esetz, zu fordern und natürlich für das Verpackungsmüllgesetz.
Da werden die Chinesen aber staunen was Europa sich so alles ausgedacht hat...
Und dann hätte ich noch gerne einen direkten "Melden" Button bei dem direkt der Gewerbeaufsicht Produkte gemeldet werden können die gegen geltendes Recht verstoßen.
Dann wird es aber leer bei Ebay und Amazon...
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#1 magin 2018-05-30 13:47
Finde ich richtig,bei den dingen die da manchmal laufen und der Kunde auf der Strecke bleibt und der Groß Verkäufer machen kann was er will.Da helfen auch keine langen schriftsätze von Ebay,die nichts aussagen !!!
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