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DIN-Norm

Neuer einheitlicher Standard für Kundenbewertungen

Veröffentlicht: 27.02.2019 | Autor: Melvin Louis Dreyer | Letzte Aktualisierung: 27.02.2019
Hauptsitz DIN

Viele kennen sie wohl besonders vom Druckerpapier – die DIN-Normen. Es handelt sich dabei um marktgerechte Standards für eine Vielzahl von Dingen auch abseits des Papierformats: Seien es Trinkwasserrohre, Grillroste, die Ergonomie von Schulranzen oder das Vorgehen bei Prüfungen von Geschirrspülern durch den TÜV. Sie erleichtern in Deutschland wie auch international viele Vorgänge. Meist freut man sich jedoch nur über ihre Vorteile, wie etwa dass das Papier problemlos in den Drucker passt. Dagegen macht man sich zumeist jedoch weniger Gedanken über den Grund für einheitliche Standards.

Neu ist jetzt die DIN ISO 20488 „Online-Kundenbewertungen – Grundsätze und Anforderungen für die Erhebung, Moderation und Veröffentlichtung“.

Kunden sollen sich dadurch mehr auf Rezensionen anderer Kunden im Internet verlassen können, was gerade in letzter Zeit angesichts von Fake-Bewertungen, ungekennzeichneten gekauften Bewertungen und dergleichen nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen ist.

Mehr Transparenz bei Online-Bewertungen

Dabei stellen gerade diese Aussagen über Produkte und Dienstleister für viele Menschen einen verlässlichen Anhaltspunkt für die zu erwartende Qualität dar, immerhin stammen die Aussagen aus dem gleichen „Lager“, also von anderen Kunden, deren Aussage oft hoch geschätzt wird.

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat zur Abhilfe daher auf Grundlage der entsprechenden internationalen ISO-Norm einen Vorgabenkatalog entwickelt, dessen Anwendung wieder für mehr gerechtfertigtes Vertrauen in solche Rezensionen sorgen soll. „Unser Ziel ist es, dass sich Qualität und Transparenz bei Online-Bewertungen verbessern und die Zahl von Fake-Bewertungen sinkt. Verbraucher sollen sich auf verlässliche Informationen berufen können“, betont Natalie Tang vom DIN-Verbraucherrat in einem Presse-Statement. Dazu reicht die DIN ISO 20488 einige Instrumente, Methoden und Vorgehensweisen, die Verantwortliche anwenden können.

Anwendung der DIN-Norm ist freiwillig

Die Betonung liegt dabei auf „können“, denn die Anwendung der DIN-Normen ist freiwillig. In vielen Branchen sind sie jedoch verbreitet, weil sie viele Abläufe für das Gewerbe, vor allem aber für die Industrie erleichtern. Auch vor Gericht werden sie gerne als Maßstab oder Beleg dafür herangezogen, korrekt gearbeitet und eventuelle verpflichtende Vorgaben berücksichtigt zu haben – immerhin gelten die Normen als anerkannte Regeln der Technik und werden in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand gebracht.

Die Norm für Online-Bewertungen gibt nun jedenfalls etwa vor, dass Anbieter „Prozesse“ hinterlegen müssen, mit welchen sich beurteilen lässt, ob eine Bewertung von einer echten Person stammt oder ob die „Kundenerfahrung“ tatsächlich stattgefunden hat. Auch über die Moderation und Veröffentlichung von Online-Bewertungen trifft sie Aussagen.

Möchte man mehr über den Inhalt der Norm wissen, muss man diese entweder zum Preis von knapp einhundert Euro erwerben oder kann sie kostenfrei an einem Infopoint einsehen. Zu diesen zählen etwa Universitätsbibliotheken oder auch die Deutsche Nationalbibliothek. Zur Zeit ist nur der Entwurf veröffentlicht, die endgültige Version ist ab März zu finden.

Über den Autor

Melvin Louis Dreyer Experte für IT- und Verbraucherrecht

Melvin ist seit Mitte 2018 Teil des juristischen Redaktionsteams. Er hat schon während seines Rechtswissenschaft-Studiums leidenschaftlich gerne Beiträge verfasst und Fachwissen vermittelt. Jetzt berichtet er als Redakteur regelmäßig zu rechtlichen Neuigkeiten und Fragestellungen in der Welt des E-Commerce und verwirklicht damit nebenbei auch noch seine Interessen an Gesellschaft und Wirtschaft. 

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Kommentare  

#3 content-werkstatt 2019-03-01 15:07
Muah ha ha ha ha - ich schmeiß' mich gleich weg. Soll das ein vorgezogener April-Scherz sein? Und das auch noch auf freiwilliger Basis? Deutscher als deutsch ging wohl nicht mehr? Mir fehlen echt die Worte! Haben die noch gar nichts kapiert? Und gerne nochmal (ich hab's schon 1000 x erwähnt): Bewertungen sind Meinungen!!! Hallo: Keine Tatsachen, keine objektiven Testergebnisse, keine wissenschaftlic hen Beschreibungen sondern einfach nur ganz normale Meinungen von Hinz und Kunz. Ich brech' echt gleich ab vor soviel Dummheit, auch wenn sie von einem deutschen Institut verbrochen wurde.

VG, content-werksta tt
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#2 David Miller 2019-02-27 18:19
Meiner Meinung nach sollte mal ein weitaus wichtigere Thema in Bezug auf Shop Bewertungen im Internet angesprochen werden. Und zwar der Nachweis von Bewertungsplatt formen, dass die dargestellten Bewertungen wirklich ein realistisches Bild eines Online-Shops darstellt, also einen sauberen Bewertungsdurch schnitt aller Kunden des Shops. Denn nur dieser wäre eine zulässige Darstellung einer Shopbewertung. Da bekanntermaßen vorwiegend unzufriedene Kunden eine Bewertung hinterlassen, gibt es in zahlreichen Bewertungsplatt formen fast ausschliesslich schlechte Bewertungen von Shops. Bessere Bewertungen gibt es dann dort nur mit einem finanziellen Vertrag mit der Bewertungsplatt form oder durch Fakebewertungen . Manche Shops versenden selbstverständl ich auch gern Bewertungsauffo rderung, die aber nur mit Zustimmung des Kunden möglich sind, welche aber natürlich kaum ein Kunde gibt. Wer gibt schon seine Zustimmung für weitere unnötige Emails....
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#1 Schubert 2019-02-27 15:06
Gibts dann das Händlerbund Bewertungstool nach dieser DIN ?
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