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Wir wurden gefragt

Darf ich den Hersteller meiner Produkte verlinken oder ist das Werbung?

Veröffentlicht: 22.07.2019 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 22.07.2019
Glühbirne mit Sprechblasen

Nachdem sich das letzte „Wir wurden gefragt“ dem Thema Werbekennzeichnung der Eigenwerbung widmete, erreichten uns Leserfragen, die allesamt die gleiche Problematik aufgeworfen haben: Viele Händler verkaufen Produkte bestimmter Hersteller. Diese dürfen sie in Social-Media-Beiträgen bewerben, ohne eine Werbekennzeichnung vornehmen zu müssen (wir berichteten). Was ist aber, wenn in diesen Beiträgen der Hersteller verlinkt oder markiert wird? Hier ist die Antwort.

Redaktioneller Zusammenhang 

Mittlerweile hat sich das Gerücht, dass jede Unternehmensverlinkung Werbung ist, in den Köpfen festgesetzt. Das ist aber nicht so. Fließt keine Leistung und besteht ein sogenannter redaktioneller Zusammenhang zwischen der Verlinkung und dem eigentlichen Beitrag, muss keine Werbekennzeichnung vorgenommen werden.

Postet ein Händler beispielsweise eine Blume als Frühlingsgruß an seine Follower und verlinkt wahllos Unternehmen, so besteht keinerlei redaktioneller Zusammenhang. Der Beitrag muss als Werbung betrachtet und auch gekennzeichnet werden. Denn: Warum sollte der Seitenbetreiber wahllos Unternehmen verlinken, wenn nicht, um sie wirtschaftlich zu fördern?

Herstellerverlinkung in Produktwerbung

Anders sieht es da schon aus, wenn der Händler in einem Post ein Produkt bewirbt, welches er selbst vertreibt und den Hersteller des Produktes mit verlinkt. Geht aus dem Beitrag hervor, dass das verlinkte Fremdunternehmen der Hersteller des beworbenen Produktes ist, so ist ein redaktioneller Zusammenhang gegeben. Die Verlinkung an sich stellt damit keine Werbung dar, so dass eine Kennzeichnung nicht notwendig ist. 

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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