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Fehlender Grundpreis

Wird die neue Google-Bildersuche zur Abmahnfalle für Online-Händler?

Veröffentlicht: 13.08.2019 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 13.08.2019
Geöffnete Google Suche auf Handy

Der Suchmaschinenanbieter Google hat an der Optik seiner Bildersuche geschraubt: Künftig erscheinen die Suchergebnisse nicht mehr wie gewohnt zwischen den Kacheln, sondern in einem Seitenfenster rechts. Dadurch soll nicht nur die Suche ansprechender aussehen, auch das Shopping-Erlebnis soll damit verbessert werden: Sucht der Nutzer nach Bildern von Produkten und klickt auf eines der Bilder, welche aus einem Shop gezogen wurden, so erscheinen Details, wie etwa der Produktname, Marke und Preis, sowie die jeweilige Verfügbarkeit (wir berichteten). Diese verbesserte Ansicht könnte nun aber für Online-Händler das Risiko einer Abmahnung enthalten.

Keine Grundpreisangabe

Für das verbesserte Sucherlebnis zieht sich Google die entsprechenden Daten von den Online-Shops. Dabei kommt es zu unterschiedlichen Ergebnissen: Beispielsweise wird nicht bei jedem Produkt ein Gesamtpreis angezeigt. Was Google allerdings nach unserer Stichprobe mit unterschiedlichen Produkten gar nicht anzeigt, ist der Grundpreis. Dieser muss aber bei grundpreispflichtigen Produkten immer dann angezeigt werden, wenn mit dem Gesamtpreis geworben wird. Das kann für den Online-Händler nach aktueller Ersteinschätzung zum Problem werden: Dieser hat keinen Einfluss darauf, welche Daten sich Google für das Suchergebnis vom Shop zieht; dennoch ist der Händler hier in der Haftung und zwar auch dann, wenn der Grundpreis im eigentlichen Shop korrekt angegeben wird. 

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Was können Händler tun?

Ein Tipp kann Händlern an dieser Stelle leider noch nicht gegeben werden. Zumindest für Ebay-Händler gibt es allerdings erst einmal Entwarnung: Wer auf Ebay handelt, sollte den Grundpreis nämlich ohnehin mit in die Überschrift einbauen, damit dieser auch wirklich überall angezeigt wird. Da sich Google die komplette Artikelbezeichnung zieht, findet der Grundpreis so auch Platz in der neuen Bildersuche:

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Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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Kommentare  

#15 internet-Harbur 2019-08-15 19:14
Das ist ja so als das man mit einem Bein im Knast steht.Da man nicht Stündlich prüfen kann ob ein Händler für sich was geändert hat was völlig falsch ist.So kann man Wetbewerber loswerden und noch dran Verdienen.......
Das geht garnicht.
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#14 Helma Spona 2019-08-15 13:04
Ich frag mich, wo mein Kommentar von gestern ist?
Es kann doch nicht richtig sein, dass jemand für Informationen haftet, die ein dritter ungefragt unvollständig auf seine Seite übernimmt? Wenn das deutsches Recht ist, dann ist es Zeit auszuwandern.

Das wäre ja eine einfache Methode unliebsame Mitbewerber zu schädigen. Man stellt eine Website ins Internet auf der Angebote der Konkurrenz zu sehen und verlinkt sind und diese stellt man so dar, dass sie abmahngefärdet sind. Der Konkurrent kann ja nichts machen, denn er hat ja keinen Zugriff auf die Seite und dann benachrichtigt man den richtigen ABmahnanwalt und schon darf der Konkurrent blechen? Das kann so nicht sein, denn wozu gibt es eine Impressumspflic ht, wenn nicht der Seitenbetreiber sondern Dritte für Inhalte haften?

Sorry, da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
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#13 Markus 2019-08-15 09:30
Ich kann mir das auch nicht vorstellen das ein Händler dafür verantwortlich gemacht werden kann. Zu mal ich nicht mal Google-Shopping -Verkäufer bin.

Es ist ja wohl ein Riesenunterschi ed ob irgend jemand Drittes meine Artikel "bewirbt" oder ich selbst.
Ist stelle mir das gerade vor das jemand in einem Laden kommt und dort ein Artikel mit Preis und Grundpreis fotografiert und lässt den Grundpreis auf dem Foto fehlen. Jetzt geht der Jenige her und druckt das Foto aus und klebt es Draußen irgendwo auf einem Stromkasten und "wirbt" damit ohne das der Ladenbesitzer davon weiß. Da soll dann der Ladenbesitzer dafür abgemahnt werden können? Glaube ich nicht.
Dann könnte man Aldi und CO in den Ruin treiben
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#12 Sascha Katzenstein 2019-08-14 16:05
Ich bin mir genau wie Steffen zu 100% sicher, das einen hier keine Gericht verurteilt! Wenn ich keinen Auftrag für die Werbung gegeben habe und Google sich die Daten nicht vollständig zieht so obliegt dies nicht meiner Verantwortung!!!
Wenn dies möglich wäre, dann ziehe ich demnächst die Daten meiner mitbewerber unvollständig und die werden abgemahnt, genial ;-))
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#11 Michael 2019-08-14 15:21
"dennoch ist der Händler hier in der Haftung und zwar auch dann, wenn der Grundpreis im eigentlichen Shop korrekt angegeben wird. "

Mal wieder nur in Deutschland. Hat die Lobbyarbeit der Rechtsanwälte wieder sehr gut funktioniert. Einkommen für diese !§$*%er auf lange Sicht abgesichert.
"Warum sich auch mit Google rumärgern, die über uns nur lachen? Machen wir doch dem kleinen Händler seine Existenz kaputt."

Deutschland gehört - der EU voran - abgeschafft in dieser Form.
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#10 Mario 2019-08-14 15:14
Wenn ihr schon beim fragen seit. Woher hat google die rechte an den Bildern die Sie verlinken ?
Es sollen immer nur den kleinn die Finger abgehackt werden, an die großen traut sich keiner ran.
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#9 FankG. 2019-08-14 15:14
also das ist schon Hammer hart... warum soll ich für was gerade stehen, wenn Google meine Daten abfischt... ich habe ihn damit nicht beauftragt...
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#8 Dirk 2019-08-14 14:41
Mir erschließt sich auch gegenwärtig nicht, warum der Händler dafür haften soll. Sollte es so sein, könnte ja jeder eine Webseite erstellen, die Produktdaten ohne Grundpreisangab e verlinken bzw. einstellen und der Händler würde dafür immer haften. Schönes Abmahnmodell: Rechtsanwalt lässt eine solche Seite erstellen, sucht sich einen Abmahner und das Geld fließt!
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#7 Helma Spona 2019-08-14 14:37
Also auch ich kann da eine Haftung nicht nachvollziehen. Der Händler stellt ein Angebot korrekt in den Shop und Google saugt sich Daten (mit welchem Recht erst mal?) und stellt diese in einer Form dar, auf die der Händler keinen Einfluss hat und die der Händler auch nicht beauftragt hat.

Es ist ja nicht der Händler, der so "Werbung" für seinen Shop/Produkt macht und damit wirbt, ohne den Grundpreis anzugeben. Es ist Google die Daten willkürlich zusammenwürfeln . Das wäre da ja das gleiche, als wenn ich einem Kunden ein Halsband für eine Dogge zusammen mit einer Leine für einen Zwergdackel verkaufe und dann der Hersteller der Leine haften soll, wenn die Leine reißt, obwohl dieser korrekt angegeben hat, dass die bis maximal 7 kg Hundegewicht eingesetzt werden soll. Wenn ich das so verkaufe, bin ich als Händler in der Haftung, nicht der Hersteller der Leine.

Wenn das mal so einfach wäre, wäre es ja ganz einfach unliebsame Konkurrenten auszuschalten. Man legt eine Website an, auf der man dessen Produkte so präsentiert dass sie abmahngefährdet sind und dann den nächsten Abmahnmverein benachrichtigt, damit der Konkurrent die Abmahnungen bekommt.
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#6 Christian 2019-08-14 14:33
Also da wäre ich auch mal sehr interessiert auf welcher rechtlichen Grundlage ICH als Händler für die ungefragte Verwendung meiner Daten durch DRITTE haftbar gemacht werden soll.

Bin gespannt auf die Antwort.
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