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Irreführung der Nutzer

Australische Verbraucherschutzbehörde geht gegen Google vor Gericht

Veröffentlicht: 28.07.2020 | Autor: Melvin Louis Dreyer | Letzte Aktualisierung: 28.07.2020
Australische Flagge aus Programmiercode

In Australien geht die Wettbewerbs- und Verbraucherkommission (ACCC) zur Zeit gerichtlich gegen Google vor. Grund dafür ist die vermutete Irreführung von Verbrauchern: Vorgeworfen wird dem Suchmaschinenriesen, ohne Zustimmung der Betroffenen in erweitertem Umfang Daten erhoben und darüber nur unzureichend informiert zu haben. 

Ohne wirksame Einwilligung? Seit 2016 führt Google bestimmte Nutzerdaten zusammen

Seit 2016 führt Google Daten aus Google Konten mit Daten aus der Nutzung fremder Websites zusammen. Die Daten waren zuvor getrennt voneinander gespeichert worden. Die Zusammenführung, zunächst auch Double-Klick-Technologie genannt, sollte dann offenbar dazu dienen, auch durch personalisierte Anzeigen das Werbegeschäft anzukurbeln. Zudem wirft die Verbraucherschutzbehörde Google vor, durch eine damit verbundene Änderung der Datenschutzerklärung Verbraucher in die Irre geführt zu haben. 

„Wir ergreifen diese Maßnahme, weil wir der Ansicht sind, dass Google australische Verbraucher in die Irre geführt hat, was mit großen Mengen ihrer persönlichen Daten geschehen soll, einschließlich Internetaktivitäten auf Websites, die nicht mit Google verbunden sind“, kommentiert Rod Sims, Vorsitzender der ACCC.

Verbraucherschutzbehörde: Betroffene seien unzureichend informiert worden

Google habe den Umfang der gesammelten Daten mit Personenbezug erheblich erweitert, auch potenziell sehr sensible und private Informationen über die Nutzung von Webseiten Dritter seien darin beinhaltet. Dass es eine ausdrückliche Einwilligung der Nutzer für die zielgerichtete Werbung gegeben habe, bezweifelt die Behörde. 

„Durch die Verwendung dieser neuen kombinierten Informationen konnte Google den Wert seiner Werbeprodukte erheblich steigern und damit viel höhere Gewinne erzielen“, heißt es weiter in der Mitteilung der Verbraucherschützer. Die Nutzer von Google würden den Dienst effektiv mit ihren Daten bezahlen. Insofern habe die von Google eingeführte Änderung den „Preis“ der Dienste ohne Wissen der Nutzer erhöht, bemängelt die ACCC. „Wir glauben, dass viele Verbraucher, wenn sie eine informierte Wahl hätten treffen können, Google möglicherweise die Erlaubnis verweigert hätten, eine so breite Palette ihrer persönlichen Daten zum eigenen finanziellen Vorteil von Google zu kombinieren und zu verwenden“, so Sims. 

Laut der Behörde sollen Millionen von Nutzern betroffen sein.

Über den Autor

Melvin Louis Dreyer Experte für IT- und Verbraucherrecht

Melvin ist seit Mitte 2018 Teil des juristischen Redaktionsteams. Er hat schon während seines Rechtswissenschaft-Studiums leidenschaftlich gerne Beiträge verfasst und Fachwissen vermittelt. Jetzt berichtet er als Redakteur regelmäßig zu rechtlichen Neuigkeiten und Fragestellungen in der Welt des E-Commerce und verwirklicht damit nebenbei auch noch seine Interessen an Gesellschaft und Wirtschaft. 

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